Kosten steigen auf drei Millionen

Kinder fühlen sich in Martfelder Kita-Neubau wohl

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Das neue Außengelände des Kindergartens kommt bei den Kindern und Erwachsenen gut an.

Martfeld - Von Mareike Hahn. Ein paar Pflaster- und Pflanzarbeiten stehen noch aus, das letzte Stück Rasen muss gesät werden, aber das Gros ist fertig. Und so erfüllen seit diesem Monat Kinderstimmen und -lachen die neue Martfelder Kindertagesstätte. Leiterin Ulrike Brinkmann ist begeistert von den frisch bezogenen Räumlichkeiten gegenüber dem Seniorenheim: „Alles ist sehr schön geworden. Wir fühlen uns wohl. Die Kinder sind zufrieden, und die Eltern sind es auch.“

Eigentlich sollte der Umzug schon in der Osterzeit beginnen, doch stattdessen wurde es kurz vor den Sommerferien. Denn das Wetter spielte nicht immer mit, und nicht alle beauftragten Unternehmen hielten sich an die Absprachen, sodass sich die Arbeiten verzögerten: „Die Firmen sind bis oben hin voll. Wenn man einen sportlichen Terminplan hat und dann ein Gewerk später kommt, zieht das einen Rattenschwanz nach sich. Dann kann auch das nächste erst später loslegen“, sagt Bauamtsleiter Torsten Beneke. Cattrin Siemers, Ressortleiterin Bildung bei der Samtgemeinde, ergänzt: „Wenn Firmen nicht kommen oder keine Mitarbeiter haben, können wir leider nicht viel machen.“

Neben einigen Arbeiten auf dem 5000-Quadratmeter-Außengelände müssen nur noch Kleinigkeiten im Innenbereich erledigt werden: „Allgemeine Mängel wie eine klappernde Tür merkt man erst im laufenden Betrieb“, nennt Beneke beispielhaft. Langsam kehrt also der Alltag ein, nachdem die Einrichtung in der Umzugszeit ein paar Tage nicht die volle Betreuungszeit bieten konnte. Als kleine Entschädigung zahlt die Samtgemeinde allen Eltern je 100 Euro.

Zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen haben in dem Neubau, der rund 1000 Quadratmeter Grundfläche hat, jeweils ihren eigenen Bereich mit Gruppenraum, Waschraum und im Krippenbereich auch Schlafraum. Dazu kommen Küchen, Abstellräume, Büro, Personalraum, Therapieraum, Kopierraum, Bewegungsraum, Forscherraum, Elternzimmer und WC-Anlagen. Alles ist hell, freundlich und modern gestaltet. Eine Vollküche kann noch eingerichtet werden, wenn die Kapazitäten in der Mensa am Schulzentrum Bruchhausen-Vilsen nicht mehr ausreichen, in der zurzeit das Mittagessen für die Kinder zubereitet wird.

Kindergartenleiterin Ulrike Brinkmann (Dritte von links) und Verwaltungsmitarbeiterin Cattrin Siemers mit ein paar Kindern in einem der neuen Gruppenräume.

Knapp drei Millionen Euro hat die Baumaßnahme inklusive Grunderwerb laut Siemers gekostet, ursprünglich hatte die Samtgemeinde als Bauherrin mit rund 2,4 Millionen gerechnet. „Leider haben wir keine Fördermittel bekommen“, sagt Siemers. Zu den höheren Kosten beigetragen hätten eine erst nicht vorgesehene Lüftungsanlage und eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach. „Außerdem konnten wir, anders als zunächst gedacht, vieles aus der Schulstraße nicht mitnehmen“, ergänzt die Verwaltungsmitarbeiterin.

Denn das alte Kita-Gebäude an der Schulstraße wird weiter genutzt: Zwei Kindergartengruppen sind noch dort untergebracht. „Wir hoffen, dass das nicht mehr nötig sein wird, wenn der neue Kindergarten in Schwarme fertig ist“, sagt Siemers. Wie berichtet, will die Lebenshilfe dort bis Sommer 2020 eine zusätzliche Kindertagesstätte bauen.

Dass der Neubau in Martfeld schon zum Start zu klein sein würde, war nach Siemers‘ Angaben zu Beginn der Planungen vor fast drei Jahren nicht absehbar. „2016 hatten wir zehn Anmeldungen für die Krippe, 2017 waren es 28 und 2018 noch mehr. So schnell kann man nicht gegensteuern“, sagt sie und verweist auf viele Zuzüge sowie gesetzliche Neuerungen wie die Beitragsfreiheit und den flexiblen Einschulungstag, der es Eltern, deren Kinder das sechste Lebensjahr zwischen dem 1. Juli und dem 30. September vollenden, ermöglicht, die Einschulung um ein Jahr zu verschieben. Brinkmann fügt hinzu: „Die Kinder kommen immer jünger, viele mit einem Jahr.“ Das habe Auswirkungen auf die Gruppenstärke im Krippenbereich: „Wenn mehr als sieben Kinder unter zwei Jahre sind, kommen nur zwölf Kinder in eine Gruppe. Sonst sind es 15.“

Theoretisch wäre es möglich, den Martfelder Neubau zu erweitern, aber Siemers geht davon aus, dass sich die Situation entzerren wird, sobald die neue Schwarmer Kita fertig ist.

Den Kurzen ist all das egal. Sie waren in der vergangenen Woche glücklich, nach den Innenräumen auch den Außenbereich einweihen zu dürfen. „Die Kinder haben sich schnell eingelebt“, sagt Brinkmann. „Ich war positiv überrascht, dass die Krippenkinder hier schon am ersten Tag gut eingeschlafen sind.“

Am Samstag, 29. September, um 13 Uhr wird der Neubau offiziell eingeweiht. Ein Tag der offenen Tür beginnt um 14.30 Uhr.

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