Eine Neue im Programm bringt gleich ihren Sohn mit

Jahrestreffen: Mittlerweile 31 Medizin-Stipendiaten

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Eine große, stattliche Gruppe: Die Medizin-Stipendiaten des Landkreises Diepholz trafen sich gestern mit ihren Mentoren sowie Landrat Cord Bockhop (l.) und Kreistags-Fraktionsvorsitzenden im Forsthaus Heiligenberg zum Meinungsaustausch.

Br.-Vilsen - Von Anke Seidel. Sie wächst und wächst, die Runde bei diesem Jahrestreffen: 31 Medizin-Studenten profitieren mittlerweile vom Stipendiaten-Programm des Landkreises Diepholz, der für diese Form der Nachwuchs-Sicherung Jahr für Jahr mehr als 100 000 Euro ausgibt.

„Das ist schon eine Hausnummer“, stellt Landrat Cord Bockhop fest, der im Forsthaus Heiligenberg locker mit den angehenden Ärzten plaudert – genauso wie ihre Mentoren und Fraktionsvorsitzende des Kreistags. Welche Chancen und Möglichkeiten haben diese jungen Mediziner – und wo gibt es freie Stellen? Diese Fragen prägen das gemütliche Mittagessen, das den Rahmen für das Treffen bildet.

Eine ganz besondere Mahlzeit bekommt der jüngste, erst ein halbes Jahr alte Gast. Seine Mutter Julia Beuchel stillt ihren Sohn, während sie lächelnd mit den anderen Gästen plaudert. Die 27-Jährige studiert an der Pavol-Jozef-Safárik-Universität in Kosice, Slowakei. Sie ist zum ersten Mal dabei – wie Valentin Depperschmidt (25), der an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg studiert, und Layla Bari (25), die einen Studienplatz an der Justus-Liebig-Universität Gießen erhalten hat. Diese drei Stipendiaten sind in diesem Jahr neu in das Programm aufgenommen worden, berichtet der Landrat. Genau das läuft zurzeit im sechsten Jahr. Ein junger Mediziner hat es bereits erfolgreich absolviert. Der 28-jährige Jeyachandru Emanualyanus aus Syke arbeitet bereits in der geriatrischen Fachabteilung der Klinik Bassum. Unabhängig davon: Dr. Michael Höge aus der Klinik Diepholz sitzt mit am Tisch – und kann den Absolventen in spe von einer freien Stelle in der Kardiologie berichten.

„Da bleiben wir am Ball“

300 Euro pro Monat zahlt der Landkreis den Stipendiaten während des Studiums – wenn sie sich verpflichten, im Anschluss in seinem Gebiet zu wirken. 450 Euro sind es für Studierende im Ausland (zurzeit fünf).

Die Medizin der Zukunft ist weiblich – das zeigt der Blick in das Restaurant ganz deutlich. Sieben Studentinnen sitzen an einem runden Tisch und diskutieren mit dem Landrat über ihre Möglichkeiten. Bockhop signalisiert, dass es in den kommenden Jahren durchaus Veränderungen geben kann – und nennt als Beispiel die Geburtshilfe, die es im Landkreis nicht mehr gibt: „Da bleiben wir am Ball, aber es ist unendlich schwierig.“ Nein, signalisieren die jungen Frauen, auf eine Fachrichtung haben sie sich definitiv noch nicht festgelegt.

Können sie sich eine Aufgabe als Hausärztin vorstellen? Diese Frage löst bei keiner Studentin am Tisch Begeisterung aus: Nein, eher nicht.

Im weiteren Gespräch ist schnell klar: Einen Medizin-Studienplatz zu bekommen, ist schwer. Die 22-jährige Karla Krause aus Sulingen hat sich zur Krankenschwester ausbilden lassen – und so die Wartezeit auf ihren Studienplatz überbrückt, sagt sie: „Medizin wollte ich immer schon studieren.“

Layla Bari (25) aus Twistringen hat ebenfalls eine berufliche Qualifizierung als Sprungbrett genutzt. Sie ist gelernte Rettungsassistentin – und die zweite Medizinstudentin in ihrer Familie. Ihre große Schwester Melav (27) steht kurz vor dem Abschluss. Ganz besonders lobt sie die Unterstützung an den Kliniken im Landkreis Diepholz bei den Praktika, die zum Studium gehören. Was Lena Vullriede (20) aus Rahden nur bestätigen kann: „Sie geben sich alle große Mühe.“

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