SERIE „LANDWIRTSCHAFT HEUTE“

Familie Schweers übernimmt Betrieb „Spargel Paul“ und startet mit neuer Marke durch

Ein „megaspannendes“ Projekt: Mit der Marke „Quer Feld Fein“ wollen Landwirt Volker Schweers und seine Partnerin Silja Ravens verstärkt in die Direktvermarktung der landwirtschaftlichen Produkte einsteigen.
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Ein „megaspannendes“ Projekt: Mit der Marke „Quer Feld Fein“ wollen Landwirt Volker Schweers und seine Partnerin Silja Ravens verstärkt in die Direktvermarktung der landwirtschaftlichen Produkte einsteigen.

Süstedt – Familie Schweers steht eine aufregende Zeit bevor: Sie steigen ab dieser Saison in das Spargelgeschäft ein und wollen mit einer neuen Marke voll durchstarten.

„Das ist ein mega-spannendes Projekt. Und eine Mega-Bereicherung, die uns die nächsten Jahre prägen wird“, ist Volker Schweers überzeugt. Wer sich mit dem Süstedter Landwirt unterhält, hört das Wort „mega“ oft und spürt schnell die große Begeisterung, mit der der 42-Jährige sein Projekt „Quer Feld Fein“ an den Start bringt. Unter dieser mittlerweile geschützten Marke will er verstärkt in die Direktvermarktung seiner landwirtschaftlichen Produkte einsteigen. „Wir wollen das Produkt vom nackten Acker bis zum Endkunden bringen“, erzählt der Landwirtschaftsmeister. „Das ist eine runde Sache.“

Gerade jetzt ist die Zeit für ihn, seine Partnerin Silja Ravens und alle Beteiligten besonders aufregend und spannend: Denn Volker Schweers hat die Flächen, Maschinen und Geräte des insolventen Betriebs „Spargel Paul“ in Hoyerhagen übernommen und betreibt diese ab dieser Saison unter seiner Regie. Die neue gegründete HoyaLandSpargel GmbH & Co. KG kümmert sich um den Anbau und das Pflanzen des Spargels. 180 Hektar Ackerfläche sind dafür vorgesehen, Volker Schweers‘ Berufskollege Jens Otten ist im Spargelanbau für ihn tätig.

Diese Betriebserweiterung passt in die Strategie, die er und seine Partnerin verfolgen: „Wir haben uns schon vor einiger Zeit entschieden, neue Wege zu gehen.“ Das bedeutet aktuell ganz konkret, dass das Personal eine deutliche Aufstockung erfährt. Normalerweise zählt der konventionelle Betrieb zwischen zwölf und 14 Festangestellte. In der Spargelsaison werden es 240 Menschen sein. Die Unterkünfte für die überwiegend rumänischen Saisonarbeiter hat Volker Schweers umfassend renovieren lassen.

Der Einstieg in den Spargelanbau soll mehr sein als nur eine Eintagsfliege

„Wir wollen für die Mitarbeiter ein Umfeld schaffen, in dem sie sich wohlfühlen“, unterstreicht er. Ganz bewusst möchte der Landwirt auf das Wohl der Mitarbeiter statt auf schnellen Profit setzen. „Dann stellt sich langfristig der Erfolg ein“, ist er sich sicher. Für ihn und seine Partnerin, die die kaufmännische Leitung hat, soll der Einstieg in den Spargelanbau und dessen Vermarktung mehr sein als nur eine Eintagsfliege. „Wir wollen das schon 20 Jahre oder länger betreiben“, sagt der 42-Jährige.

Eigentlich sei der Betrieb ganz normal aufgestellt gewesen – mit Ackerbau, Schweinemast und einer Biogasanlage. Gerade im Ackerbau sollte die Bewirtschaftung aber nachhaltiger werden. „Deswegen sind wir mit dem Anbau von Roter Bete vor sechs Jahren in den Gemüsebereich eingestiegen“, skizziert Volker Schweers die Anfänge der Sonderkulturen in seinem Betrieb. Dann ging es weiter mit Möhren, es folgten Speise- und Chipskartoffeln.

Und auch im Getreidebereich entschied er sich für neue Wege und begann vor zwei Jahren mit dem Anbau von Urgetreide wie Emmer, Einkorn und Dinkel. Für diese Getreidearten hat der Betrieb eigens eine Schälmaschine angeschafft, die das Schälgetreide von Spelzen befreit. All diese Produkte wollten Volker Schweers und Silja Ravens eigentlich über das Internet vermarkten. Dann kam der Spargel – und mit ihm ab sofort rund 20 Verkaufsstellen rund um Bremen, die unter der Marke „Quer Feld Fein“ im Wesentlichen Spargel, aber auch die anderen Produkte der Familie Schweers und viele weitere Artikel wie Kaffee, Tee, besondere Fruchtaufstriche oder an einzelnen Verkaufsständen auch Bio-Eis vom Hof Kämena aus dem Bremer Blockland verkaufen.

Hofläden mit großem Produkt-Portfolie - Familie Schweers will Direktvermarktung fördern

Besonders groß wird das Produkt-Portfolio in den drei Hofläden sein, die perspektivisch in Barme, Schwarme und Hoyerhagen ihren Platz finden sollen. „Wir wollen mit unserer Marke eine Kette durchbrechen und den Menschen direkt unsere Produkte frisch anbieten“, sagt Volker Schweers, der neben dieser Form der Vermarktung auch weiterhin auf die Zusammenarbeit mit Verarbeitern setzt, die beispielsweise aus seinen Möhren Saft machen. Wichtig ist für den Landwirt bei all seinem Tun vor allem eines: „Das, was man macht, sollte man gerne machen.“ Dass das bei ihm so ist, daran lässt der 42-Jährige keinen Zweifel.

Die Lernkurve, die er und der ganze Betrieb gerade nehmen würden, sei enorm. Warenlogistik, Kassensystem, Rechnungswesen oder Arbeitszeiterfassung – allesamt ganz neue Herausforderungen. „Ich hatte mich vorher auch nie mit Marketing beschäftigt“, nennt der Landwirtschaftsmeister ein Beispiel für all die Inhalte, die aktuell auf seinen Betrieb einströmen. Alles laufe gerade im Mega-Zeitraffer ab, sagt Volker Schweers. Ein guter Umgang mit den Mitarbeitern ist ihm wichtig. „Wir produzieren ehrliche Produkte – und das soll sich durchziehen vom Mitarbeiter bis zur Ladentheke“, betont er.

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