Peter Buchenau und Marina Tinz bringen „Männerschnupfen reloaded“ auf die Bühne

Keuchend, röchelnd und schniefend

Peter Buchenau und Marina Tinz unterhielten im Gasthaus Mügge mit dem Kabarett-Comedy-Programm „Männerschnupfen reloaded“. Foto: Regine Suling

Br.-Vilsen - Von Regine Suling. Er kommt ohne Vorwarnung, dann aber gewaltig – der Männerschnupfen, der auch den härtesten Typen in die Knie zwingt. „Echte Geburtswehen kommen nicht an den Männerschnupfen heran“, verkündete Peter Buchenau, der gemeinsam mit Marina Tinz mit der Duo-Kabarett-Comedy-Show „Männerschnupfen reloaded“ am Samstag im Gasthaus Mügge in Bruchhausen-Vilsen im voll besetzen Saal unterhielt.

„Hat’s hier echte Männer?“, wollte er wissen – und nur zögerlich reckten sich ein paar Hände in die Höhe. „Kommt ihr mal schnell nach vorne“, sagte er. Einer der beiden Herren war mutig und wurde mit einer CD belohnt, ein Bühnenauftritt indes drohte wider Erwarten doch nicht. „Es kratzt auf einmal so im Hals. Ich glaube, ich kann nicht mehr lange weitermachen“, sagte Buchenau und verschwand von der Bühne.

Kurz darauf erschien eine Frau: „Er hat mir gar nicht gesagt, dass heute Organversammlung ist.“ Organversammlung? „Ich bin’s, die Leber vom Peter. Er hat mir gesagt, ich darf nicht mitspielen. Die Nase stiehlt mir immer die Show und schleimt sich überall ein“, verkündete die Leber alias Marina Tinz, die an diesem Abend in unterschiedliche Rollen schlüpfte. Sie mimte nicht nur die Leber vom Peter, sondern auch seine Frau und seine Hausärztin.

„Schatz, hier geht es um mein Leben. Öffne die Jalousie, ich möchte ein letztes Mal die Sonne sehen“, bettelte Peter Buchenau, keuchend, röchelnd und schniefend. Seine Körpertemperatur hatte immerhin gerade die 37-Grad-Marke überschritten, das Fieber stieg offenbar stetig. Der schwer an Männerschnupfen erkrankte Patient zelebrierte sein Leiden und betrachtete die Ausscheidungen, die seine Nase soeben hervorgebracht und in ein Taschentuch abgesondert hatte, mit allergrößter Wonne: „Schau mal das schöne Muster an, grün und gelb, wie das ineinander läuft. Ich mache noch ein Foto und stelle es auf Facebook“, jubelte der schniefende Kranke – und das Publikum amüsierte sich köstlich angesichts dieser ekelerregenden Perspektive. „Ich glaube, dein Schnupfen ist psychisch“, erwiderte seine Frau spöttisch.

Also machte sich ihr Göttergatte widerwillig auf zu seinem Hausarzt, zu Dr. Keuchhustis. Der indes war nicht da, er lag ebenfalls wegen Männerschnupfens flach. Stattdessen übernahm die an eine Domina erinnernde Dr. Drill die Behandlung. Und die witterte sofort, was Sache ist. Der Männerschnupfen-Patient sollte sich frei machen. „Zack, zack, zügig! Geht das auch ein bisschen schneller? Wo haben Sie denn gedient?“, fragte sie. Dr. Drill wollte ihm Abführmittel verschreiben. Abführmittel? Bei einem Schnupfen? Eine Dame im Publikum wusste ganz genau, warum das sinnvoll sein könnte. Und das erklärte auch Dr. Drill: „Den Husten haben Sie dann immer noch. Aber Sie trauen sich nicht mehr.“ Damit hatte sie die Lacher im Publikum auf ihrer Seite. Außerdem sollte Peter Buchenau in den Genuss von Moorpackungen kommen: „Damit Sie sich schon mal an die feuchte Erde gewöhnen.“

Die zwei präsentierten einen überaus unterhaltsamen Kabarett-Abend mit einem zweifellos überzeichneten Männerschnupfen-Exemplar auf der Bühne, in dem aber doch gewiss viele Frauen auch ihre eigenen Göttergatten wieder erkannten – zum Teil wenigstens.

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