Zwei Spanier absolvieren ein Praktikum auf dem Gut Retzen

„Die Leute sind sympathisch und geben klare Anweisungen“

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Freuen sich über die nette Zusammenarbeit: (von links) Pflegedienstleiterin Nicole Gaumann, der stellvertretende Pflegedienstleiter Timo Körbel-Broczynski, die spanischen Praktikanten Sergio und Barbara sowie der stellvertretende Heimleiter Roland Arndt.

Süstedt - Von Max Brinkmann. Es ist eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Denn das Therapie- und Pflegezentrum Gut Retzen in Süstedt sucht neue Auszubildende, und die Spanier Sergio und Barbara wünschen sich einen Ausbildungsplatz. Über die Praktikumsvermittlung „PractiGo“ sind beide Seiten zusammengekommen.

„Seit dem 20. Juni absolvieren Sergio und Barbara ein Praktikum bei uns“, freut sich der stellvertretende Heimleiter Roland Arndt. Danach haben die jungen Spanier die Möglichkeit, bei der Einrichtung eine Altenpfleger-Ausbildung anzufangen.

Die Bremer Organisation „PractiGo“ wird im Rahmen des Förderkonzepts „MobiPro“ von der Europäischen Union (EU) unterstützt. Ziel ist es, jungen Menschen aus dem europäischen Ausland einen Praktikumsplatz in Deutschland zu verschaffen. Da die Arbeitslosenquote der jungen Leute in ihrem Heimatland bei rund 25 Prozent liegt, nutzen vor allem Spanier die Chance.

Bewerbungsgespräche über Skype

„PractiGo“ stellte den Kontakt zwischen einigen spanischen Interessenten und dem Gut Retzen her. Die Bewerbungsgespräche liefen über den Instant-Messaging-Dienst Skype. Schlussendlich entschied sich die Süstedter Einrichtung für die 19-jährige Barbara und den 27-jährigen Sergio. Einen Monat lang arbeiten die beiden als Praktikanten auf dem Gut Retzen. Die Option einer Ausbildung möchten sie im Anschluss gerne nutzen.

Als Vorbereitung auf ihren Auslandsaufenthalt besuchten die Zwei in Spanien einen sechsmonatigen Deutschkurs. „Etwas Deutsch können sie also schon sprechen“, lobt Arndt die Praktikanten. „Wir nutzen außerdem Übersetzungs-Apps, und zweimal die Woche besuchen sie einen Deutschkurs von ,PractiGo’ in Bremen.“

Hilfe durch Paten

Das Therapie- und Pflegezentrum hat den Spaniern jeweils einen Paten zur Seite gestellt, der sie langsam an ihre Aufgaben heranführt und ihnen auch abseits der Arbeit als Ansprechpartner hilft. So werden sie auch bei der Wohnungssuche unterstützt. Zurzeit leben Sergio und Barbara im Gästehaus des Guts, das soll sich aber mit Beginn der Ausbildung ändern. Dann möchten sie in eigene Wohnungen in der Umgebung ziehen.

„Wir wollen Deutsch lernen, Erfahrungen sammeln, die Kultur und neue Leute kennenlernen“, antworten die Zwei auf die Frage, weshalb sie sich für ein Praktikum in Deutschland entschieden haben. Den Spaniern gefallen hierzulande besonders die Landschaft und die Natur.

In Süstedt arbeiten sie im Schichtbetrieb. Sergio hat vorher schon Arbeitserfahrungen im medizinischen Bereich gesammelt, für Barbara ist das Neuland. Beide haben keine Probleme, mit älteren oder kranken Menschen zu arbeiten. Im Gegenteil: Sie freuen sich auf ihre künftigen Aufgaben und wollen sich sowohl beruflich als auch persönlich weiterentwickeln.

„Die Leute hier sind sympathisch und geben klare Anweisungen. In Spanien herrscht auf der Arbeit meistens schlechte Stimmung“, lobt Barbara ihre neuen Kollegen und ihren Arbeitgeber. Beide Praktikanten können sich vorstellen, auch nach der Ausbildung in Deutschland zu bleiben. Barbara möchte irgendwann in ihr Heimatland zurückkehren, für Sergio ist es sogar denkbar, auf Dauer hierzubleiben.

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