Veranstaltung in Schwarme

Themenabend „Nachbarin Afrika“: Kamerun, ein Land mit 285 Sprachen

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Sie befassten sich mit dem afrikanischen Land Kamerun (von links) Algeth Weerts, Claudia Schumacher und Hermann Meyer-Toms.

Schwarme - Von Nala Harries. Zum zweiten Mal fand jetzt ein Themenabend der Serie „Nachbarin Afrika“ auf dem Bioland-Hof Meyer-Toms in Schwarme statt. „Wir wollen mit dieser Reihe darauf aufmerksam machen, dass Afrika nicht nur ein Entwicklungsland ist, sondern noch so viel mehr dahinter steckt – interessant ist doch beispielsweise auch, wie der Alltag der Menschen dort aussieht“, erklärt der Organisator des Abends, Landwirt Hermann Meyer-Toms.

In gemütlicher Runde sollte dieses Mal über das afrikanische Land Kamerun gesprochen werden. Um die richtige Stimmung zu vermitteln, wurden ein Bild einer afrikanischen Landschaft an die Wand projiziert, die Tische mit bunten Deckchen dekoriert und kamerunischer Kaffee angeboten.

Was längst nicht jeder weiß: Kamerun war von 1884 bis 1919 eine deutsche Kolonie. Damals betrug die Fläche der Kolonie knapp 790.000 Quadratkilometer. Sie war somit größer als Deutschland selbst, mit etwa 357.000 Quadratkilometern.

In Kamerun lebten 1897 rund 2,6 Millionen Einwohner, davon waren aber nur 181 Deutsche. „Ist das nicht der totale Wahnsinn, dass diese wenigen Menschen ein ganzes Land regierten“, fragte Algeth Weerts während ihres Vortrags über die Kolonialgeschichte Kameruns. Später wurde Kamerun in französische und britische Verwaltungsgebiete aufgeteilt, dies erkläre die zwei Landessprachen Französisch und Englisch. „Das Faszinierende daran ist, dass aufgrund der vielen Dialekte und unterschiedlichen Stämme dort über 285 verschiedene Sprachen gesprochen werden“, klärte Weerts die Gäste auf.

Jeder dieser Stämme hat einen König. Dieser übernimmt Aufgaben, die vergleichbar sind mit denen eines Bürgermeisters in Deutschland.

Mit am Tisch saß Gymnasiallehrerin Claudia Schumacher. Sie war mit Schülern des Gymnasiums Syke bereits für einen Austausch in Kamerun und konnte somit beim Themenabend von ihren eigenen Erfahrungen erzählen. „König eines Stammes zu werden, ist ein langwieriger Prozess“, sagte sie. Nachdem die Stammesmitglieder eine Person ausgewählt haben, welche zum König ernannt werden soll, wird diese erst einmal für einige Zeit „eingesperrt“ – was heißt, dass sie sich in ihrem Palast nur in einem bestimmten Bereich aufhalten darf, bis sie eine Tochter gezeugt hat. Erst nachdem der angehende König diese auch verheiraten konnte, trägt er rechtmäßig den Titel König.

Um sich das Ganze besser vorstellen zu können, zeigte Schumacher den Gästen etliche Bilder der Reise auf ihrem Handy, unter anderem auch das eines solchen Königs. „Ich war einfach geflasht von dem Land, den Leuten und der Kultur“, sagte sie. „Es ist, als würdest du in eine andere Welt fallen.“

Nun stellte sich aber noch die Frage, woher der Name Kamerun eigentlich kommt? Nach kurzem Durchforsten ihrer Unterlagen hatte Algeth Weerts darauf die passende Antwort. Voller Elan erklärte sie: „Die Portugiesen waren 1472 in Kamerun und fanden dort in einem Fluss unheimlich viele Krabben, daher nannten sie ihn Fluss der Krabben, Rio de Camarões, woraus sich dann später Kamerun ableitete“.

Der nächste Themenabend auf dem Bioland-Hof ist für Dienstag, 13. März, geplant. Welches afrikanische Land dann im Fokus steht, ist noch nicht raus. „Wir würden gern einmal über Angola oder Guinea sprechen, aber es gibt so viele Länder in Afrika, da ist die Auswahl groß“, sagte Weerts lachend.

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