Kleinbahnmuseum auch dank Kindermanns

Der „Kindermannweg“ ehrt ein besonderes Ehepaar

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Dem Ehepaar Kindermann wurde unter Beisein von Fleckenbürgermeister Lars Bierfischer (rechts) und weiteren Gästen der „Kindermannweg“ gewidmet.

Br.-Vilsen - Von Karin Neukirchen-Stratmann. Renate und Harald O. Kindermann leben schon viele Jahre in Bruchhausen-Vilsen. Aus Hamburg zog es die beiden vor rund 50 Jahren her. Der Grund: die Museumseisenbahn. Denn Harald O. Kindermann war einer der Gründer dieser Erfolgsgeschichte im Luftkurort.

Zunächst hatte er zusammen mit seiner Frau und zwei weiteren Mitstreitern den Plan, die Hamburger Kleinbahn Ohlstedt-Wohldorf zur Museumsbahn umzuwandeln. Als 27-Jähriger hatte Kindermann 1961 versucht, den Hamburger Senat von dieser Idee zu überzeugen – ohne Erfolg. Drei Jahre brauchte der Senat für den negativen Bescheid, durch den sich Harald Kindermann aber nicht entmutigen ließ.

Ein Dank an den Zufall

1964 gründete er zusammen mit seiner Frau und zwei weiteren Eisenbahnfreunden den Deutschen Eisenbahn-Verein (DEV). Fleckenbürgermeister Lars Bierfischer blickte zur Enthüllung des Straßenschildes „Kindermannweg“ auf die Entstehungsgeschichte zurück. „Wie das so oft ist, kam der Zufall den Eisenbahnbegeisterten zur Hilfe. Der damalige Betriebsleiter der VGH bot dem Verein die Strecke Bruchhausen-Vilsen–Heiligenberg an. Und so entstand das Kleinbahnmuseum im Luftkurort.“

Am 2. Juli 1966 konnte der DEV auf der Kleinbahnstrecke von Bruchhausen-Vilsen nach Asendorf die „Erste Museums-Eisenbahn Deutschlands“ eröffnen. „Sie ist damit das älteste deutsche Eisenbahn-Freilicht-Museum“, betonte Bierfischer und lobte gleichzeitig die große Bedeutung für den Luftkurort.

Kindermanns wohnen nun im Kindermannweg

Die Idee, das Ehepaar Kindermann für ihre Verdienste besonders zu ehren, kam dem Rat schon im vergangenen Jahr im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten der Eisenbahn. Der Weg entlang der Gleise vom Bahnhof bis zur Ostlandstraße habe sich angeboten. Und das auch, weil Kindermanns dort ihr Domizil haben.

„Für mich ist es heute eine Premiere, einen Weg zu widmen,“ sagte der Bürgermeister. Nur einmal habe es dies zuvor im Flecken zu Lebzeiten des Geehrten gegeben. „Das war 1972, als der damalige Bürgermeister Heuermann die Bürgermeister-Ahlers-Straße in Homfeld einweihte.“

Engagiertes Ehepaar soll im Gedächtnis bleiben

Bierfischer lobte die „herausragenden Leistungen“ des Ehepaares. Harald O. Kindermann ist nicht nur bei der Museums-Eisenbahn, sondern auch in vielen Vereinen aktiv, unter anderem dem Verschönerungsverein (VVV), der Deutsch-Polnischen Gesellschaft, „und er hat sehr aktiv in einer Arbeitsgruppe zum Tourismuskonzept mitgearbeitet“, zählte Bierfischer auf. Durch die Widmung des Wegs sollen „die Personen dauerhaft im Gedächtnis der Menschen bleiben.“

Für Renate und Harald O. Kindermann ist das Engagement selbstverständlich. Der 82-jährige Kindermann bekam als Kind schon eine Modelleisenbahn, fing dann Feuer. Später fotografierte er Privatbahnen, schrieb darüber Artikel für eine Fachzeitschrift. So keimte dann der Wunsch, eine solche Privatbahn zu erhalten. Und so entstand am Ende das Kleinbahnmuseum im Luftkurort.

Feier in der Museums-Eisenbahn

Harald O. Kindermann betonte in seiner kurzen Dankesrede, „als Einzelperson kann man so etwas gar nicht schaffen, das geht nur mit vielen Händen.“ Er dankte auch der Gemeinde für die Unterstützung über all die Jahre.

Nach einem Imbiss im Alten Gaswerk und einer Führung durch den Bahnhof ging es, wie sollte es anders sein, mit der Museums-Eisenbahn auf die Strecke.

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