Landschaftsplanerin stellt Ideen für Gestaltung von drei Plätzen im Ortskern vor

In Vilsen soll es sprudeln

+
Als „schön, aber nackt“ bezeichnete Planerin Christina Stoffers den Engelbergplatz. Sie riet, dort Bäume zu pflanzen.

Br.-Vilsen - Von Mareike Hahn. Als sie begann, Vilsen zu erkunden, war ihr erster Gedanke: „Es ist ja ausgesprochen schön hier, was wollen die eigentlich von mir?“. Als sich Christina Stoffers genauer im Ortskern umsah, kamen ihr dann aber doch einige Ideen für Verbesserungen. Welche, das erklärte die Expertin vom Büro für Garten- und Landschaftsplanung in Petershagen am Mittwochabend ihrem Auftraggeber, dem Bauausschuss des Fleckens Bruchhausen-Vilsen. Im Fokus der „groben Vorplanung“ standen die Plätze vor dem Modegeschäft Bullenkamp und vor der Drogerie Schuback sowie der Engelbergplatz.

Zunächst gab es ein dickes Lob für den Flecken: „Im Ortskern ist ein klares Konzept erkennbar, und es sind edle Materialien verwendet worden“, sagte Stoffers. Positiv aufgefallen seien ihr zum Beispiel die verbindenden Elemente wie die Skulpturen vor NKD und vor Bullenkamp sowie das „Wasser“. Diesbezüglich nannte die Diplom-Ingenieurin den Brunnen auf dem Engelbergplatz sowie die Pumpen vor Bullenkamp und an der Brautstraße. Noch mehr Identifikation durch wiederkehrende Elemente schaffen und „es fließen lassen“ – das waren zwei zentrale Vorschläge der Expertin.

„Wir sind hier im Vilsa-Land“, sagte Stoffers. „Damit können Sie wuchern: Lassen Sie es sprudeln!“ Sie empfahl, auf dem „etwas trostlosen“ Platz vor Schuback nicht nur eine Skulptur, sondern auch einen großen Brunnen aufzustellen: „Ich stelle mir eine Mulde mit einem Findling vor, aus dem es heraussprudelt.“ Die Pumpe vor Bullenkamp sollte ins Zentrum des Platzes versetzt und wieder in Betrieb genommen werden. Das fließende Wasser hätte auch den positiven Effekt, subjektiv den Verkehrslärm zu mildern.

Denn es ist zu laut in Vilsen: „Wenn man vor Bullenkamp auf einer Bank sitzt und ein Auto kommt, geht das Gerappel los auf dem Kopfsteinpflaster. Das geht durch Mark und Bein“, sagte Stoffers, räumte aber gleich ein: „Klar, dass es keine Option ist, das Pflaster aufzureißen.“ Dennoch sollte ein Ziel sein, die Aufenthaltsqualität auf den zurzeit eher ungeschützten Plätzen zu verbessern.

Dabei könnten Abgrenzungen zur Fahrbahn helfen: Vor Schuback und Bullenkamp wäre es laut Stoffers sinnvoll, Beete anzulegen. „Man könnte an allen Plätzen wiederkehrende Pflanzenarten wie Rhododendren, Hortensien oder Rosen pflanzen. Und durch Blumenzwiebeln könnte ein üppiger Frühlingsflor entstehen.“

Bei den Überlegungen der Landschaftsplanerin spielte die Barrierefreiheit eine große Rolle. „Durch das Mäuerchen im Bereich zwischen Bullenkamp und der Kirche muss irgendwann eine Rampe gesetzt werden“, sagte sie. Überhaupt sei für eine Barrierefreiheit noch viel zu tun. So vermisste Stoffers Straßenübergänge vor Café Kornau und vor Bullenkamp. Und der Übergang vor der Sparkasse, der aus Naturstein besteht, sei für Gehandicapte schwer zu nutzen.

Fraktionen wollen über

Vorschläge beraten

„Echten Handlungsbedarf“ bescheinigte Stoffers dem Flecken angesichts der Bürgersteigverengungen vor Bullenkamp. „Die Bäume müssen versetzt werden, so kommt man da mit einem Rollstuhl oder Rollator nicht durch.“ Des Weiteren sollten nach ihrer Ansicht die beiden Stufen auf der Grünfläche Assessorstraße/Vilser Schulstraße verschwinden.

Die grüne Fläche zwischen Bullenkamp und Kirche würde die Expertin gerne aufwerten – mit Tischgruppen, einem Spielgerät für Kinder und vielleicht auch mit einem Bouleplatz.

Des Weiteren empfahl Stoffers, mehr Bänke aufzustellen: „Diese sollten Armlehnen haben und nicht zu tief sein. Denken Sie an die Senioren!“

Auch mehr Schilder wären wünschenswert. Bei ihren Besuchen in Vilsen hätten sie stets Fahrradtouristen nach dem Weg gefragt.

Als „sehr großzügig und schön“ bezeichnete die Planerin den Engelbergplatz – um sogleich einzuschränken: „Aber er ist auch sehr nackt.“ Sie regte an, dort ein paar Bäume zu pflanzen.

Und noch ein Vorschlag: „Geben Sie doch bitte den Plätzen vor Schuback und Bullenkamp einen Namen“, forderte Stoffers die Politiker auf. „Das schafft Identifikation.“

Die Ausschussmitglieder reagierten positiv auf Stoffers Überlegungen. „Die Gedanken sind sehr wertvoll“, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Heinrich Schröder (CDU), um das Aber hinterherzuschieben: „Was wir daraus machen, müssen wir sehen.“ Er befürchtete etwa, dass die Rampe zwischen Bullenkamp und Kirche zu teuer sein könnte. Die Politiker werden nun in ihren Fraktionen über die „Vorplanung“ beraten, um bei der nächsten Bauausschuss-Sitzung richtig in die Diskussion einzusteigen.

Mehr zum Thema:

CDU siegt bei Saar-Wahl - SPD profitiert nicht von Schulz

CDU siegt bei Saar-Wahl - SPD profitiert nicht von Schulz

Gewinner und Verlierer: Der Saarland-Wahltag in Bildern

Gewinner und Verlierer: Der Saarland-Wahltag in Bildern

4:1: Deutschland gelingt souveräner Sieg in Aserbaidschan

4:1: Deutschland gelingt souveräner Sieg in Aserbaidschan

Bilder und Noten: DFB-Elf holt souveränen Sieg in Aserbaidschan

Bilder und Noten: DFB-Elf holt souveränen Sieg in Aserbaidschan

Meistgelesene Artikel

Frühlingsmarkt lockt Besucher

Frühlingsmarkt lockt Besucher

Sattelzug blockiert Lange Straße

Sattelzug blockiert Lange Straße

Große Resonanz auf den Infotag der Kreismusikschule

Große Resonanz auf den Infotag der Kreismusikschule

Brummi-Fahrer pinkelt an Tankstelle 

Brummi-Fahrer pinkelt an Tankstelle 

Kommentare