Kleiderschrank ist grüner geworden

Leonie Sophie Siemers aus Asendorf besteht den Jugendjagdschein

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Leonie Sophie Siemers freut sich über die bestandene Jägerprüfung, und Jagdhund-Mix Asta wittert schon viele gemeinsame Einsätze in Feld und Flur.

Asendorf - Von Karin Neukirchen-Stratmann. Leonie Sophie Siemers aus Asendorf kommt aus einer Jägerfamilie. Vor Kurzem hat sie, mit 16 Jahren, den Jugendjagdschein gemacht. Schon früh kam sie mit der Jagd in Berührung.

„Wenn alle Jäger auf dem Hof bei meinem Opa waren, da habe ich immer zugesehen. Aber da dachte ich noch, ,Tiere schießen kann ich nicht‘.“ Mit ihrem Vater ging Leonie Sophie dann im Alter von neun Jahren auf den Hochsitz. „Ich kann mich gut erinnern, da kam eine Ricke mit einem Kitz auf die Wiese, hat das Kitz dort abgelegt, und wir konnten das die ganze Zeit beobachten. Das war toll.“ Später dann ging Leonie Sophie nicht mehr so oft mit, das Interesse hatte nachgelassen.

Ihre Mutter, Ayten Siemers, belegte im vergangenen Jahr einen Jagdkurs, um ihren Jagdschein abzulegen. „Da bin ich häufiger mitgefahren und fand das alles ganz spannend. Auch der Zusammenhalt unter den Teilnehmern war toll“, blickt die 16-Jährige zurück. So reifte in ihr der Wunsch, ebenfalls den Jagdschein zu machen. „Auch, weil ich mich so gerne an die ersten Erfahrungen auf dem Hochsitz zurückerinnert habe, als wir die Ricke mit Kitz gesehen hatten“, erzählt Leonie Sophie.

Acht Monate lang die Schulbank gedrückt

Acht Monate lang hieß es dann die Schulbank zu drücken in einem Lehrgang der Jägerschaft Diepholz. Vieles aus dem Kurs fiel der Schülerin leicht, wenn es etwa um Pflanzen oder Tiere ging. „Schwieriger war dann schon die Waffenhandhabung. Auch wenn ich damit aufgewachsen bin, es hieß ja immer ,Waffen sind tabu‘.“ Der erste Besuch auf dem Schießstand war ebenfalls eine Herausforderung. „Aber am Ende hat alles gut geklappt“, sagt die 16-Jährige.

Viel Zeit für andere Hobbys, etwa das Handballspielen, blieb in der Zeit des Jagdkurses nicht mehr. „Handballspielen habe ich daher auch aufgehört, aber ich möchte jetzt ganz gerne wieder einsteigen“, sagt Leonie Sophie.

Auch als Teamerin unterwegs

Im Konfirmandenunterricht in Broksen, wo sie bis vor einigen Monaten noch lebte, betreut sie als sogenannte Teamerin den Konfirmandenunterricht der Viertklässler mit.

In ihrem Freundeskreis erntete Leonie Sophie durchaus positive Rückmeldungen ob ihres Jagdscheins. „Einige haben gesagt ,Wie cool, dass du das machst‘, andere hat es gar nicht interessiert.“ Eines hat sich auf jeden Fall geändert: „Mein Kleiderschrank ist grüner geworden“, sagt die Jungjägerin und lacht.

Mit dem „grünen Abitur“ in der Tasche darf Leonie Sophie „auf den Hochsitz, wenn eine volljährige Person dabei ist.“ Mit Begleitung darf die 16-Jährige Wild schießen sowie Munition und eine Waffe tragen.

Von ihrem Opa hat Leonie Sophie für den bestandenen Jagdschein einen Bockabschuss geschenkt bekommen. „Das muss aber noch ein bisschen warten, vorher will ich auf jeden Fall noch auf dem Schießstand üben“, sagt die 16-Jährige.

Der Jugendjagdschein

Mit dem Jugendjagdschein, den man ab 16 Jahren erwerben kann, hat der Jungjäger ein eingeschränktes Jagdrecht erworben und somit keinen vollwertigen Jagdschein. Ab dem 18. Lebensjahr wird dieser eingeschränkte Jugendjagdschein automatisch und ohne weitere Jägerprüfung von der Behörde zum vollwertigen Jagdschein erklärt. 

Der Jugendjagdschein erlaubt dem Jungjäger zwar die Jagd, nur muss dies unter Aufsicht eines jagdlich erfahrenen Erziehungsberechtigten oder einer vom Erziehungsberechtigten schriftlich beauftragten volljährigen und jagdlich erfahrenen Begleitperson geschehen. An Gesellschaftsjagden darf der Inhaber eines Jugendjagdscheins nur als Treiber und nicht als Schütze teilnehmen. 

Bei der Einzeljagd mit Begleitung darf der Besitzer eines Jugendjagscheins Wild schießen, Munition und Waffe tragen, aber außerhalb der Jagd keine Munition oder Waffen selbst besitzen. Auch zum Übungsschießen ermächtigt der Jugendjagdschein sowie zum Leihen von Waffen und Munition. Informationen über neue Lehrgänge finden sich bei den Jägerschaften Diepholz und Syke im Internet: www.ljn.de/jaegerschaften/diepholz/ und www.ljn.de/jaegerschaften/syke/.

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