Zusage für Zuschuss zum Gemeindehaus / Gemeindeversammlung „sobald wie möglich“

Landeskirche hebt den Daumen für Neubau

Auf der Grünfläche an der Schulstraße in Vilsen soll der Neubau des Gemeindehauses entstehen. Kritiker befürchten, dass das historische Ortsbild rund um die Vilser Kirche gestört wird. Sind die Bäume am Kirchplatz belaubt, ist das Ensemble kaum zu erkennen. Daher entstand diese Aufnahme im frühen Frühjahr. Foto: anne-Katrin Schwarze

Br.-Vilsen – Seit 17 Jahren befasst sich die Kirchengemeinde Vilsen damit, sich räumlich verkleinern zu müssen und zu wollen. Jetzt ist sie einen großen Schritt weiter. Nach dem Kirchenkreis hat jetzt auch die Landeskirche einem Gebäudekonzept zugestimmt, das ebenso den Neubau eines Pfarrhauses wie eines Gemeindehauses vorsieht. Für den Kirchenvorstand hat der Bau eines adäquaten Wohnhauses mit Amtsräumen für den Vilser Pastor, derzeit Pastorin Hinrichsen-Mohr, Vorrang. Die Nachbarschaft und eine Gruppe Gemeindeglieder hingegen diskutiert die Pläne für ein neues Gemeindehaus kontrovers. Eine Gemeindeversammlung, bei der das Gebäudekonzept öffentlich vorgestellt werden soll, wird erneut verschoben – wegen der Auflagen des Landes zu Treffen während der Pandemie, teilt der Kirchenvorstand mit. „Wir werden sobald wie möglich dazu einladen“, sagt Peter Schmitz im Namen des Gremiums zu.

Ohne Kenntnis der Gemeinde zu Inhalt und Finanzierung der Pläne finde kein Spatenstich statt, verspricht er. Wie bei jedem anderen Bauvorhaben, bekommen die Bürger auch während der Antragsphase Gelegenheit, sich zu äußern. Mit dem Baubeginn rechnet Peter Schmitz nicht vor dem Jahr 2022. Derzeit sei ein Büro mit einem ersten Entwurf beauftragt.

Geplant ist, wie berichtet, ein Neubau an der Schulstraße/ Ecke Assessorstraße. Die Gemeinde hat ihren Platzbedarf mit etwa 300 Quadratmetern festgelegt. Die Diakoniestation wird weitere 130 statt ursprünglich angedachte 180 Quadratmeter nutzen. „Wir versprechen uns zahlreiche Synergieeffekte“, sagt dessen Leiter, Thomas Butenuth-Grünenbaum zu den gemeinsamen Plänen. „Größere Besprechungsräume können wir während unserer Arbeitszeiten ebenso nutzen wie die Kirchengemeinde zu ganz anderen Zeiten für ihre Aktivitäten.“

Das Gemeindehaus samt Grundstück am Hohen Kamp möchte die Kirchengemeinde verkaufen. Bisher ist dort die Tafel untergebracht. „Wir haben dieser Einrichtung zugesagt, auch im neuen Gemeindehaus Platz für sie zu schaffen, wenn es keinen besseren alternativen Standort geben sollte“, so Schmitz.

Auch die ehemalige Diakoniestation am Kirchplatz wird ihren Besitzer wechseln. Bis das neue Gemeindehaus bezugsfertig ist, werden diese Räume jedoch für kirchliche Angebote gebraucht.

Zunächst einmal soll aber die Pastorin in einer kircheneigenen Immobilie untergebracht werden. Das denkmalgeschützte Pastorenhaus gleich neben der Kirche erfüllt die Vorgaben an eine Dienstwohnung und getrennte Amtsräume nicht. Der Denkmalschutz lasse eine entsprechende Neuaufteilung der Räume nicht zu, erklärte Kirchenvorstandsmitglied Reinhard Kleinschmidt zu einem früheren Zeitpunkt.

Möglichst noch in diesem Jahr soll der Grundstein für ein neues Pfarrhaus gelegt werden – auf einem kircheneigenen Grundstück an der Brautstraße. Die Corona-Pandemie hat den Zeitplan allerdings verzögert, sagt Peter Schmitz. Und nicht nur den. Der bisher kalkulierte Eingenanteil an beiden Baumaßnahmen von einer halben Millionen Euro werde nach ersten Schätzungen nicht ausreichen. „Die Baupreise sind seit dieser Kalkulation gestiegen“, musste der Kirchenvorstand feststellen.

Für das Pastorenhaus greife man auf zweckgebundene Rücklagen zurück und verlasse sich für den Bau des Gemeindehauses auf zugesagte Fördergelder sowie den Verkaufserlös der beiden genannten Immobilien.

Die Neubaupläne sind vor allem entstanden, weil die Kirchengemeinde mehr Gebäudefläche besitzt, als sie aus eigenen Mitteln unterhalten kann. Zuschüsse vom Kirchenkreis sind abhängig von der Anzahl der Gemeindeglieder; Vilsen erhält daher für 315 Quadratmeter Unterstützung, verfügt jedoch über mehr als 700 Quadratmeter.

„Seit Jahren müssen wir einen Teil der Energiekosten aus dem ,freiwilligen Beitrag‘ bezahlen, statt diese Mittel für das uns wichtige inhaltliche kirchliche Leben nutzen zu können“, erklärt Reinhard Kleinschmidt. Sowohl das Pfarrhaus am Kirchplatz als auch das Gemeindehaus am Hohen Kamp sind aus energetischer Sicht nicht mehr zeitgerecht. Auch die Raumaufteilung in Pfarr-, Gemeindehaus und ehemaliger Diakoniestation entsprächen nicht mehr den Bedürfnissen.

Teile der Bevölkerung diskutieren, ob sich ein Neubau architektonisch in das historische Ortsbild mitten in Vilsen einfügen kann. Wie alle anderen Bauvorhaben, müssen die Pläne auch den Rat der politischen Gemeinde passieren. Aus zwei Gesprächen mit dem geschäftsführenden Verwaltungsausschuss des Fleckens habe der Kirchenvorstand das Signal mitgenommen, die begonnene Planung fortzuführen, sagt Peter Schmitz.

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