Finale der „Call of Duty League“

Fabian Robbe aus Bruchhausen-Vilsen ist E-Sport-Kommentator

Br.-Vilsen – Er ist die Stimme des E-Sport. Fabian Robbe aus Bruchhausen-Vilsen hat am Sonntag die Ehre, das Finale der „Call of Duty League“ im Fernsehen zu kommentieren.

Einige jagen auf dem Rasen dem Ball hinterher, andere kämpfen um die beste Zeit beim Schwimmen und wieder andere zielen mit einem Pfeil auf eine runde Scheibe. Alle drei sind Sportarten, die in Deutschland etabliert sind. Was jedoch noch nicht derart bekannt ist, ist der sportliche Wettkampf in Computerspielen, der sogenannte E-Sport. Für den 25-jährigen Fabian Robbe aus Bruchhausen-Vilsen ist dieser Begriff aber schon lange kein Fremdwort mehr.

So war er selbst knapp sechs Jahre intensiv aktiv und maß sich mit anderen internationalen Spielern beim Ego-Shooter-Game „Call of Duty“. Gleichzeitig war er bereits als Kommentator dabei. Seit 2019 hat er allerdings die Seiten gewechselt und übernimmt nun ausschließlich die Rolle des Kommentators. Zunächst nur in kleinem Rahmen, später reiste er dafür sogar schon mehrmals in die Schweiz. Am kommenden Sonntag um 23 Uhr übertragt der Sender ProSieben Maxx nun erstmals live aus Amerika das Finale der „Call of Duty League“ auch im deutschen Fernsehen. Mit dabei: Fabian Robbe aus Bruchhausen-Vilsen. Er hat als Experte und Kommentator die Ehre, den Wettkampf zu begleiten. „Als der Anruf von ProSieben Maxx kam, habe ich mich riesig gefreut, diese Anerkennung zu bekommen, und musste mich erstmal setzen“, erinnert sich der Student an einen für ihn unglaublichen Moment.

„Call of Duty“ zieht Fabian Robbe mit 18 Jahren in den Bann

Seitdem er 18 Jahre alt ist, hat ihn „Call of Duty“ nach eigenen Angaben in den Bann gezogen. „Mein Team und ich waren gut. Natürlich nicht auf dem Niveau, wie die Spieler, die jetzt am Sonntag gegeneinander antreten, aber wir mussten uns nicht verstecken. Wir gehörten zu den Top 32 von rund 400 bis 500 Teams aus Europa“, sagt er sichtlich stolz. Doch umso besser man werde, umso zeitintensiver werde das Ganze auch.

Der 25-jährige Fabian Robbe aus Bruchhausen-Vilsen kennt sich mit Shooter-Spielen aus. Seit sieben Jahren ist er fasziniert von „Call of Duty“.

2019 hat Fabian Robbe dann entschieden, die spielerische Seiten zu beenden. Seitdem ist er ausschließlich als Kommentator aktiv. Nicht nur bei „Call of Duty“, auch bei Wettkämpfen des Fußball-Video-Spiels „Fifa“ oder des Online-Taktik-Shooter-Spiels „Counter Strike“ habe er schon seinen Senf dazu gegeben. „Zunächst organisierte ich eigene Turniere auf Twitter und Twitch und kommentierte die. Auf diese Weise habe ich auch meinen jetzigen Kollegen, der mir am Sonntag zur Seite steht, kennengelernt“, erklärt Fabian Robbe seinen Werdegang. Im Allgemeinen übte er seine Aufgabe als Kommentator bisher viel von zu Hause aus, war aber dafür auch schon in der Schweiz. „Wenn ich daheim einen Wettkampf begleite, warne ich vorab schon einmal die Nachbarn. Wenn etwas Krasses passiert, kann die Stimme schließlich mal etwas lauter werden“, sagt er und lacht.

Für das Finale der „Call of Duty League“, bei dem sieben nordamerikanische Teams und eines aus Kanada antreten, wurde er jedoch in ein Berliner Studio geordert. Von dort aus soll er gemeinsam mit seinen Kollegen das Turnier in Amerika kommentieren.

