Konzertgäste gehen bei „Three More Pints“ voll mit – mehr oder weniger

Jubelnd und innerlich tanzend

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So schnell durfte die Band nicht gehen: „Three More Pints“ musste fast bis Mitternacht Zugaben spielen.

Süstedt - Von Dagmar Voss. Irische Folkmusik ist hierzulande meist ein Garant für gute Stimmung. So war es auch wieder in der Nolteschen Scheune am Samstagabend. Die Band „Three More Pints“ spielte mit ihrem Celtic Pub Folk in Süstedt auf und sorgte für ein begeistertes Publikum – wahrscheinlich auch für manche weitere drei Halbe, wie ihr Name suggeriert.

Langes Mitklatschen und Mitsingen zeugten von Zuhörern, die ihrer Lieblingsmusik lauschten. Nicht mehr weit war es bis Mitternacht, als die letzten Akkorde der Rauf- und Sauflieder verklangen, als die letzte laut erklatschte Zugabe die Gäste gut gelaunt entließ.

Bis dahin brachten die vier Musiker in drei Sets ein gut gemischtes Potpourri zu Gehör: traditionelle irische und eigene Songs, Pop/Rock-Evergreens, Akustik-Pogo und auch mal Schunkler, dazu anrührende Balladen, Radioklassiker und Charthits. Vieles davon, was eigentlich hätte bekannt sein können, in ungewöhnlich eigenwilliger Interpretation, etwa ihr Auftakt „Rambling Rover“ oder das Shanty „Blow boys blow“.

Die selbst ernannte „Boygroup aus alten Haudegen“, das sind Sean O‘Inis, Leadsänger, Flöten-, Bodhrán- und Bagpipe-Spieler, Bobby McBrand mit Akkordeon, Bass, Gesang, Mr. Skandor (Keltische Zitter, Banjo, Percussion und Gesang) sowie Buster Donnegal an der Gitarre.

Mit viel Humor gab es zu den Stücken immer mal wieder amüsante Erklärungen oder Kommentare wie zu „Dirty Old Town“. Den Titel „Dreckige, alte Stadt“ verliehen sie an diesem Abend Ingolstadt: Deren Fußball-Team hatte gerade in letzter Minute bei Werder Bremen gewonnen. Da sang man doch gern mit.

„Aber eigentlich geht es vorwiegend um drei Themen bei den Iren und ihren Traditionals: Krieg, Frauen und Alkohol“, sagte Sean O‘Inis. Beispiele? „Whisky in the jar“, „Galway Girl“ und zum Thema Krieg die Qotenballade „Over the hills“ sowie das zeitgenössische „Two recruting Sergeants“. Es handelt von jugendlichen Straftäter, die sich anstatt für Haftstrafe für Einsatz in Afghanistan entscheiden – und feststellen müssen, dass es eine schlechte Wahl gewesen ist.

Eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ machten die humorvollen Bandmitglieder aus, denn nur eine Hälfte der Scheune war bestuhlt, auf der anderen konnten die bewegungsfreudigeren Gäste an Stehtischen zu den Songs mitschwingen. Tänzer konnten zwar nicht ausgemacht werden, aber Zuhörer, die das mit dem Tanzen immerhin schon bei ihrer Irlandreise in diversen Pubs geprobt hatten. „Das ist zwar in den Pubs eine ganz andere Philosophie, da wird improvisiert. Aber die Stimmung ist auch da klasse, und manchmal sind auch die Songs dieselben“, sagte Christiane Port, eine Konzertbesucherin aus Syke. Aber innerlich tanzend reichte für die lockere Atmosphäre vollkommen aus.

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