Ein Jahr in den USA: Thomas Rust aus Schwarme besucht College, arbeitet in amerikanischer Firma und reist herum

Das Land der unbegrenzten Erlebnisse

Thomas Rust hat in den USA unter anderem den Yellowstone-Nationalpark besucht.
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Thomas Rust hat in den USA unter anderem den Yellowstone-Nationalpark besucht.

SCHWARME4000 Fotos hat Thomas Rust in den USA gemacht, seine neuen Eindrücke hingegen sind unzählbar. „Das war wirklich eine spannende, lohnenswerte Erfahrung“, sagt der 21-Jährige aus Schwarme. Er verbrachte im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) ein Jahr in der Stadt Appleton im Bundesstaat Wisconsin. Während deutsche Austauschschüler in den Vereinigten Staaten üblicherweise die Highschool besuchen, schnupperte Thomas in das amerikanische Arbeitsleben hinein: „Das hat mich auf jeden Fall weitergebracht.“

„Ich war das erste Mal Patin für einen Auszubildenden“, sagt die Bundestagsabgeordnete Katja Keul (Grüne), die Thomas das Stipendium verschafft hat. „Das Programm für die jungen Berufstätigen ist etwas anders als für Schüler. Sie werden erst ein halbes Jahr ausgebildet und arbeiten danach. Um den Job müssen sie sich selbst kümmern. Im zweiten Halbjahr zahlen sie auch Unterhalt an ihre Gastfamilie.“

Thomas hatte in Hoya eine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker absolviert, bevor er sich für das PPP bewarb – und genommen wurde. Im August vergangenen Jahres flog er nach New York, wo zunächst ein dreitägiges Seminar anstand. „Dort wurde uns etwa erklärt, wie man in den USA ein Auto kauft“, sagt Thomas. Danach ging es nach Appleton.

In den ersten sechs Monaten seines USA-Aufenthalts besuchte Thomas das College und vertiefte in Kursen seine Englisch- und seine beruflichen Kenntnisse. „Ich hatte viel Freizeit, die ich meist zusammen mit anderen Deutschen verbracht habe“, erzählt der Schwarmer. Ein besonderes Erlebnis war für ihn die Anschaffung eines Chevrolet Malibu: „Mein erstes eigenes Auto.“

Seine Gastfamilie bezeichnet Thomas als „ganz nett“ – mehr nicht. „Sie nimmt seit zehn Jahren immer mehrere Austauschgäste auf und wusste, was ich brauche. Aber wir haben nicht viel zusammen unternommen.“

Nach der College-Zeit machte sich Thomas auf die Suche nach einem Job. Ein Bekannter stellte den Kontakt zu einer Firma her, die Teile für die Verpackungsindustrie anfertigt. Dort fing der Schwarmer als „Machine Operator“ an. „Ich habe Werkzeugmaschinen eingerichtet und programmiert. Dabei habe ich eine neue Steuerung gelernt. Spannend war auch die Arbeit mit dem Inch-System. Ich musste die metrischen Zeichnungen umrechnen.“

In der amerikanischen Firma fühlte sich der 21-Jährige wohl: „Alle waren locker.“ 15 Dollar bekam er pro Stunde. Nach der Arbeit ging der Schwarmer oft ins Fitnessstudio. Mit seinen meist älteren Kollegen verstand er sich gut, Freundschaften zu gleichaltrigen Einheimischen aufzubauen fand er indes schwierig. „Die meisten Amerikaner arbeiten neben dem College total viel und haben keine Zeit.“

An mehreren Wochenenden und im letzten Monat seines Aufenthalts erkundete Thomas die Staaten per Auto und Flugzeug. „Einmal habe ich in zwei Wochen 11000 Meilen mit dem Auto zurückgelegt.“ Seine Reisen führten ihn unter anderem zu den Niagarafällen, nach Detroit, zum Grand Canyon, in den Yellowstone-Nationalpark, nach Seattle und Denver. „Salt Lake City war schön, San Francisco und Chicago auch. Aber Los Angeles hat mich enttäuscht. Das ist einfach nur eine riesige Stadt mit viel Verkehr.“

Gefallen hat ihm in den USA auch, dass „man mit den Leuten viel schneller ins Gespräch kommt. Und viele kleine Dinge, zum Beispiel, dass man am College überall seine Plastikflasche an Trinkhähnen füllen kann.“

Dafür freut er sich jetzt, endlich wieder deutsches Brot, Brötchen und Aufschnitt genießen zu können. In zwei, drei Jahren will Thomas erneut in die USA fliegen – aber nur für einen Urlaub. Beruflich sieht er seine Zukunft in der Heimat: Im September möchte der Schwarmer einen neuen Job antreten.

mah

Das Stipendienprogramm PPP

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) ist ein gemeinsames Stipendienprogramm des Deutschen Bundestags und des US-Kongresses. Darüber bekommen jedes Jahr 285 Schüler von 15 bis 17 Jahren sowie 75 junge Berufstätige bis zu 24 Jahren aus Deutschland die Chance, für zwölf Monate in die USA zu gehen. Bundestagsabgeordnete nominieren die Stipendiaten und betreuen sie während ihres Aufenthalts in Amerika als Paten. Zeitgleich verbringen 350 junge US-Bürger ein Jahr in Deutschland. Ziel des PPP ist es, ein Netzwerk persönlicher Verbindungen zwischen jungen Menschen in den USA und in Deutschland zu knüpfen, um gemeinsame politische Wertvorstellungen zu festigen und unterschiedliche Lebensweisen im anderen Land kennenzulernen. Die aktuelle Bewerbungsphase endet am 12. September. Kontakt unter E-Mail ppp@bundestag.de.

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