Improvisations-Workshops im Jugendhaus Scholen

Jammen – auch was für Laien

Jugendpfleger Sven Kracke (links) zeigt in Workshops, was musikalische Improvisation bedeutet. Zwischendurch musiziert er auch mal mit dem Jugendleiter-Team (von links) Lucas Hägermann, Ronja Beyer und Simon Cossens.

Scholen - Es wird an drei Tagen gejammt im Jugendhaus in Scholen – bei Improvisations-Workshops. Trommeln, Xylofone und Perkussionsinstrumente sorgen dabei für den richtigen Sound. Hintergrund ist eine gemeinsame Session bei den neunten „Kinder- und Jugendtagen“ in Scholen. Wer also Lust auf Musik hat, ist beim „Jamsession-Orchester“ willkommen.

Was ist eigentlich Improvisation? Täglich wird jeder in verschiedensten Bereichen zur Improvisation aufgefordert – schon in ganz alltäglichen Situationen. „Beispielsweise wenn jemand in Gesprächen eine Frage gestellt bekommt“, erklärt der Scholener Jugendpfleger Sven Kracke in einer Pressemeldung. Und weiter: „Vorausgesetzt, der Befragte kennt die Frage nicht, muss er bei der Antwort improvisieren.“ Da der Mensch ein kommunikatives Wesen ist, kann er den Inhalt der Frage blitzschnell analysieren, wissen, worauf diese abzielt, in welchen Ton sie gestellt wurde und entsprechend antworten. Der Vorgang nennt sich laut Kracke „Call and Response“, also ein Ruf-Antwort-Modell. Der Erzieher überträgt dieses Modell auf die Musik.

Ein musiklisches Gespräch sozusagen. Bei einer Trommel könnte die Frage lauten „Bam Ba Bam“, die Antwort „Bam Ba Bam Ding Dum“. Heißt: Indem die Spieler aufeinander eingehen, entsteht Musik. Die Antworten sind vielfältig und können je nach Spieler unterschiedlich ausfallen. Das Ergebnis: musikalische Improvisation. „Ob es eine gute Improvisation ist, hängt wie bei einem Gespräch davon ab, wie gut die Teilnehmer aufeinander eingehen, ob sie Interesse aneinander haben, sich zuhören und sich wohlwollend gegenüberstehen“, sagt Kracke.

Dazu haben Interessierte jetzt die Möglichkeit. In drei Workshops im Jugendhaus Scholen soll ein Raum geschaffen werden, in dem musikalische Interaktionen entstehen können. Dabei werden die Teilnehmer auf musikalischer, sprachlicher und auf der Bewegungsebene durch verschiedene Übungen und Spiele zu einem eigenen musikalischen Ausdruck angeregt. Das Angebot richtet sich also an Kinder und Jugendliche ab sieben Jahren mit und ohne musikalische Vorkenntnisse. „Die eigenen Fähigkeiten zur musikalischen Improvisation können nur in dem Moment des Schaffens entwickelt werden“, erklärt der Jugendpfleger. Es gehe um das Experimentieren in der Gruppe, um das gemeinsame Jammen.

Der Erzieher hatte bereits 2011 die Idee, eine Improvisationsgruppe ins Leben zu rufen. Die eigenen Vorstellungen vermischten sich mit dem „Drum Circle“-Konzept von Musiker Arthur Hull. Dieses dient dazu, auch Nichtmusiker für das gemeinsame Erleben von Musik zu begeistern und Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Konzentration oder Wachsamkeit zu stärken. Ein Kurs bei Konstantina Dogani, einer Professorin für Musik in der frühen Kindheit, finalisierte dann Krackes Idee des neuen Angebots: das „Jamsession-Orchester“.

Kracke, der auch Schlagzeug-Lehrer ist, hat eine Sammlung an Trommeln und Perkussionsinstrumente. Bei den Sessions kommen daneben auch Xylofone und Glockenspiele, aber auch virtuelle Synthesizer, die über das Touchpad eines Tablets gespielt werden, und ein großes Saiteninstrument namens Stringbord zum Einsatz. Grundlage ist die pentatonische Tonleiter, die auf fünf Töne reduziert ist („penta“ ist griechisch und bedeutet „fünf“). „Daraus ergibt sich ein Gefühl der Sicherheit, ,nichts Falsches’ spielen zu können und lässt so das eigene Spiel mutiger werden“, sagt Kracke.

Im Vordergrund stehe beim „Jamsession-Orchester“ neben dem gemeinsamen Musizieren die Möglichkeit, sich auszuprobieren, seine eigene Kreativität zu entdecken und Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Auch können technische und musikalische Inhalte vermittelt werden, mit denen die Musiker ihr Repertoire erweitern können, sagt Kracke. Er plant, das „Jamsession-Orchester“ in Zukunft auch in anderen Bereichen wie Kindergärten, Schulen oder bei Veranstaltungen für Senioren anzubieten.

„Einfach vorbeikommen, mitmachen und genießen“, lädt Kracke alle Interessierten ein. Und zwar nicht nur zu den Workshops, sondern auch zur Abschlussveranstaltung bei den „Kinder- und Jugendtagen“ in Scholen am Samstag, 29. April, von 14 bis 18 Uhr, am Bewegungskindergarten und auf dem benachbarten Sportplatz. Gastgeber sind der Kindergarten und der Förderverein Jugendarbeit Engeln.

Die einstündigen Workshops beginnen Dienstag, 25. April, und Freitag, 28. April, jeweils um 15.30 Uhr im Jugendhaus Scholen, Dahrelsen 38. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Informationen und Anmeldungen unter juha.scholen@gmx.de.

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