Lautlose Armada „stromert“ herbei

Größtes E-Mobil-Treffen beim Dillertal

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Selten, schnell und bildschön: das erste Tesla-Modell, der Roadster.  

Br.-Vilsen - Von Ulf Kaack. Elektromobilität ist ein brandaktuelles Thema und wird kontrovers diskutiert. Wer mitreden will, konnte sich am Samstag aus erster Hand informieren, denn unter der Bezeichnung „Dille III“ wurde beim Gasthaus Dillertal zum dritten Mal Norddeutschlands größtes E-Mobiltreffen ausgerichtet.

„Zum Glück liegt Kopfsteinpflaster vor dem Dillertal, sonst wäre ich hier schon drei Mal über den Haufen gefahren worden“, sagte Wolfgang Goschnik aus Bruchhausen-Vilsen grinsend angesichts des dichten, vor allem aber lautlosen Verkehrs vor dem Gasthaus. Eine Armada von mehr als 100 Automobilen mit Elektroantrieb kam zum größten Treffen seiner Art in Norddeutschland „zusammengestromert“. Ihre Besitzer tauschten einerseits Erfahrungen aus, nutzten aber auch die Gelegenheit, die zahlreichen Besucher über die umweltfreundliche und moderne Art der Mobilität zu informieren.

Was sofort auffiel: Gegenüber dem Vorjahr hatte sich die Zahl der Besucher locker verdoppelt. Ein sicheres Zeichen für ein steigendes Interesse am Thema Elektromobilität. Außerdem signifikant: Es waren kaum Fahrzeuge deutscher Hersteller zu sehen. Vor allem Renault zeigte mit den Modellen Zoe, Kangoo und Twizy Flagge, Nissan mit seinem Leaf sowie diverse weitere Hersteller aus Fernost. Zahlreiche Model S von Tesla waren vertreten, außerdem ein seltener Roadster sowie zwei brandneue Model X-SUVs mit Flügeltüren. VW, BMW und Smart stellten gerade mal 20 Prozent der E-Autos. Das unterstreicht die allgemeine Sicht, dass die deutsche Automobilindustrie der neuen Technologie noch hinterherhinkt.

E-Auto-Treffen am Gasthaus Dillertal

Experten hielten verschiedene Vorträge, bei denen es um die technische Optimierung von elektrischen Fahrzeugen ging, aber auch um alternative Energien im privaten Hausbau in direktem Zusammenspiel mit der E-Mobilität. Die zentralen Themen im unmittelbaren Erfahrungsaustausch der Teilnehmer waren die altbekannten: Batteriekapazitäten und Reichweite. Problematisch gestaltet sich weiterhin das Laden der Akkus: Ein nach wie vor dünnes Ladesäulennetz, unterschiedliche Stecker- und Abrechnungssysteme schränken den Fahrspaß mit den lautlosen Stromern ein.

Dem widerspricht Karlheinz Dellbrecht, der mit seinem Renault Zoe aus Kassel angereist war. Seit einem Jahr ist er mit seinem Franzosen elektrisch unterwegs, ist begeistert und überzeugt: „Man muss einfach mit einer anderen Einstellung an die Sache herangehen. Fahrten mit dem E-Auto müssen – mit nur geringem Aufwand – geplant werden. Und ein wenig technischer Verstand ist erforderlich. Alles funktioniert halt etwas langsamer und dabei vorausschauender. Wer sich auf diese Philosophie einlässt, der wird mit der E-Mobilität gut klarkommen. Und die Zukunft verspricht ja massive Verbesserungen in all jenen Bereichen, in denen es im Moment noch zwickt.“

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