Steffen Köppen ist der neue Jugendpfleger

Personalproblem gelöst: Jugendbox in Schwarme wieder geöffnet

Er hat viel vor: Steffen Köppen plant, mit den Kindern und Jugendlichen die neue Grillhütte aufzustellen. Außerdem wünscht er sich eine gemeinsame Gartenaktion.
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Er hat viel vor: Steffen Köppen plant, mit den Kindern und Jugendlichen die neue Grillhütte aufzustellen. Außerdem wünscht er sich eine gemeinsame Gartenaktion.

Schwarme – Wegen Corona und aufgrund von Personalmangel war die Jugendbox in Schwarme lange Zeit geschlossen. Dank eines jungen Mannes sind die Türen nun wieder geöffnet.

Mehr als ein Jahr war die Jugendbox in Schwarme geschlossen. Die Corona-Pandemie und der Personalmangel machten eine Öffnung unmöglich. Ein bis dato noch fremder, junger Mann half der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen als Trägerin des Jugendhauses jedoch aus der Klemme: Der 26-jährige Steffen Köppen hat den Job als neuer Jugendpfleger mit Freude übernommen und ist von nun an der neue Hauptansprechpartner für die Kinder und Jugendlichen.

Dank ihm können sie wieder in die Einrichtung kommen. Und Steffen Köppen hat mit ihnen viel vor.

Der ausgebildete Erzieher stammt ursprünglich aus Neunkirchen und wohnte einige Zeit im Raum Hannover, wo er in einem Hort arbeitete. Nun lebt der 26-Jährige in Siedenburg. Als er nach Schwarme kam, sei die Region erst einmal fremd für ihn gewesen, gibt er zu. Auch das Arbeiten mit älteren Kindern und Jugendlichen war etwas Neues für den jungen Mann. „Ich habe mit der Altersklasse ja erstmal nichts zu tun. Da muss ich mich noch rantasten. Berührungsängste habe ich jedoch nicht“, schaut er optimistisch in die Zukunft.

Der Kontakt zur Jugendbox sei ursprünglich über einen befreundeten Mitauszubildenden, den Leiter des Jugendhauses Asendorf, Johannes Rohlfs, gekommen. Er war auch dabei als Steffen Köppen am 4. Oktober zur Eröffnung in die Jugendbox einlud. Schon an diesem Tag seien zahlreiche Kinder und Jugendliche gekommen, erinnert sich der neue Jugendpfleger. Auch jetzt treffen sich dort regelmäßig Gruppen im Alter von 11 bis 13 Jahren. Es kämen aber auch Ältere, die zwischen 15 und 18 Jahren sind.

„Persönlich halte ich so einen Anlaufpunkt für extrem wichtig. Viele haben sich während der Pandemie zurückgezogen und sind bequem geworden. Hier haben sie nun wieder einen Raum, um sich zu treffen“, findet Steffen Köppen, der donnerstags und freitags zusätzlich im Schwarmer Kindergarten Wiesenhüpfer unterstützt. Darüber hinaus gebe es im Jugendhaus keinen Zwang. „Jeder kann kommen und gehen, wann er möchte.“

Den Job als Unterhalter der Kids wolle er allerdings nicht übernehmen. „Stattdessen möchte ich einfach Möglichkeiten anbieten“, sagt er.

Daher hat er in der vergangenen Woche bereits den Kochtag wieder ins Leben gerufen, der von vielen Kindern und Jugendlichen begeistert angenommen worden ist. Dieser solle jetzt wieder fest jeden Mittwoch stattfinden. Das Essen sei für die Anwesenden im Übrigen kostenlos, und sie könnten auch mitbestimmen, was gekocht werden solle. „Die Samtgemeinde hat mir einen Etat zur Verfügung gestellt, aus dem ich beispielsweise Lebensmittel oder Neuanschaffungen finanziere“, erklärt Steffen Köppen die Hintergründe. Eine Anmeldung für den Kochtag sei erforderlich, damit er die Menge abschätzen könne. „Dafür gibt es eine WhatsApp-Gruppe“, erklärt er.

Ein anderes Projekt sei die Grillhütte im Außenbereich, die schon vor einiger Zeit bestellt worden ist. Wann genau diese ankomme, darum müsse sich der neue Jugendpfleger noch kümmern. „Sicherlich kann sie aber schon bald aufgestellt werden“, vermutet er. Zudem wünschen sich die Kinder und Jugendlichen eine Tischtennisplatte. Steffen Köppen hofft, sie bald anschaffen zu können. Darüber hinaus kann er sich eine Gartenaktion im Frühjahr vorstellen. „Ich wünsche mir, dass wir vielleicht gemeinsam die Steinkübel im Außenbereich neu bepflanzen und mal zusammen die Garage ausmisten.“ Die Wände im Innenbereich könnten ebenfalls ein wenig Farbe vertragen, findet der 26-Jährige. Es stehe auch die Idee im Raum, die Kinder und Jugendlichen weiter an die Politik heranzuführen. Dieses Thema dürfe man jedoch nicht zu trocken verkaufen, meint Köppen.

Zunächst müsse er erst einmal mit den Kids warm werden. Bisher hätten sie ihn jedoch gut aufgenommen und seien froh gewesen, dass überhaupt jemand da war, sodass die Jugendbox wieder habe öffnen können. „Natürlich haben wir noch nicht so ein inniges Verhältnis zueinander. Das muss sich noch aufbauen“, sieht es Steffen Köppen realistisch.

Unterstützend zur Seite steht ihm ab dem 1. November der 18-jährige Sandro Macho, der vor Kurzem den Jugendleiterschein erwarb. „Er wird eine gute Hilfe sein, ansonsten wäre ich auf mich allein gestellt“, meint der neue Jugendpfleger. Aktuell absolviere Sandro Macho noch ein Praktikum, habe aber bereits schon aushilfsweise mitgearbeitet. „Es ist einfacher zu zweit, da Sandro die Jugendbox beispielsweise aufschließen kann, wenn ich mal krank bin. Ansonsten müsste sie geschlossen bleiben.“ Und das soll schließlich nicht noch einmal passieren.

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