Kontrollierte Kollisionen

Stockcar-Rennen in Martfeld: Bei diesen Meisterschaften spritzt der Dreck

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Da spritzt der Boden: Stockcar-Rennen in Martfeld.

Martfeld - Motorengedröhn, Staub und Dreck sowie kontrollierte Kollisionen zuhauf: Wer auf solche Szenenarien steht, der konnte sich am Wochenende auf dem Martfelder Stockcar-Racingparcours „das volle Brett“ geben. Dort wurde der letzte Saisonlauf der Meisterschaften dieser noch recht jungen Motorsportvariante ausgetragen.

Am Ende stand mit Mathias Banehr sogar ein Lokalmatador als Gesamtsieger auf dem Podest, obwohl er durch einen Fahrzeugausfall beim Rennen in Martfeld nur Dritter geworden war.

Wer an einem Stockcar-Rennen teilnimmt, der hat gleich drei Gegner: die Uhr, die Kontrahenten auf der Piste und die eigene Courage. Es geht nicht nur darum, mit Top-Speed innerhalb von zehn Minuten die 500 Meter lange Piste zu umrunden. Als Stockcar-Pilot muss man auch Nehmerqualitäten in Sachen Dreck haben. Der Untergrund des Ovals besteht aus losem Sand. Ist es trocken, bilden sich dichte Staubfahnen hinter dem Rennboliden des Herausfahrenden. Bei Regen fliegen ihm die dicken Matschbrocken um die Ohren. Und auch das Publikum bekommt davon reichlich ab. Wohl dem, der robust gekleidet ist.

Mathias Banehr

Doch im Gegensatz zu den herkömmlichen Automobilrennen kommt hier noch ein weiteres Element hinzu, das Stockcar-Rennen für Fahrer und Zuschauer gleichsam spannend macht: kontrollierte Kollisionen. „Einen Crash zu verursachen, bringt dem Fahrer wertvolle Punkte und ist wichtiger Bestandteil des Reglements“, sagt Christian Porembski aus Heemsen, der mit einem nur äußerlich stark mitgenommenen Opel Astra am Start ist.

Auf der Ladefläche eines Trucks am Pistenrand sitzt eine ganze Reihe von hochkonzentrierten Wertungsrichtern, die streng über die Ereignisse wachen.

Wie es sich anfühlt, wenn man von der Piste geschossen wird, beschreibt Christian Porembski: „Im Cockpit habe ich einen großen Spiegel, in dem ich die Karambolage schon kommen sehe. Es rummst einmal gewaltig, lauter als der Motor, und die Schwerkraft ist unmittelbar aufgehoben. Massiv schießt Adrenalin in den Körper. Wie Achterbahnfahren fühlt sich das an. So unmöglich wie das klingt: So ein Abflug, gerade mit Überschlag, macht richtig Spaß.“

Gefährlich ist das nicht, auch wenn es für die Zuschauer so aussieht. Ein Gitterrahmen in der Fahrgastzelle schützt den Piloten. Ebenso der Helm und entsprechende Rennbekleidung. Wichtig: Ein Stabilisator im Nackenwirbelbereich verhindert wirksam ein Schleudertrauma. Sensible Fahrzeugteile wie der Kraftstofftank und der Kühler sind in den sicheren Innenraum verlagert. Sollte doch einmal etwas passieren – was bei Stockcar-Rennen äußerst selten der Fall ist – stehen Notfallmediziner und die Feuerwehr sofort einsatzbereit am Streckenrand.

Rund 1.000 Besucher und 40 Fahrer

Das Martfelder Rennwochenende jedenfalls war reich an Unfällen, für die Helfer hingegen frei von Einsätzen. 40 Fahrer waren am Start, darunter sechs Damen. Rund 1.000 Besucher zählten die Veranstalter. Und die verfolgten nicht nur das Renngeschehen, sondern nutzten die Gelegenheit zu einem Besuch im Fahrerlager. Das stand allen offen und bot spannende Einblicke hinter die Kulissen des Stockcar-Sports. Technische Fachsimpelei und Benzingespräche mit Fahrern und Mechanikern inklusive.

Stockcar-Meisterschaft auf dem Martfelder Racingparcours

 © Ulf Kaack
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Mathias Banehr war nicht nur der Organisationschef, sondern auch umjubelter Lokalmatador des Rennwochenendes. Aber: „Im zweiten Qualifying rammte mich ein Rivale ganz regelkonform am Heck“, berichtet der Martfelder. „Dabei hat sich bei meinem Ford Granada das Differenzial zerlegt. Stundenlang haben meine Mechaniker und auch die Techniker der Konkurrenzteams fieberhaft versucht, das Problem in den Griff zu kriegen. Am Ende reichte die Zeit dazu nicht mehr aus.“ Trotzdem reichte es für den Gesamtsieg.

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