Künstlerporträt: Margit Arndt

„Malen, ein anstrengender Prozess“

Süstedt - Von Dagmar Voss. „Kunst ist meine Leidenschaft“, sagt die Süstedter Malerin Margit Arndt. Das glaubt man ihr sofort, wenn sie beschreibt, wie ihre Werke entstehen, wie sie malt und malt und malt – meist in Serien und mit einem selbst gesetzten Thema. Dabei arbeitet sie mit allem, was sie in die Finger kriegt, ob nun Stifte oder Pinsel, Weichkreide oder Acryl.

Zurzeit sind es Häuser, denen sie sich mit einer fast schon manischen Besessenheit widmet. Quadratische Kartons dienen als Untergrund für dieses Motiv: „Und das letzte ist immer das beste, ich steigere mich von Bild zu Bild.“ Die Formen verdichten sich, aus geraden Linien werden organische Formen, deren dingliche Wirklichkeit aber bestehen bleibt.

Wenn ihr etwas nicht gefällt, dann wird es umgearbeitet. Da kann es schon passieren, dass sie alte Arbeiten zerschneidet und daraus neue Collagen fertigt, bis sie damit zufrieden ist.

Da sieht man dicht aneinander gedrängte Häuser in kräftigen Farben, die allerdings eher ohne besondere Kennzeichen auskommen; die scheinbar einen gemeinsamen Tanz vollführen, ohne Ecken und Kanten auskommen oder sich wie im Kreis wiegen. Nichts ist perfekt, alles ist im Aufbruch, es gibt keinen tatsächlichen Abschluss. Arndt hat über die Jahre einen expressiven, unverwechselbaren Stil gefunden.

„Es ist immer ein anstrengender Prozess, denn ich habe einen großen Anspruch an mich und bin extrem selbstkritisch – wenn ich mich nicht selbst reflektiere, komme ich nicht weiter“, sagt das zierliche Energiebündel. Um sich entwickeln zu können, braucht sie die Einsamkeit. Sie bleibt authentisch und freiheitsbewusst, ihre schöpferischen Kräfte scheinen sich zu vervielfältigen, wenn man die Serien betrachtet.

Die gebürtige Dänin studierte an der Werkkunstschule Hildesheim und ist seit 1992 als freischaffende Malerin tätig. „Schon mein Kunstlehrer auf der Schule war sich sicher, dass ich zur Künstlerin geschaffen bin, denn er war erstaunt darüber, wie unglaublich die Verdichtung in meinen Bildern ist.“ Doch beruflich ging sie zunächst den Weg der Erzieherin mit einer sonderpädagogischen Zusatzausbildung. Sie arbeitete unter anderem an Kunst-Projekten mit behinderten Kindern.

Margit Arndt hatte in Norddeutschland schon viele Ausstellungen. 2006 erhielt sie den Kulturpreis des Landkreises Diepholz. Noch bis zum Herbst sind ihre Bilder im Kulturcafé Scheune in Bruchhausen-Vilsen zu sehen.

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