Ein Ass auf der Rennstrecke

14-jähriger Bastian hat Benzin im Blut

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Unbestritten ist Bastian Barlage aus Hohenmoor ein erfolgreicher Kartfahrer, was er mit diversen Titeln bei Slalomrennen und in der REC-Serie bewiesen hat. 

Hohenmoor - Von Ulf Kaack. Michael Schumacher und Sebastian Vettel sind die ganz großen Vorbilder von Bastian Barlage. Beide haben ihre Formel-1-Karriere im Kartsport begonnen. Ihnen eifert der 14-Jährige aus Hohenmoor erfolgreich nach: Er ist amtierender Meister im Kart-Rundstrecken-Einsteigercup des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) Niedersachsen-Sachsen-Anhalt, und die Regalbretter seines Pokalschranks ächzen bereits unter der Last seiner zahlreichen glänzenden Trophäen.

Doch von Beginn an: Bastian konnte kaum laufen, da bewies er bereits Qualitäten am Steuer von Bobbycar, Trettrecker und Kettcar. Das beobachtete Vater Bernd mit Aufmerksamkeit. Er selbst hätte sich in jungen Jahren gern im Rallye-Sport engagiert, was aber am mangelnden Budget scheiterte. Wenn sein Sohn also Ambitionen in Richtung Motorsport entwickeln würde, so könne er sich seiner Unterstützung gewiss sein.

„Erster Anlaufpunkt war der Auto- und Motorsport-Club Asendorf, der AMC“, blickt Bernd Barlage zurück. „Bastian musste etwas Geduld auf der Warteliste beweisen, aber 2013 konnte er sein erstes Probetraining im Bambini-Kart absolvieren. Seitdem hat er hochoktanisches Benzin im Blut.“

Vater Bernd Barlage unterstützt die motorsportlichen Aktivitäten von Bastian hundertprozentig. In Kürze muss er wohl in einen neuen Pokalschrank investieren.

Der Gymnasiast mutierte zum Speedfreak, war begeistert von der Racing-Atmosphäre am Pistenrand, vor allem aber vom Nervenkitzel hinter dem Lenkrad. Und die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Im Jugendkart-Team des AMC stieg er 2013 in die Wettbewerbsreihe des ADAC-Jugendkartslalom ein. Bereits zum dritten Mal sicherte er sich die Niedersachsenmeisterschaft und fuhr in der Bundeswertung auf den 15. Platz. 2016 wurde er Vizemeister auf Landesebene und belegte deutschlandweit den achten Platz.

„Vor zwei Jahren habe ich mein erstes eigenes Kart bekommen mit einem 5,5 PS starken Viertaktmotor im Heck“, plaudert Bastian. „Das haben wir aber zügig gegen einen schnelleren und kräftigeren Renner getauscht. Mein aktuelles Kart realisiert 23 PS aus seinem Rotax-Zweitakter und geht in der Spitze über die 100 Stundenkilometer-Marke. Damit trainiere ich intensiv auf speziellen Kartfreizeiten.“

Bastian Barlage will höher hinaus

Doch Bastian Barlage will höher hinaus im Motorsport. Da kam ihm die neue ADAC-Nachwuchsserie namens „Rundstrecken Einsteiger Cup“ (REC) gerade Recht. „Diese Klasse ist deutlich schneller und anspruchsvoller als die Slalomkurse. Auf der Strecke kommt da richtiges Formel-1-Feeling auf“, sagt er begeistert. Kein Wunder, denn hier sicherte er sich auf Anhieb die Meisterschaft. Mit vier Siegen, zwei Zweitplatzierungen und einem dritten Rang setzte er sich in der Saisonwertung deutlich von der Konkurrenz ab.

In der REC-Serie kann er auch seine beachtlichen Fähigkeiten als Rennmechaniker unter Beweis stellen. Denn der ADAC hat für die Serie 15 Motoren zur Verfügung gestellt, die alle zur Wahrung der Chancengleichheit verplombt und identisch in ihrer Leistung sind. Außerdem werden Einheitsreifen bereitgestellt. Beides muss er vor jedem Wertungslauf auf das Chassis und die Felgen seines Karts montieren. 145 Kilo muss das Gefährt samt Fahrer mindestens auf die Waage bringen. „Tuning ist nur ganz minimal erlaubt“, sagt er. „Man kann mit der hinteren Übersetzung, den Fahrwerkseinstellungen sowie dem Luftdruck auf den Reifen variieren. Aber das war‘s dann auch. Das Rennergebnis hängt zu 85 Prozent vom Können des Fahrers ab.“

Eltern stehen hinter ihrem Sohn

Bastian Barlages Eltern stehen hinter den motorsportlichen Aktivitäten ihres Sohnes. Angst haben sie dabei nicht um ihren Filius, sagen sie. Der Sport ist sicher, und auf der Strecke geht er keine unnötigen Risiken ein. Doch ist für sie das Racing-Engagement mit einem erheblichen Zeitaufwand und finanziellen Investitionen verbunden. Extra für den Kartsport haben sie einen Transporter angeschafft, mit dem das Gefährt zu den Veranstaltungen gebracht wird und der außerdem als spartanische Schlafstätte dient.

„Momentan hält sich der Aufwand noch im Rahmen des Leistbaren“, schätzt Bernd Barlage die Situation ein. „Doch das wird sich mit dem Schritt in die nächsthöhere Klasse ändern. Dann müssen Förderer und Sponsoren mit ins Boot. Im Moment sind wir mit zwei semiprofessionellen Rennställen im Gespräch, aber da sind wir erst am Anfang. Mal schauen, wohin der Hase läuft.“

Und wie sieht Bastian seine Zukunft auf der Rennstrecke? „Ich habe natürlich eine gehörige Portion Ehrgeiz entwickelt und will unbedingt weitermachen“, sagt er. „Kartrennen gelten ja als Einsteigerserie in die Welt des Motorsports. Wenn es mir mit Unterstützung meiner Eltern gelingt, hier noch weiter nach oben zu kommen, könnte ich mir einen Wechsel in den Rallyesport sehr gut vorstellen.“

Aber zunächst will er die Schule vernünftig zu Ende bringen. Bastian Barlage möchte anschließend ein technisches Studium in Angriff nehmen, im Maschinenbau beispielsweise. Und wenn es mit der Karriere auf der Piste nicht klappen sollte, dann kann er sein Talent immer noch als Mechaniker in der Boxengasse unter Beweis stellen. Man darf gespannt sein.

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