Landberatung sieht Strukturwandel

Der Druck auf die Landwirte nimmt zu

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Bei der Versammlung: (von links) der scheidende Vorsitzende Joachim Wicke, sein Nachfolger Nils Ehlers, der zweite Vorsitzende Frank Hünecke und Geschäftsführer Henning Lohmann.

Ochtmannien - Viele landwirtschaftliche Betriebe befinden sich aktuell in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Das machte der Vorsitzende Joachim Wicke während der Mitgliederversammlung der Landberatung Grafschaft Hoya im Gasthaus Puvogel in Ochtmannien deutlich.

Bevor er auf das vergangene Jahr zurückblickte, begrüßte Wicke neben etlichen Mitgliedern auch Gäste von verschiedenen Banken, von der Niedersächsischen Landgesellschaft, vom Landvolk sowie von den benachbarten Beratungsringen aus Nienburg und Sulingen.

Der scheidende Vorsitzende (siehe Infokasten) erklärte, dass es besonders bei Milchviehhaltern und Ferkelerzeugern aufgrund niedriger Erlöse zunehmend zu Liquiditätsengpässen komme: „Der Druck zu hohen Leistungen in den Betrieben ist weiter gestiegen.“ Zudem belasteten die kritische Diskussion über die konventionelle Landwirtschaft und die hohen bürokratischen Anforderungen – beispielsweise durch die Agrarreform im Frühjahr 2015 – zahlreiche landwirtschaftliche Familien.

„Nachfrage nach

Beratung sehr hoch“

Nach mehreren Jahren sehr hoher Investitionstätigkeit hätten die Mitgliedsbetriebe 2015 aufgrund der wirtschaftlichen Lage weniger investiert. Dazu beigetragen habe auch die Verschärfung der rechtlichen Bestimmungen für landwirtschaftliches Bauen.

Über die Arbeitsschwerpunkte in der Landberatung Grafschaft Hoya im vergangenen Jahr berichtete der Geschäftsführer Henning Lohmann. „Die Nachfrage nach Beratung war auch 2015 sehr hoch“, teilte er mit. „Allerdings haben sich die Inhalte der Beratungsarbeit stark verändert.“

In den vorherigen Jahren hätten Fragen zu betrieblichen Investitionen im Vordergrund gestanden. In den jüngsten Monaten hingegen hätten sich die Berater oft mit der Finanzplanung der Betriebe beschäftigt.

Neben dem klassischen Thema „Produktionstechnik im Ackerbau und in der Viehhaltung“ bearbeitete der Verein auch viele Fragen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen und zum Energiepflanzenanbau. Die Rahmenbedingungen ändern sich schnell.

Durch die gestiegenen Anforderungen an die betriebliche Dokumentation der Nährstoffflüsse waren die Mitarbeiter der Landberatung ebenfalls häufig gefordert. Acht Berater stehen den Kunden für alle Fragen rund um die Betriebsführung zur Verfügung.

Die Zahl der Mitgliedsbetriebe ist 2015 leicht gesunken, dies ist laut Pressemitteilung im Wesentlichen auf den anhaltenden Strukturwandel zurückzuführen. In der Landberatung sind augenblicklich 233 Betriebe mit einer durchschnittlichen Größe von 135 Hektar organisiert. Die Mitgliedsbetriebe sind damit im niedersächsischen Vergleich überdurchschnittlich groß.

Über die betriebswirtschaftliche Beratung berichtete Henning Lohmann. Zu diesem Bereich gehört besonders die Auswertung der Jahresabschlüsse. Im abgelaufenen Jahr sichtete die Landberatung etwa 150 Abschlüsse von Betrieben. „Die Ergebnisse werden in einer Stärken-Schwächen-Analyse gemeinsam mit den Betriebsleitern besprochen“, erklärte Lohmann. „Auch 2015 waren große Unterschiede festzustellen.“

Die Berater besuchten im vergangenen Jahr Seminare der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft und des Fachverbands Biogas. Außerdem nehmen sie an einem regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit den Beratern der Landwirtschaftskammer und des Landvolks teil.

Wahlen:

Die Versammlung bestätigte Dennis Struß (Ochtmannien) als Vorstandsmitglied. Joachim Wicke (Martfeld), ebenfalls Mitglied im Vorstand, stellte sich auf eigenen Wunsch nicht erneut zur Wahl. Als Nachfolger gehört Christian Hohnholz (Dünsen) nun zum Vorstand.

Der zweite Vorsitzende Frank Hünecke und Geschäftsführer Henning Lohmann bedankten sich bei Joachim Wicke für zehn Jahre „erfolgreiche Arbeit“ als Vorsitzender der Landberatung. Neuer Vorsitzender ist Nils Ehlers aus Süstedt.

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