„goraSon“ entzündet ein Balkanfeuerwerk

Klang der Berge, Klang mit Herz

In der „Kastanie“ (von links): Karin Christoph, Miroslav Grahovac und Reinhard Röhrs. - Foto: hfr

Hollen - Von Horst Friedrichs. Die Ähnlichkeit ist beabsichtigt, also alles andere als zufällig: „goraSon“ klingt wie das spanische „Corazón“, und das heißt „Herz“. Wie viel Herzblut und Spielfreude in ihrer Musik stecken, bewiesen die Mitglieder des Trios „goraSon“ am Samstagabend während eines Konzerts vor ausverkauftem Haus im Theaterrestaurant „Die Kastanie“ in Martfeld-Hollen. Inhaber Erwing Rau begrüßte die zahlreichen Zuhörer.

Der Bandname „goraSon“ ist eine Wortkomposition aus „Gora“, das in osteuropäischen Sprachen „Berg“ bedeutet, und „Son“, was im romanischen Sprachraum für „Klang“ steht. In der Sprache der Musik indessen verdeutlichten die drei Musiker von „goraSon“ ohne Worte und mit virtuoser Leichtigkeit, was ihren „Klang der Berge“ ausmacht. So brachten sie Balkan- und Klezmer-Sound ebenso in die „Kastanie“ wie etwa argentinischen Tango. Eine Musikvielfalt, die, gepaart mit instrumentaler Perfektion, das Publikum „goraSons“ in Hollen ebenso begeisterte wie auf einer kürzlichen Frankreich-Tournee und bei zahlreichen Auftritten in Deutschland.

Das verbindende Balkanfeuerwerk zwischen Geige und Kontrabass entfachte der aus Serbien stammende Miroslav Grahovac mit seinem Bajan, einer osteuropäischen Variante des chromatischen Knopfakkordeons. Grahovac stieß als Dritter im Bunde zu dem neu gegründeten Trio „goraSon“, nachdem Geigerin Karin Christoph und Bassist Reinhard Röhrs schon zuvor viele Jahre gemeinsam musiziert und mit der Klezmerband „Trio kali gari“, die Thomas Denker komplettierte, Tourneen durch ganz Europa unternommen hatten.

Ihre Klangpalette von ganz leisen Tönen bis hin zu eruptiven Synkopen-Kaskaden setzten Karin Christoph, Miroslav Grahovac und Reinhard Röhrs ausgesprochen gefühlvoll und bis ins kleinste Detail perfekt ein, um den Zuhörern ein harmonisches Bild der Herkunftsländer ihrer Musik zu vermitteln. Nach dem Auftakt mit Astor Piazollas „Libertango“ waren das überwiegend die Regionen des Balkans und die Landschaften im Osten Europas. Einführende Wegweiser zu den geografischen und erzählerischen Hintergründen der einzelnen Stücke gaben Reinhard Röhrs und Karin Christoph mit humorgewürzten Erläuterungen. Für ihre brillanten musikalischen Umsetzungen der Themen belohnten die Zuhörer die Akteure auf der „Kastanien“-Bühne mit begeistertem Applaus.

Als wahre Ausnahme-Geigerin mit tänzerischer Leichtigkeit erwies sich einmal mehr Karin Christoph. Ihre klassische Ausbildung und die Lehrzeiten bei ungarischen und moldawischen Geigern klangen in den breitgefächerten Ausdrucksformen wider, die sie auf ihrem Instrument zu erzeugen vermag. Reinhard Röhrs aus Bremen, ein Kontrabassist par excellence, sorgte mit seinem reichen Erfahrungsschatz aus rhythmischem und solistischem Wirken für das fundamentale und nicht zuletzt anfeuernde Element des Trios. Mit ihrem Gesang vervollkommneten Röhrs und Christoph solo und auch gemeinsam die Lieder, deren Bedeutung von leicht bis inhaltsschwer reichte.

Erwing Rau legte den Gästen ein weiteres Konzert, das am Donnerstag, 20. Oktober, ab 20 Uhr in der „Kastanie“ stattfindet, ans Herz: In Hollen gastiert dann „Iva Nova“, eine vierköpfige Frauenband aus St. Petersburg, die ihre russische Seele von Punkrock bis Polka ausbreitet.

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