Helmut Nordhausen veröffentlicht neues Buch / Autor verarbeitet eigene Erfahrungen

„Kein Schnee von gestern“

Helmut Nordhausen hat ein neues Buch geschrieben. Es heißt „Kein Schnee von gestern“. - Foto: Heiner Büntemeyer

Br.-Vilsen - Von Heiner Büntemeyer. Drei Jahre, nachdem Helmut Nordhausen die „Geschichten aus der Brautstraße und anderswo“ herausgegeben hat, ist jetzt sein Buch „Kein Schnee von gestern“ erschienen. Während er in seinem ersten Buch 55 Geschichten und Anekdoten veröffentlichte, die er im Laufe seines Lebens gehört hat, beschreibt der gebürtige Bruchhausen-Vilser in seinem neuen Werk selbst Erlebtes.

Im Alter von 92 Jahren blickt Nordhausen auf ein sehr bewegtes Leben zurück. In seiner Kindheit lernte er Bruchhausen-Vilsen als kleinen, gemütlichen Flecken kennen, in dem auf der Brautstraße noch die Erntewagen rumpelten, während der Handelsmann Hüneke im Ort selbstgemachte Butter oder die Eier von frei laufenden Hühnern aufkaufte, um sie in Bremen zu verkaufen. Bei Nordhausens Großmutter in Windhorst wurde das Schwarzbrot damals noch im großen Backofen selbstgebacken, und in der Badeanstalt in „Kottmanns Bäke“ teilten sich die Kinder das Wasser mit Fröschen.

Als Pimpf musste er Mitglied im „Jungvolk“, der NSDAP-Jugendbewegung, werden, er beteiligte sich an Geländespielen, wurde Turner im Turnverein (TV) Vilsen, und ein Kinobesuch im damaligen Hotel Dörgeloh zählte zu den Höhepunkten seiner Kindheit.

Als kleiner Junge erlebte Helmut Nordhausen auch, wie Schützenfeste und der Brokser Markt gefeiert wurden und wie im Winter Fahrten mit dem Pferdeschlitten möglich waren. Der 92-Jährige erzählt in seinem Buch aber auch davon, wie die jüdischen Mitbürger einst schikaniert wurden.

Seine dreijährige Ausbildung zum Bankkaufmann absolvierte er bei der Spar- und Darlehnskasse in Uenzen. Danach folgte der Arbeitsdienst zur Vorbereitung auf den Kriegseinsatz.

In „Kein Schnee von gestern“ zieht sich eine Behinderung der linken Hand wie ein roter Faden durch sein Leben. „Wer weet, wo to dat noch mal good is“, hatte seine Großmutter dieses Handicap bereits kurz nach der Geburt kommentiert. Es wurde sogar seine „Glückshand“, denn die Behinderung beeinflusste Nordhausens ganzes späteres Leben: Er brauchte als Soldat nicht an der Front kämpfen und wurde nach der Gefangennahme nicht nach Russland deportiert, sondern nach Hause geschickt.

Nordhausen studierte an der staatlichen Kunstschule in Bremen „Kunst“ und „Dekoratives Malen“ und bekam bei der kürzlich ausgebrannten Firma Harms am Wall in Bremen bis zum Eintritt in den Ruhestand eine Anstellung als „Blickfanggestalter und Schriftenmaler“. In seiner Freizeit machte sich Nordhausen als Künstler einen Namen. Er malte mehr als 800 Bilder aller Stilrichtungen. Rund 100 seiner herrlichen Gemälde sowie einige Fotos der von ihm gestalteten Schaufensterdekorationen sind in seinem neuesten Buch abgebildet.

Zudem ergänzte der Bruchhausen-Vilser seine Erinnerungen durch Aufzeichnungen über den Männergesangsverein (MGV) Orpheus, der in den ersten Nachkriegsjahren dank einiger hervorragender Solisten sogar Operetten aufführte. Der 92-Jährige selbst war von 1948 bis 2015 Mitglied beim MGV.

Seine Erinnerungen hat Nordhausen schriftlich verfasst, in einer Handschrift, die wie gemalt wirkt, ihm aber schnell von der Hand geht. Nordhausens Dank gilt dem Druckhaus Westermann in Bruchhausen-Vilsen, wo das Buch redigiert, abgetippt und gedruckt wurde.

Die Buchhandlung Meyer in Bruchhausen-Vilsen und Helmut Nordhausen, Telefon 04252/550, verkaufen das Buch, das 15,50 Euro kostet.

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