Stefan Koch ist bester Restaurantfachmann Niedersachsens in der Ausbildung

Junger Landesmeister will Menschen glücklich machen

Das gehört zum Alltag in der Gastronomie: (v.l.) Koch Gerald Foge-Kleinganz, Restaurantfachmann Stefan Koch und Forsthaus-Juniorchefin Juliane Brüning besprechen eine neue Karte und die Frage, welcher Wein zu welchem Gericht passt. - Foto: Seidel

Br.-Vilsen - Von Anke Seidel. Wer seine strahlenden Augen sieht, glaubt es ihm sofort: „Ich will Menschen glücklich machen!“, sagt Stefan Koch. Der 22-Jährige wollte Pilot werden. Als das wegen eines gesundheitlichen Mankos nicht klappte, entschied er sich für eine Ausbildung zum Restaurantfachmann – und ist jetzt Niedersachsens Bester in dieser Kategorie.

„Er ist ein Riesen-Talent“, sagt Juliane Brüning vom Forsthaus Heiligenberg nicht ohne Stolz. Und hat schon ganz konkrete Aufgaben für den Hoffnungsträger. Genau der hat mit seinen 22 Jahren schon enorme Herausforderungen gemeistert. Als er 2010 sein Abitur in der Tasche hat, bewirbt er sich um eine Ausbildung zum Piloten. Doch die scheitert an einem Rückenwirbel. Wahllos einen anderen Beruf akzeptieren? Das kommt für den jungen Mann, der gern mit und für Menschen arbeitet, nicht in Frage.

Eine Tischler-Laufbahn kann er sich vorstellen, doch während eines Praktikums stellt er fest, dass dieser Beruf nicht zu seinen Stärken passt: „Mit einem Stück Holz kann man nicht reden.“ Als er im Hoyaer Kino jobbt, legt ihm seine Chefin dringend ans Herz: „Mach was mit Gästen!“ Ein Ausbildungsplatz in Nienburg ist sofort gefunden. „Ich habe schnell gemerkt, dass mir dieser Beruf Spaß macht“, blickt Stefan Koch zurück. Doch er wünscht sich ein anderes Ambiente und denkt deshalb über einen Wechsel nach.

Der nächste, ebenso sorgfältig überlegte Entschluss ist schnell gefasst: Stefan lädt seine Freundin ins Forsthaus Heiligenberg zum Essen ein – und ist nicht nur vom Essen, sondern ebenso von der Atmosphäre begeistert. Historischer Charme, elegante Tischwäsche nebst Kerzenschein und Kristall, gepaart mit gehobenem Service: Für Stefan der perfekte Rahmen, um seine eigenen Ansprüche an seinen Beruf verwirklichen zu können.

Nach Restaurantbesuch gleich Bewerbung eingereicht

„Mit der Rechnung habe ich gleich meine Bewerbung abgegeben“, verrät der 22-Jährige schmunzelnd. Nach einem Probe-Arbeiten steht fest: Stefan Koch kann das zweite Ausbildungsjahr im Forsthaus absolvieren – und macht seine Sache so gut, dass seine Lehrzeit verkürzt wird.

Der 22-Jährige weiß genau, was sich Menschen als Gäste wünschen: „Sie haben Freizeit, und sie wollen beim Essen gehen eine schöne Zeit verbringen.“ Dass es eine gute, wertvolle Zeit wird – dazu will der 22-Jährige ganz persönlich beitragen.

„Alltag gibt es bei uns nicht“, beschreibt er seinen Beruf. „Bei uns gibt es jeden Tag neue Gesichter und neue Emotionen“, fügt er mit strahlendem Blick hintzu. „Mein Motto lautet: Dolce Vita“, sagt der 22-Jährige.

Sich ärgern? Damit will der ehrgeizige junge Mann keine Zeit verschwenden – und zitiert gern einen Spruch, den er von einem älteren Herren übernommen hat: „Es hat noch niemand eine Beule aus einem Auto herausgeärgert.“ Das zitiert der 22-Jährige so charmant und selbstbewusst, dass außer Zweifel steht: Er besitzt das Talent, das Beste aus den wechselhaften Umständen des Lebens zu machen.

Und er ist ein Team-Player: „Der Wettbewerb war eine wunderbare Erfahrung. Wir waren 56 Teilnehmer und Konkurrenten. Aber wir waren trotzdem ein großes Kollegium.“ Die Goldmedaille der Gastro-Landesmeisterschaft zu gewinnen, wertet er als einen Erfolg nicht nur für sich allein, „sondern auch für die Menschen, die mir mein Wissen vermittelt haben“, blickt er auf Ausbilder und Lehrkräfte.

„Ein bisschen Welterfahrung sammeln“, das war das Ziel des jungen Landesmeisters nach der Ausbildung. Doch das verschiebt er erstmal wegen eines verlockenden Angebotes. Juliane Brüning hat ihm zusammen mit seiner Kollegin Anna Kormann die Leitung der Klostermühle angeboten.

Verantwortung für eigenes Restaurant in Aussicht

Im September kann er also Verantwortung für ein eigenes Restaurant übernehmen. „Das kann ich nicht ablehnen“, lacht der junge Mann. Gibt es noch einen Wunsch, der offen ist? „Ich wünsche mir, dass junge Menschen sich ernsthaft mit dem Beruf beschäftigen – und nicht darin das alte Klischee vom Kellner und Tellerträger sehen. Sie sollten über den Tellerrand blicken und die vielen Möglichkeiten sehen.“ Wer das tut, kann sich bei Juliane Brüning um ein Praktikum bewerben. „Es ist ein sehr vielseitiger Beruf, der alle Möglichkeiten bietet“, wirbt sie für eine persönliche Zukunft in der Gastronomie.

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