Empfehlung des Sozialausschusses

Krippenbesuch und Essen kosten bald mehr Geld

Br.-Vilsen - Von Mareike Hahn. Der Krippenbesuch sowie das Mittagessen in Krippen und Kindergärten werden teurer. Das hat der Sozialausschuss der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen in seiner jüngsten Sitzung vergangene Woche im Rathaus einstimmig empfohlen.

Kitagebühren

Nach dem Willen des Gremiums wird der Regelsatz für eine Betreuungsstunde in der Kinderkrippe ab August 1,90 statt 1,70 Euro betragen. Folgt der Samtgemeinderat diesem Beschluss, zahlen die Eltern künftig rund 165 Euro im Monat für eine vierstündige Betreuungszeit am Tag. Wer sein Kind acht Stunden täglich in die Krippe schickt, muss 329 Euro monatlich berappen.

Kindergartengebühren

Den selben Stundensatz wie in der Krippe will die Samtgemeinde in Zukunft auch für die neunte Betreuungsstunde von Kindergartenkindern verlangen. Denn die Beitragsfreiheit für Drei- bis Sechsjährige gilt nur für bis zu acht Stunden am Tag, mehrere Kitas in der Samtgemeinde bieten aber noch eine weitere Stunde an.

Die geplante Gebührenerhöhung war kurz Thema im Ausschuss. Diskutiert wurde darüber nicht. Auch erwähnte Cattrin Siemers, Ressortleiterin Bildung bei der Samtgemeinde, nicht, wie hoch die Gebührenanhebung ausfällt.

Aber: Für eine Stunde im Kindergarten zahlen die Eltern bisher einen Regelsatz von 1,55 Euro. Das steht in der seit Sommer 2016 gültigen „Satzung über die Erhebung von Benutzungsgebühren für den Besuch von Kindertageseinrichtungen der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen“ (Link zur Satzung hier).

Mittagessen

Detaillierter ging Siemers auf die geplante Erhöhung des Elternanteils am Mittagessen in den Kitas ein: „Wir haben die Mensa ausgebaut für 250.000 Euro, einen anderen Caterer gesucht, kochen eine Mischkost aus Frischem und Tiefkühlkost, haben Fahrer eingestellt, die die Kindergärten beliefern, eine Arbeitsgruppe gebildet, die kontrolliert, ob die Qualität stimmt, und in den Kitas Küchenkräfte eingestellt.“

Ein Mittagessen koste die Samtgemeinde 4,60 Euro, fuhr Siemers fort. Aktuell müssen die Krippenkinder dafür im Monat 45 Euro zahlen, die Kindergartenkinder 54 Euro. Ab August sollen es 52 (Krippe) beziehungsweise 65 Euro (Kindergarten) sein.

„Um eine Kostendeckung zu erreichen, müssten wir auf 85 Euro erhöhen“, sagte Siemers. „Aber das ist nicht zumutbar.“ Sprich: Auch weiterhin zahlt die Samtgemeinde einen Zuschuss. Welche Mehreinnahmen die Samtgemeinde insgesamt durch die Gebührenerhöhungen erwartet, war kein Thema in der Sitzung.

Geänderte Satzung

Ebenfalls einmütig und ohne Diskussion votierte der Sozialausschuss für eine Neufassung der „Satzung über die Aufnahme und den Besuch von Kindern in den Kindertagesstätten der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen“. 

„Es geht darum, wie die Kinder aufgenommen werden, um Ferienregelungen und -öffnungszeiten“, sagte Ausschussvorsitzender Michael Albers (SPD). „Wir haben die neuen gesetzlichen Vorschriften eingearbeitet“, ergänzte Siemers. „So haben wir aufgenommen, dass die Krippenkinder grundsätzlich mit drei Jahren in den Kindergarten wechseln, sofern ein Platz frei ist.“ Ist keiner frei, bleibt das Kind zunächst in der Krippe, wird aber beitragsfrei gestellt.

Eine Neuerung in der Satzung betrifft die Ferienregelung in den Kindertagesstätten. „Wir haben bisher immer einen Notdienst angeboten, der aber nie in Anspruch genommen wurde“, sagte Siemers. „Deshalb nehmen wir das jetzt raus.“

Kommentar zu den steigenden Gebühren

Von Mareike Hahn

Beschwerden bitte ans Land

Die Eltern müssen ab August wohl mehr für den Krippenbesuch und das Mittagessen ihrer Kinder bezahlen. Dank der vom Land beschlossenen Beitragsfreiheit für Kindergartenkinder hat die Samtgemeinde keine andere Wahl, als die Gebühren zu erhöhen. Denn Niedersachsen lässt sich für seinen familienfreundlichen Beschluss feiern – und gleichzeitig die Kommunen auf einem großen Teil der Kosten sitzen. Die Samtgemeinde rechnet mit Mindereinnahmen von 150.000 Euro im nächsten Jahr, die auf den ohnehin schon hohen Zuschussbedarf von knapp drei Millionen Euro noch drauf kommen. Dass sie diesen Betrag durch höhere Gebühren wenigstens ein bisschen reduzieren muss, leuchtet ein. Wer sich darüber beschweren will, sollte das beim Land tun.

Die Eltern müssen ab August wohl mehr für den Krippenbesuch und das Mittagessen ihrer Kinder bezahlen. Dank der vom Land beschlossenen Beitragsfreiheit für Kindergartenkinder hat die Samtgemeinde keine andere Wahl, als die Gebühren zu erhöhen. Denn Niedersachsen lässt sich für seinen familienfreundlichen Beschluss feiern – und gleichzeitig die Kommunen auf einem großen Teil der Kosten sitzen. Die Samtgemeinde rechnet mit Mindereinnahmen von 150.000 Euro im nächsten Jahr, die auf den ohnehin schon hohen Zuschussbedarf von knapp drei Millionen Euro noch drauf kommen. Dass sie diesen Betrag durch höhere Gebühren wenigstens ein bisschen reduzieren muss, leuchtet ein. Wer sich darüber beschweren will, sollte das beim Land tun.

Rubriklistenbild: © dpa

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