Kleine Teile werden zu einem Großen

„Durchgang“ von Janusz Duda im Rathaus Bruchhausen-Vilsen eröffnet

Laudator Dr. Dr. Wolfgang Griese (links) mit dem Künstler Janusz Duda vor einem der Hauptwerke der neuen Ausstellung im Rathaus. - Foto: Karin Neukirchen-Stratmann

Br.-Vilsen - Rund ein Dutzend Kunstinteressierte hatten sich am Sonntagvormittag im Rathaus der Samtgemeinde eingefunden, um die neue Ausstellung „Durchgang“ mit Arbeiten des Diepholzer Künstlers Janusz Duda bestaunen zu können.

In seiner rund 20-minütigen Laudatio schuf Kunstkenner Dr. Dr. Wolfgang Griese (Br.-Vilsen) einen detaillierten Einblick in die Schaffenswelt des gebürtigen Polen Duda und brachte den Anwesenden die Intentionen des Künstlers näher. „Als freischaffender Künstler weiß er, dass der Kunstgeschmack grundsätzlich viele Facetten hat, und dass er darüber hinaus mit der Zeit zusätzlichen Veränderungen unterliegt“, sagte Griese. „Da Duda vor dem Hintergrund einer äußerst positiven Weltsicht auch ein Menschenfreund ist, möchte er alle mit seiner Kunst glücklich machen.“ So seien die Werke des Künstlers in den Augen vieler Betrachter „dekorativ“, aber auch „Katalysator, um zu meditieren, um nachzudenken oder um zu philosophieren.“

Werke bestechen durch ihre Intensität

In der Ausstellung im Rathaus sind großformatige, aber auch kleine Formate der abstrakten Werke des Künstlers zu sehen. Gerade um seine großformatigen Werke auch im kleinen Atelier entstehen lassen zu können, greift Duda, wie Wolfgang Griese darstellte, auf ein Bildergänzungssystem zurück. „Er bemalt mehr oder weniger handliche Bildfelder, die er dann wie ein Puzzle zu einem großformatigen Bildganzen zusammenfügt, um es dann entsprechend dem Fortgang des Malprozesses sukzessiv weiterzuentwickeln.“ So entstanden auch drei großformatige Werke für die Ausstellung „Schöpfung in Farbe“, die 1992 in der Thomaskirche in Espelkamp zu sehen war, und die Wolfgang Griese für seine Laudatio per Beamer an die Wand warf.

Mit Blick auf die gezeigten Werke im Rathaus erklärte Griese: „Sie bestechen zunächst durch die Intensität und Leuchtkraft der Farben sowie durch ihre ausgewogenen und zum Teil leicht wirkenden Kompositionen.“ Bei einem detaillierten Vergleich der in der Thomaskirche ausgestellten Bilder mit den Werken im Rathaus zog Griese Parallelen in Form- und Farbgebung. „Die Analogie ist offensichtlich“, erklärte er. Leider, so der Laudator auf Nachfrage aus dem Publikum, hängen die Werke heute nicht mehr in der Kirche. Es habe sich nicht um Auftragsarbeiten gehandelt. „Es war eher Zufall, dass diese Ausstellung in der Kirche zustande kam“, sagte Duda.

Der Künstler bedankte sich bei Wolfgang Griese für die ausführliche Einführung in seine Arbeitsmethodik und die gezeigten Bilder im Rathaus. Er lud die Besucher gleich zu einer weiteren Ausstellung in Diepholz ein, die auch am Sonntag öffnete.

neu

Die Ausstellung im Rathaus Bruchhausen-Vilsen ist bis zum 20. Oktober zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen: Montag, Mittwoch und Freitag von 8 bis 13 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 8 bis 18 Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Intensives Training am Donnerstag

Intensives Training am Donnerstag

„Tag der Menschen mit Behinderungen“ auf dem Freimarkt

„Tag der Menschen mit Behinderungen“ auf dem Freimarkt

Nachgefragt: Das sind die beliebtesten Gewinne auf dem Freimarkt 

Nachgefragt: Das sind die beliebtesten Gewinne auf dem Freimarkt 

Diese Gewinne liegen beim Freimarkt voll im Trend

Diese Gewinne liegen beim Freimarkt voll im Trend

Meistgelesene Artikel

Intercity beschossen? Zug stoppt im Bahnhof Diepholz

Intercity beschossen? Zug stoppt im Bahnhof Diepholz

Ersatzhaltestelle wird aufgehoben

Ersatzhaltestelle wird aufgehoben

Wenn das Leben zum quälenden Rätsel wird

Wenn das Leben zum quälenden Rätsel wird

Für Erpressung fehlt der Gewalt-Nachweis

Für Erpressung fehlt der Gewalt-Nachweis

Kommentare