Jutta Filikowski vom „TourismusService“ geht in Rente / Sie bleibt der Kultur erhalten

Keine Zeit für Langeweile

+
Jutta Filikowski (Mitte) umrahmt von ihren Kolleginnen Catrice Ehlers (links) und Sarah Verheyen.

Br.-Vilsen - Von Anne Schmidtke. „Die Kultur liegt mir am Herzen“, sagt Jutta Filikowski vom „TourismusService“ Bruchhausen-Vilsen. Die 64-Jährige hat heute ihren letzten Arbeitstag. Sie geht am 1. April in Rente. Die engagierte Sykerin bleibt der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen aber treu. „Ich bin weiterhin als Geschäftsführerin für den Kultur- und Kunstverein im Einsatz, komme also auch in Zukunft immer mal ins Rathaus, zum Beispiel um Eintrittskarten zu drucken oder Post zu verschicken. Daher gibt es auch keine große Abschiedsparty“, sagt Filikowski, die morgen ihren 65. Geburtstag feiert.

Die gebürtige Kamp-Lintforterin (Nordrhein-Westfalen) hat in ihrem Berufsleben viel erlebt: Am 1. April 1965 begann sie im Alter von 14 Jahren eine Ausbildung zum Industriekaufmann. „Die Industriekauffrau gab es damals noch nicht“, sagt Filikowski und schmunzelt. Nach der Lehre erlangte sie das Abitur und studierte dann in Berlin Betriebswirtschaftslehre und Publizistik. „Nach meinem Studium machten mein damaliger Lebensgefährte und ich uns selbstständig“, erklärt Filikowski. Die beiden eröffneten ein Antiquitätengeschäft an der Waldstraße in Syke, das sie einige Jahre betrieben. „Da der Einkauf von Antiquitäten immer schwieriger wurde, haben wir das Geschäft aufgegeben.“

Ab 1986 arbeitete Jutta Filikowski in der Druckerei Addy Arends in Bruchhausen-Vilsen. Dort war sie unter anderem für die redaktionelle Betreuung einer Sportzeitschrift verantwortlich. 1990 fing sie dann bei der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen an. Zuerst war sie im Archiv tätig. Damals war ihr erstes Projekt, eine Chronik für die 800-Jahr-Feier in Asendorf zu erstellen. „Da ich schon immer geschichtlich interessiert war, fand ich es spannend, zu recherchieren.“ Nach drei Jahren wechselte sie ins Ordnungsamt und kurze Zeit später in das Tourismusbüro. Dieses ist seit 2004 im Glaskasten am Bahnhof beheimatet.

Nun geht Filikowski in Rente. Über Langeweile wird sie sich aber auch in Zukunft nicht beklagen. Schließlich ist die Sykerin sehr engagiert. „Wenn ich im September bei den Kommunalwahlen wieder gewählt werde, mache ich weiterhin Politik“, sagt Jutta Filikowski. Sie sitzt zurzeit für die Grünen im Stadtrat Syke und im Kreistag des Landkreises Diepholz. Zudem ist sie, wie bereits erwähnt, Geschäftsführerin des Kultur- und Kunstvereins.

Sie möchte weitere Ehrenämter übernehmen. Allerdings frühestens ab Juli. „Ich bin seit 51 Jahren berufstätig. Jetzt will ich erst einmal über meine Zeit frei verfügen“, sagt Filikowski, die 26 Jahre lang für die Samtgemeinde gearbeitet hat.

Die 64-Jährige blickt gerne auf ihre Zeit im Tourismusbüro zurück. Schließlich hat sich dort in den vergangenen Jahren einiges getan. Filikowski war zum Beispiel maßgeblich daran beteiligt, dass der Kaffkieker 2007 ins Leben gerufen wurde. Der historische Triebwagen verkehrt in den Sommermonaten regelmäßig zwischen Eystrup und Syke und macht auch Halt in Bruchhausen-Vilsen. „Die Namensfindung verursachte damals viel Aufregung. Einige Personen fanden den Namen unmöglich, weil er den Begriff Kaff enthält“, sagt Filikowski. Sie und ihre Kollegen hätten daher zorneswütige Bürger vor sich stehen gehabt.

Im Gedächtnis geblieben ist Jutta Filikowski auch, dass die Samtgemeinde während ihrer Zeit im Tourismusbüro dem Verbund „Mittelwesertouristik“ beitrat. „Wir gehörten vorher dem Verbund ,Südliche Nordsee’ an. Der hat sich aufgelöst. Wir mussten dann entscheiden, in welchen Verband wir treten.“

Die Sykerin erinnert sich zudem gerne an die Europa- und Literaturtage in der Samtgemeinde zurück. Die Veranstaltungen hätten ihr immer viel Organisationsgeschick abverlangt und seien logistisch extrem aufwendig gewesen. Organisationstalent bewies Filikowski auch bei der Durchführung vieler Konzerte und anderer Kulturveranstaltungen. So war sie verantwortlich für „Musik im Park“ und „Kunst im Park“.

Filikowski hat ihre Nachfolgerin Catrice Ehlers bereits eingearbeitet. Allerdings geht diese im Juni in den Mutterschutz. Die Samtgemeinde hat die Stelle ausgeschrieben.

Mehr zum Thema:

Germanwings-Absturz: Gutachten verärgert Hinterbliebene

Germanwings-Absturz: Gutachten verärgert Hinterbliebene

Ermittler rätseln über Motiv des London-Attentäters

Ermittler rätseln über Motiv des London-Attentäters

Trotz Tragödien im Mittelmeer wächst Kritik an den Rettern

Trotz Tragödien im Mittelmeer wächst Kritik an den Rettern

Riesige Open-Air-Ausstellung: València ist Feuer und Flamme

Riesige Open-Air-Ausstellung: València ist Feuer und Flamme

Meistgelesene Artikel

Hochkarätige Akteure prügeln sich im Dreyer Sportcenter Dassbeck

Hochkarätige Akteure prügeln sich im Dreyer Sportcenter Dassbeck

Sarina Kynast wird Spargelkönigin der Samtgemeinde Kirchdorf

Sarina Kynast wird Spargelkönigin der Samtgemeinde Kirchdorf

Rettungsdienste und Polizei proben Ernstfall

Rettungsdienste und Polizei proben Ernstfall

Palliativstützpunkt: Vorstand schließt Kassenprüfer aus

Palliativstützpunkt: Vorstand schließt Kassenprüfer aus

Kommentare