Kleinigkeiten aus dem Mahagoni-Schrank

Kontaktlos einkaufen: In Sandra Danowskis „kleinem Laden“ ist das möglich

Sabine Danowski bastelt für ihr Leben gern.
+
Sandra Danowski bastelt für ihr Leben gern.

Martfeld – An der Kirchstraße in Martfeld steht ein ganz besonderer Schrank. Sandra Danowski bestückt diesen täglich mit Kerzen, Postkarten und weiteren Geschenkideen.

Ihr erster Weg führt Sandra Danowski jeden Morgen vor die Haustür. Vor dem Haus an der Kirchstraße 26 in Martfeld, in dem sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter lebt, öffnet sie dann zwei andere Türen, nämlich die eines besonderen Schranks. Den bestückt sie dann mit kleinen und größeren Geschenkideen: Etageren, Postkarten, Kerzen oder anderen Präsenten, die man sich selbst oder anderen schenken kann.

„Der kleine Laden“ steht auf der großen Eichenbohle, die über dem Mahagoni-Schrank hängt, hinter dessen Glasscheiben sich all die kleinen und größeren Nettigkeiten verbergen.

„Gebastelt habe ich schon mein Leben lang“, erinnert sich die 43-Jährige. Nachdem sie mit ihrem Mann Dieter viel auf Märkte gefahren ist, überlegte sie, was sie selbst dort verkaufen könnte. „Mit Drahtschmuck habe ich angefangen“, sagt die Martfelderin. Dann begann sie, Etageren zu fertigen und entdeckte das Nähen für sich. „Nach der Nähmaschine ist dann der Plotter bei uns eingezogen“, schmunzelt sie. Damit zaubert die angehende Erzieherin nach Feierabend im Bastelzimmer Entwürfe unterschiedlicher Designer auf Kerzen, Tassen oder Postkarten. „Ich probiere für einige Designer Plots aus, um zu sehen, wie diese auf den einzelnen Gegenständen wirken“, sagt Sandra Danowski.

Ein „kleiner Laden“ vor der Tür: Zunächst nutzte Sandra Danowski (links) zum Präsentieren ihres Angebots zwei Plexiglaswürfel. Doch sie benötigte im Laufe der Zeit mehr Platz, und so steht nun ein Mahagoni-Schrank an der Kirchstraße in Martfeld. Tochter Emmi (rechts) ist stolz auf ihre Mutter.

Da die Corona-Lage ihr einen Strich durch die Rechnung und die Teilnahme an Märkten unmöglich machte, überlegte sie sich etwas, um ihre Arbeiten auf andere Art und Weise an den Mann und die Frau zu bringen. „Denn ich bastele und gestalte sehr gerne.“ Eine Freundin in Schleswig-Holstein machte etwas Ähnliches und stellte einen kleinen Laden vor die Tür. „Die Idee fand ich so gut, dass ich das auch machen wollte“, erzählt die 43-Jährige. Für den Start nutzte sie zwei Plexiglaswürfel, die sie mit ihren Erzeugnissen bestückte und an der Straße positionierte.

Schnell stellte sie fest, dass sie mehr Platz benötigte. „Mein Lädchen war aus den Kinderschuhen gewachsen“, sagt sie. Dann fand sie online einen Mahagoni-Schrank, der zu verschenken war. Kurzerhand holten sie und ihr Mann Dieter das gute Stück ab, er schraubte es an die Hausaußenwand, setzte ein kleines Dach drauf und montierte das Ladenschild, das eine Freundin Sandra Danowski geschenkt hatte, gleich oben drüber. Fertig war „der kleine Laden“.

Ein echter Hingucker: Sandra Danowski experimentiert gern mit Stäbchenparkett, leimt die einzelnen Teile aneinander und versieht das Ergebnis mit verschiedenen Sprüchen und Farben.

„Kerzen und Postkarten mit guten Sprüchen gehen am besten“, hat Sandra Danowski festgestellt. Gerade das seien Kleinigkeiten, mit denen man anderen Menschen in dieser immer noch herausfordernden Zeit eine Freude machen könnte. Zudem biete ihr Laden die Möglichkeit, kontaktlos einzukaufen. Was dem Betrachter gefällt, kann er mitnehmen, wenn er das Geld persönlich in die im Schrank stehende Kasse geworfen oder via PayPal überwiesen hat.

Bereits zwei Mal jedoch ist die Hobbykünstlerin bereits beklaut worden. Auch wenn der Hauptaspekt, ihren kleinen Laden zu betreiben, kein finanzieller sei: Wenn Menschen sich einfach bedienten, ärgert sie das. „Für mich sind die Basteleien ein Ausgleich, meine Prioritäten liegen auf meiner Arbeit und der Schule“, unterstreicht die 43-Jährige, die im Kindergarten als Sozialassistentin arbeitet und derzeit parallel zum Job eine Ausbildung zur Erzieherin absolviert. Daher nimmt sie auch aktuell kaum Auftragsarbeiten an, sondern setzt in ihrer Freizeit die Bastel-Ideen um, an denen sie persönlich den größten Spaß hat. Das kann das Herstellen von Buttons sein, aber auch das Experimentieren mit Stäbchenparkett, das – zusammengeleimt und mit den richtigen Farben und Sprüchen versehen – zu einem echten Hingucker wird.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Reiserückkehrer rausgerechnet: Landkreis Diepholz lockert Corona-Regeln

Reiserückkehrer rausgerechnet: Landkreis Diepholz lockert Corona-Regeln

Reiserückkehrer rausgerechnet: Landkreis Diepholz lockert Corona-Regeln
Unfall endet tödlich: Lkw erfasst Radfahrer zwischen Bassum und Harpstedt

Unfall endet tödlich: Lkw erfasst Radfahrer zwischen Bassum und Harpstedt

Unfall endet tödlich: Lkw erfasst Radfahrer zwischen Bassum und Harpstedt
Aus dem Sulinger Land 4 000 Kilometer durch den Balkan für den guten Zweck

Aus dem Sulinger Land 4 000 Kilometer durch den Balkan für den guten Zweck

Aus dem Sulinger Land 4 000 Kilometer durch den Balkan für den guten Zweck
A 1-Ausbau zwischen Ahlhorner Heide und Stuhr wirft Schatten voraus

A 1-Ausbau zwischen Ahlhorner Heide und Stuhr wirft Schatten voraus

A 1-Ausbau zwischen Ahlhorner Heide und Stuhr wirft Schatten voraus

Kommentare