ProSieben Maxx überträgt Finale der „Call of Duty League“

„Vor der Corona-Pandemie fanden die Events meistens in amerikanischen Stadien mit knapp 12.000 Zuschauern statt. Die vergangenen Turnierrunden der League wurden auch schon im Fernsehen übertragen. Die letzten haben im Schnitt rund 100.000 Leute von zu Hause aus mitverfolgt. Ich bin sehr gespannt, wie es um die Zahlen im Finale steht“, freut sich Fabian Robbe auf seinen Auftritt bei ProSieben Maxx.

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Aktuell steckt der 25-Jährige bereits mitten in der Vorbereitung. „Man muss seine Stimme vorher schonen. Ich trinke täglich einen Ingwer-Shot. Es wäre blöd, wenn man während des Wettkampfs seinen zweiten Stimmbruch bekommt“, erzählt er. Darüber hinaus arbeitet sich der Student derzeit durch eine Vielzahl von Infos. „Bei solchen Pro-Turnieren erhält man vorab massiv Informationen über die Spieler und zahlreiche Statistiken. Die schaue ich mir an, und baue sie später mit ein.“

Studium hilft beim „Call of Duty“-Engagement

Für seinen Job sei auch sein Studium nicht ganz unbrauchbar. Der Zusammenhang zwischen Germanistik und Geschichte auf Lehramt und den Aufgaben eines Kommentators bei dem Ego-Shooter-Game „Call of Duty“ ist allerdings nicht sofort erkennbar. „Naja, Germanistik hilft mir halt dadurch, dass ich meine eigene Sprache kennenlernen kann und sich mein Wortschatz erweitert. Mit Geschichte kann man das Spiel ja auch an der ein oder anderen Stelle verbinden, beispielsweise wenn das aktuelle Spiel-Setting während des Kalten Kriegs spielt“, erklärt Fabian Robbe die Bezüge.

Mit seinen Kommentaren versucht der Bruchhausen-Vilser stets, alle Altersgruppen abzuholen. Zwischenzeitlich gebe es immer wieder Einspieler, in denen die verschiedenen Modi des Spiels erklärt werden. Auch die Grundlagen würden erläutert. „Aber wenn man zu viel erklärt, geht das Ganze auch irgendwann kaputt“, gibt er zu.

Aber für Fabian Robbe ist das schließlich kein Neuland. Er ist fasziniert von „Call of Duty“ und seinem Job als Kommentator. „Man hat es ja selbst gespielt, und dann darf man zusehen, wie die Besten der Besten gegeneinander antreten, die krassesten Momente miterleben und die Zuschauer selbst mitreißen“, erläutert er seine Leidenschaft. Darüber hinaus erfordere das Computerspiel enorm viel taktisches Können und eine sehr gute Hand-Augen-Koordination. Es sei also nicht nur „Krieg spielen“, verdeutlicht der 25-Jährige und führt in diesem Zuge eine Langzeitstudie an. „Forscher untersuchten bereits, ob es einen Zusammenhang zwischen steigendem aggressivem Verhalten und Shooter-Spielen gibt, und es zeigte sich, dass dies nicht der Fall ist.“ Außerdem sei es enormer Spaß, sich gemeinsam mit Freunden in dem Spiel zu treffen, sich währenddessen über eine Kommunikationsplattform zu unterhalten und gemeinsam zu siegen. „Das löst einfach Glücksgefühle aus.“

Auf die Frage, warum er den Job als Kommentator nicht hauptberuflich ausübt, sagt Fabian Robbe: „Klar, habe ich das stets im Hinterkopf. Aber E-Sport und insbesondere ,Call of Duty‘ sind in Deutschland leider noch nicht so anerkannt.“ Er wäre aber auch nicht abgeneigt, einmal ein Fußballspiel zu kommentieren. „Da hätte ich super Bock drauf!“

Rubriklistenbild: © richard hübner/prosieben maxx

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