Kindergarten Haendorf vergrößert sich

Krippenkinder spielen jetzt im Wohnzimmer

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Sabine Jägemann (links) spielt mit Emilia am neu angeschafften Leuchttisch. Dieser fördert die Sinneswahrnehmung und die Kreativität. Der Tisch ist nur eine der Neuerungen im Kindergarten Haendorf, über die sich Cattrin Siemers (Mitte) von der Samtgemeinde und Leiterin Corinna Peth (rechts) sehr freuen.

Haendorf - Von Vivian Krause. Neue Räume, neuer Außenbereich, neue Mitarbeiter – im Kindergarten Haendorf tut sich einiges. Dazu hat einerseits die Samtgemeinde als Trägerin eine Menge Geld in die Hand genommen, andererseits der Kindergarten mehrere Förderanträge gestellt. Mit Erfolg.

Für die Sanierung, den Aus- und Umbau des Kindergartens am Haendorfer Weg investierte die Samtgemeinde rund 200 000 Euro. „Mit dem Geld wurde viel erreicht“, sagt Cattrin Siemers, Fachbereichsleiterin Bildung bei der Samtgemeinde-Verwaltung. Einen neuen Anstrich und Akustikdecken bekamen die vorhandenen Räume des Kindergartens nach und nach in den vergangenen drei Jahren. Zudem wurde jetzt eine komplette Wohnung kernsaniert. Diese grenzt direkt an das Kindergartengebäude an und war zuvor durch die Gemeinde Asendorf vermietet worden. Jetzt wohnen in der Hausnummer 10 die Krippenkinder, die im ehemaligen Wohnzimmer spielen und bald im ehemaligen Garten toben.

Neue Räume für das Personal notwendig

Begonnen hatten die Bauarbeiten am Gebäude Anfang Mai. „Die Handwerker haben wirklich sehr schnell gearbeitet“, sagt Corinna Peth, Leiterin des Kindergartens. „Hier hat sich jeden Tag was getan.“ Die Planungen hatten im Herbst vergangenen Jahres begonnen. „Das ist schon sportlich in diesem Zeitraum“, betont auch Siemers.

Das Erdgeschoss ist bereits fertig und wird durch die Krippenkinder und ihre Betreuer genutzt. Dazu machten die Handwerker einen Durchbruch zur ehemaligen Wohnung. Deren Raumaufteilung passte perfekt für Gruppen- und Schlafraum, Küche und sanitäre Anlage. Auch ein Außenbereich steht den Kids bald zur Verfügung.

Im Obergeschoss entstehen laut Peth Personalräume. Bis jetzt müssen Mitarbeiterversammlungen oder Elterngespräche in dem Büro der Kindergartenleiterin stattfinden. Da die Krippengruppe Hasen in Zukunft statt bis 14 bis 15 Uhr betreut wird, sind ohnehin weitere Aufenthaltsräume für die Mitarbeiter nötig, erklärt Peth.

Samtgemeinde zahlt Integrationskraft

Der vorherige Gruppenraum der Krippenkinder wurde zum Therapieraum der Integrationsgruppe, auch I-Gruppe genannt. Denn der Kindergarten ist nicht nur seit Juni eine Sprachkita, er hat zudem seit dem 1. August eine Integrationsgruppe. Diese Gruppe ist kleiner als Regelgruppen. Sie besteht statt aus 25 aus 18 Kindern. Der Grund: Vier Kinder mit erhöhtem Förderbedarf werden darin betreut. Zudem stellte der Kindergarten eine Fachkraft für Integration ein, die von der Samtgemeinde bezahlt wird, erklärt Cattrin Siemers. Somit wird die Gruppe jetzt von drei Erzieherinnen betreut – neben Jessica Döpke sind das Sabine Jägemann und seit dem 1. August Nicole Köhn.

Zuvor gab es diese Integrations-Gruppen innerhalb der Samtgemeinde lediglich im Kindergarten in Bruchhausen-Vilsen (zwei Gruppen) sowie in Martfeld (eine Gruppe). Insgesamt gibt es somit in der Samtgemeinde 16 Plätze für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Die Samtgemeinde erhält für jedes Kind zusätzlich rund 370 Euro pro Monat, welches in die Förderung fließt.

In Haendorf arbeiten die Kinder mit Logopäden, Ergotherapeuten und Kunsttherapeuten zusammen und fahren zur Reittherapie. Zudem hat der Kindergarten Material wie einen Leuchttisch angeschafft. Dieser fördert Fähigkeiten wie den Tastsinn oder die Kreativität.

Tag der offenen Tür am 21. Oktober

Um den Förderbedarf festzustellen, beobachten die Erzieher die Kinder. Bei Bedarf ziehen sie Antje Lüllmann, Fachberaterin Kindertagesstätten bei der Samtgemeinde, dazu. Sie schreibt einen Bericht und empfiehlt den Eltern eine Förderung. Die Entscheidung dafür liegt letztlich beim Gesundheitsamt, erklärt Peth.

Zudem beschäftigt der Kindergarten seit dem 1. August Pascal Stolze, der ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert sowie die Erzieherinnen Asaria Speer und Jenny Laupichler. Die Sprachfachkraft Meike Brüning unterstützt den Kindergarten bereits seit Juni und wird durch das Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ gefördert. Antje Drunagel wurde über das „QuiK“-Förderprogramm des Landes eingestellt. Der Grund dafür ist laut Peth die hohe Anzahl der Flüchtlingskinder. Die Kraft soll für Entlastung der Regelkräfte und damit für eine intensivere Förderung und Integration der zugewanderten Kinder sorgen.

Trotz der räumlichen und personellen Veränderungen im Kindergarten Haendorf ist die Gruppenanzahl gleich geblieben – es gibt die Bären (ehemals Frösche), die Schmetterlinge, die Hasen und die Mäuse.

Interessierte haben am 21. Oktober die Möglichkeit, sich ein eigenes Bild von den Veränderungen in Haendorf zu machen. Dann lädt der Kindergarten zu einem Tag der offenen Tür ein. Nähere Informationen dazu folgen.

In der Krippengruppe gibt es noch freie Plätze. Interessierte erreichen den Kindergarten unter Telefon 04253/1200. Weitere Informationen gibt es außerdem auf der Homepage des Kindergartens Haendorf.

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