„Scheune“ bei Konzert von „Jazz geht’s los!“ restlos gefüllt

Jazz-Quartett erweist sich bei erstem Auftritt als Publikumsmagnet

Erster gemeinsamer Auftritt: (v. l.) Dietrich Wimmer, David Klosik, Mareike Hinrichsen-Mohr und Rainer Halweg. - Foto: Horst Friedrichs

Br.-Vilsen - Von Horst Friedrichs. Und ewig lockt der Jazz: Von versierten Musikern interpretiert, ist er einfach unwiderstehlich – immer noch und immer wieder. Das bewahrheitete sich einmal mehr am Freitagabend in der „Scheune“ in Bruchhausen-Vilsen. Zum ersten Mal trat dort eine Band auf, die ihren Slogan „Jazz geht’s los!“ zum Namen gemacht hat. Welche Zugkraft Name und Aufforderung entwickelten, zeigte sich schon lange vor Konzertbeginn. Sämtliche Stühle in den Scheunenräumen waren quasi im Handumdrehen besetzt, und sogar die Treppenstufen zum Obergeschoss mussten als Sitzgelegenheiten herhalten.

Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad der Musiker spielten fraglos eine große Rolle bei den Ausmaßen des Publikumsansturms. Hinzu kam aber wohl nicht minder motivierend das Debütmoment, präsentierte sich „Jazz geht’s los!“ in der Formation vom Freitagabend doch zum ersten Mal.

Organist, Komponist und Arrangeur Dietrich Wimmer zog alle Register und entfaltete auf dem E-Piano einen Tastenzauber, mit dem er seinen Musikerkollegen einen anfeuernden und zugleich solide swingenden Harmonienteppich bereitete.

Da war zunächst und herausragend Sängerin Mareike Hinrichsen-Mohr, der per Ankündigung eine wunderschöne Stimme bescheinigt worden war – was sich als gelinde Untertreibung erwies, denn neben ihren stimmlichen Qualitäten bestach Mareike Hinrichsen-Mohr durch ein ausgeprägtes Jazz-Feeling und eine einfühlsame Wiedergabe der fast ausnahmslos amerikanischen Titel des Konzertprogramms.

Rainer Halweg, Texter und ausdrucksstarker Sänger, begeisterte das Publikum bei seinen Gesangsparts ebenso wie mit der Blues Harp (Mundharmonika). Den rechten Groove steuerte Mareike Hinrichsen-Mohrs Mann David Klosik zum mitreißenden Drive des Rhythmus bei.

„Jazz geht’s los!“ sorgte für ein volles Haus in der „Scheune“. - Foto: Horst Friedrichs

Von „Moonglow“, einem Jazzstandard aus den 30er-Jahren, berühmt geworden unter anderem durch Billie Holiday und Sarah Vaughan, bis hin zu „Summertime“ aus George Gershwins Oper „Porgy and Bess“ gab die Band dem aktuell wieder aufblühenden Lockruf des Jazz einen vollkommenen Klang, wie ihn nur erfahrene und hoch talentierte Musiker überzeugend vermitteln können. Ihr mit Swing und Bluesrock angereichertes Repertoire schloss so anspruchsvolle Titel wie Cole Porters „Night and Day“ und „Satin Doll“ von Duke Ellington und Billy Strayhorn ein, erweckte aber auch Altbekanntes wie den Jazzhit „All of Me“ oder „Somewhere over the Rainbow“ zu Leben.

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