Hunde, Katzen, Fische und Co. sind auf dem Friedhof Treuedank in Schwarme beerdigt

Letzte Ruhestätte für tierische Lieblinge

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Inge und Karl-Heinz Klatt aus Syke pflegen auf dem Tierfriedhof in Schwarme das Grab ihrer verstorbenen Hündin Sandy. Tobi, der Hund von Tierfriedhof-Inhaber Kurt Klee, leistet ihnen dabei Gesellschaft.

Schwarme - Von Anne Schmidtke. „Unsere Sandy ist hier gut aufgehoben“, sagt Inge Klatt aus Syke. Sie und ihr Mann Karl-Heinz haben ihren Collie vor etwa eineinhalb Jahren auf dem Tierfriedhof Treuedank in Schwarme (In der Heide 9) beerdigt. Die beiden kommen seitdem regelmäßig vorbei und pflegen das liebevoll gestaltete Grab ihres verstorbenen Lieblings.

„Wir haben Sandy mit sechs Wochen bekommen. Sie lebte zwölfeinhalb Jahre bei uns. Sie war ein Familienmitglied. Als sie starb, tat das unwahrscheinlich weh“, sagt Inge Klatt. Die Hündin sei immer für sie dagewesen. Sie habe zum Beispiel auf sie aufgepasst, wenn es ihr mal nicht so gut ging, und sich unwahrscheinlich gefreut, wenn sie abends von der Arbeit nach Hause gekommen sei.

„Wir wollten Sandy nach ihrem Tod nicht zum Abdecker geben, und in unserem Garten wollten wir sie auch nicht begraben“, erklärt Inge Klatt. Daher hätten sie und ihr Mann entschieden, den Hund auf den Schwarmer Tierfriedhof zu bringen. „Wir können hier jederzeit vorbeikommen. Das ist ein gutes Gefühl“, sagt Karl-Heinz Klatt.

Der Inhaber des etwa einen halben Hektar großen Tierfriedhofs ist Kurt Klee. Er betreibt die Begräbnisstätte seit sieben Jahren zusammen mit seiner Frau Petra. Gerne erinnert der 60-Jährige sich an die Entstehung des Friedhofs zurück: Er habe 2007 mit Freunden zusammengesessen und überlegt, was mit dem Acker gegenüber von seinem Hof passieren könnte. „Ich war früher Nebenerwerbslandwirt. Daher hatte ich die Fläche“, sagt Klee. Seine Freunde seien Hundeliebhaber, und im Laufe des Gesprächs sei die Idee entstanden, einen Tierfriedhof zu eröffnen. Klee: „Wenn erst einmal eine Idee in meinem Kopf herumspukt, muss ich diese auch umsetzen.“

Etwa zweieinhalb Jahre dauerte die Verwirklichung des Vorhabens. Am 1. Oktober 2009 eröffnete der Tierfriedhof Treuedank. „Wir haben rund 20 Beerdigungen im Jahr. Hier sind überwiegend Hunde und Katzen, aber auch Fische und Vögel begraben“, berichtet der Schwarmer. Seine Kunden kommen aus den Landkreisen Diepholz und Verden. Sie haben die Wahl zwischen Reihen-, Einzel- und Pseudo-Gräbern.

Pseudo-Gräber sind etwa für die Besitzer von Großtieren gedacht, die Klee auf seinem Friedhof laut Gesetz nicht begraben darf. „Sie müssen zum Abdecker“, erklärt Klee. „Wenn jemand sein Reitpferd verliert, kann er aber die Hufeisen oder ein Stück von der Mähne oder dem Schweif hier vergraben.“ Seine Tochter habe das Angebot genutzt, um einen Ort zum Trauern zu haben. „Wer möchte, kann sein Tier auch anonym begraben“, sagt Klee, der hauptberuflich als Saatzuchttechniker in einem Asendorfer Unternehmen arbeitet. Anonyme Bestattungen seien vor allem sinnvoll, wenn man keine Grabpflege betreiben wolle.

Die gesamte Fläche des Tierfriedhofs soll einmal mit Gräbern belegt sein. Jedes Grab bleibt sieben Jahre bestehen, bevor darin ein neues Tier beerdigt werden darf. Die Kunden bezahlen einmalig eine Pauschale von 100 Euro für die Bestattung und dann pro Jahr zwischen 50 und 70 Euro Pacht. Die genaue Summe hängt von der Tiergröße ab. „Die Pseudo-Gräber gibt es für einen ermäßigten Satz von 50 Prozent“, sagt Klee. Er selbst habe auch schon eigene Tiere auf dem Friedhof bestattet, zum Beispiel zwei Hunde und diverse Katzen. Er weiß aus Erfahrung, wie wichtig es ist, sich von den Begleitern zu verabschieden.

Eine Beerdigung läuft in der Regel wie folgt ab: „Die Kunden rufen an, wir verabreden einen Termin und dann kommen sie mit dem toten Tier vorbei“, sagt Klee. Nach dem Telefonat bereite er alles für die Bestattung vor. Das heißt, er gräbt ein Loch. Die Kunden können wählen, ob sie ihren Liebling in einem Holzsarg, einem Karton oder einem Leichentuch begraben wollen. „Wenn wir das Tier abgelegt haben, ziehe ich mich zurück und gebe den Besitzern Gelegenheit, am Grab Abschied zu nehmen. Einige haben Blumen dabei. Fast immer gibt es Tränen“, berichtet Klee. Nach der Bestattung bastele er auf Wunsch seiner Kunden für das Grab einen Holzrahmen und schnitze auf den Rahmen den Namen des verstorbenen Tiers. Wer möchte, kann auch ein Holzkreuz bestellen.

Viele Tierbesitzer kommen regelmäßig auf den Friedhof, um ihren Lieblingen einen Besuch abzustatten – zum Beispiel Renate Friese. Die Bruchhausen-Vilserin und ihr Mann haben drei Hunde – Jeanny, Debbie und Carl – in Schwarme bestattet. „So wie andere ihre verstorbene Oma besuchen, besuchen wir unsere Hunde“, sagt Friese.

Weitere Infos erhalten Interessierte unter Telefon 04258/292 oder im Internet. Allerdings ist die Webseite derzeit nicht verfügbar, weil sie überarbeitet wird. Im Sommer soll sie wieder online sein.

www.tierfriedhof-schwarme.de

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