Aber auch Rhabarber und Himbeere punkten in „Botschafter“-Produkten/Landrat zeichnet die drei Preisträger aus dem Landkreis aus

Schwarze Beere – eine Perle

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Gruppenbild am Holunderstrauch: (v.l.) Sven Schröder (Wirtschaftsförderer Wagenfeld), Thomas Humann (Vertriebsleiter Lütvogt), Hans Bockhop, Dirk Lütvogt, Cord Bockhop, Melanie Bockhop, Henning Rodekohr (Vilsa) und Bernd Bormann (Samtgemeinde-Bürgermeister Bruchhausen-Vilsen).

Graue - Von Anke Seidel. Für Landrat Cord Bockhop war es ein Heimspiel. Denn dort, wo er die drei „kulinarischen Botschafter 2015“ aus dem Landkreis Diepholz auszeichnete, ist er aufgewachsen. Der Hof Bockhop in Asendorf-Graue ist landesweit für seinen Holunderlikör prämiert worden, das Unternehmen Friedrich Lütvogt aus Wagenfeld für seine Rhabarber-Schorle „Lütts Landlust“ und das Unternehmen Vilsa aus Bruchhausen-Vilsen für seinen Himbeer-Spritzer.

Um den niedersächsischen „Botschafter“-Titel, der laut Wirtschafsförderung auch bei Einkäufern im Lebensmittel-Einzelhandel als Markenzeichen für ein exzellentes Produkt gilt, hatten sich landesweit 95 Hersteller mit 165 Produkten beworben.

Eine Fachjury aus Spitzenköchen, Sensorikern, Feinkostexperten und Produktentwicklern wählte am Ende 43 Produkte aus – drei davon aus dem Landkreis Diepholz. Dass wiederum zwei davon aus Bruchhausen-Vilsen stammen, erfüllte Samtgemeinde-Bürgermeister Bernd Bormann mit Stolz. Besondere Kreativität bescheinigte Landrat Cord Bockhop den drei Prämierten. Dahinter steht eine lange Tradition, daran ließ Melanie Bockhop keinen Zweifel. Gemeinsam mit ihrem Mann Hans bewirtschaftet sie den Hof in der sechsten Generation. Der Holunder-Anbau soll auf einen Hektar erweitert werden. Denn die schwarze Beere ist eine Perle: Saft und Fruchtaufstriche lassen sich aus ihr zaubern – oder besagter Holunderlikör, der jetzt als bester seiner Art in Niedersachsen gilt. Holunder ist gesund: Hippokrates (460 bis 377 vor Christus) nannte ihn einen „Medizinschrank“, Germanen sowie Kelten war er heilig – als Baum, in dem die Göttin wohnte.

Rha Barbarum – Fremdling: So nannten die Griechen die Pflanze von den Ufern der Wolga (Rha) mit großer Heilwirkung. Rhabarber ist elementarer Bestandteil von „Lütts Landlust“, einer Bio-Schorle von Lütvogt aus Wagenfeld. Dirk Lütvogt leitet das Traditionsunternehmen in vierter Generation – und präsentiert die Schorle ganz bewusst mit einem Hauch von Nostalgie: In Glasflaschen, in die genau wie früher der Schriftzug „Friedrich Lütvogt Wagenfeld“ eingeprägt ist. Und wie früher hat der in kleinen Mostereien gepresste Bio-Rhabarbersaft in jedem Jahr seine eigene Note – weil jedes Erntejahr anders verläuft.

Genauso wie Holunder und Rhabarber war einst die Himbeere unverzichtbar im Hausgarten. Sie gehört zu den Rosengewächsen und galt schon im Altertum als Heilpflanze.

Das Getränke-Unternehmen Vilsa in Bruchhausen-Vilsen hat diese rote Gartenperle zu einem Spritzer verarbeitet – einer innovativen Kombination aus Mineralwasser und Fruchsaft. Auch hinter diesem Produkt steht eine lange Tradition: Henning Rodekohr leitet Vilsa in der vierten Generation.

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