Nino de Angelo im Interview

„Weihnachten hat für mich eine sehr emotionale Bedeutung“

+

Bruchhausen-Vilsen/Syke - Nino de Angelo zählt zu den erfolgreichsten deutschen Schlagersängern. Mit dem Titel „Jenseits von Eden“ landete der jetzt 54-Jährige im Jahr 1984 einen Hit, der auch außerhalb von Deutschland für Furore sorgte und bis heute auf vielen Partys nicht fehlen darf. Seit Anfang des Jahres lebt Nino de Angelo in Bruchhausen-Vilsen.

Im Interview mit der Mediengruppe Kreiszeitung sprach der Sänger ­darüber, wie er Weihnachten feiert und welche musikalischen Ziele er sich für die ­Zukunft vorgenommen hat. Das Gespräch führten ­Stefanie Bredemeyer und Christian Goldmann.

Herr de Angelo, was für eine Bedeutung haben die Weihnachtszeit und das Weihnachtsfest für Sie?

Nino de Angelo: Weihnachten hat für mich eine sehr emotionale Bedeutung. Mir ist wichtig, die Festtage mit meiner Familie zu verbringen, was nicht immer ganz leicht ist, weil die einzelnen Mitglieder sehr verstreut sind. Meine erwachsenen Kinder beispielsweise leben in Köln, mein Vater in Stuttgart. In jedem Fall ist es für mich von großer Relevanz, mit den für mich wichtigsten Menschen für drei Tage lang richtig eng zusammen zu sein. Weihnachten ist ein Fest der Liebe und der Besinnung. Das Jahr geht zu Ende, und man lässt zu diesem Anlass viel Revue passieren und hofft, wie eigentlich immer, dass im nächsten Jahr alles besser werden wird.

Wie werden Sie in diesem Jahr das Weihnachtsfest begehen?

Ich werde zu meinen Kindern nach Köln fahren. Außerdem werden die Mutter meiner Kinder sowie auch meine eigene Mutter dabei sein. Zu meinem Vater werde ich es leider nicht schaffen.

Wie kann man sich ein typisches Weihnachtsfest bei Nino de Angelo vorstellen?

Also, ich kann Ihnen sagen, wie es in diesem Jahr werden wird: Es wird sehr gemütlich zugehen. In Italien aber, wo nach wie vor ein Großteil meiner Familie lebt, und ich schon oft mit gefeiert habe, geht es deutlich turbulenter zu. Dort kommen alle an einer riesigen Tafel zusammen, und man ist die ganzen Feiertage über im Prinzip immer nur am essen. Dazu gibt es natürlich jede Menge guten Wein, und wenn man mit dem Essen fertig ist, spielen die Männer Karten, und die Damen bereiten schon die nächste Mahlzeit zu.

Was kommt dann üblicherweise auf den Tisch?

Ach, alle möglichen Sachen, angefangen von verschiedenen Fischspezialitäten über Lamm bis hin zu Pasta. Eine besondere italienische Spezialität ist das Capretto, das Zicklein. Obwohl, wenn man sich das lebendige Tierchen vorstellt, kann es einem schon leid tun. Deswegen sagen wir besser Lamm dazu. Oft haben wir in der Vergangenheit auch mal Muscheln gegessen, und natürlich gibt es auch typisches italienisches Weihnachtsgebäck.

Und wie waren im Vergleich dazu die deutschen Weihnachtsfeiern?

Diese Feste waren deutlich gediegener. Als ich ein Kind war, da wurde ein Weihnachtsgedicht vorgetragen oder aus der Bibel vorgelesen. Und ich kann mich noch erinnern, dass ich immer ein Hemd und eine Krawatte ­tragen musste. Aber natütlich hatte das auch etwas Festliches.

Sind Sie denn auch gläubig und ist der Kirchgang für Sie an Weihnachten obligatorisch?

Ja, ich bin ein sehr gläubiger Mensch, auch wenn ich nicht immer mit allem einverstanden bin, was die Kirche vorgibt. Aber natürlich gehe ich ab und an mal auch gerne in die Kirche, und habe mir vor kurzem das sehr schöne Gotteshaus in meiner neuen Heimat in Bruchhausen-Vilsen angeschaut. Überhaupt mag ich Kirchengebäude sehr gerne und könnte mir sehr gut vorstellen, dort einmal ein Konzert zu geben. Das ist ein kleiner Traum von mir.

Was für ein Repertoire würden Sie bei solch einem Anlass zum Besten geben?

Kollegen wie Angelika ­Milster spielen immer wieder ein richtiges Weihnachtsprogramm mit unterschiedlichsten Liedern, und genau so etwas könnte ich mir auch für mich vorstellen. Als Titel käme etwa sehr gut das „Ave Marie“ infrage oder auch etwas Klassisches wie „Nessun dorma“ aus der Oper „Turandot“.

Wo wir gerade über Musik sprechen: Welche Karrierepläne haben Sie für das kommende Jahr?

Für mich als Musiker ist es stets wichtig gewesen, mich weiterzuentwickeln, mich neu zu erfinden. Und so gibt es auch jetzt eine Menge an Ideen, die ich möglichst zeitnah umsetzen möchte. Ich bin etwa dem Blues oder dem Jazz verbunden. Eine andere Idee ist beispielsweise, in die Richtung Swing zu gehen – und mit einer großen Big Band aufzutreten, so wie es Udo ­Jürgens getan hat. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, eine Swing-Version von „Jenseits von Eden“ einzuspielen und vorzutragen. Außerdem möchte ich im kommenden Jahr sehr viel auf der Bühne stehen. Die 2017 ins Leben gerufene „Mr. Jenseits von Eden“-Tour wollen wir in jedem Fall fortsetzen. Für die Live-Performance bin ich einfach gemacht.

Kommen wir noch einmal auf Weihnachten zu sprechen: Welche Bedeutung haben Geschenke für Sie?

Für mich persönlich haben Geschenke keine große Bedeutung. Ich freue mich zwar, aber ich muss nicht großartig etwas bekommen. Allerdings beschenke ich gerne andere. Vor allem bei Kindern ist es eine Freude, die großen Augen zu sehen. Ansonsten sind die wahren Geschenke für mich Glück, Gesundheit und das Talent, das ich bekommen habe. Und nicht zuletzt ist Frieden für mich ein großes Geschenk. Von dem haben wir allerdings viel zu wenig, aber leider wird sich das wohl nicht mehr ändern.

Mittlerweile leben Sie seit fast einem Jahr in Bruchhausen-­Vilsen. Sind Sie dort gut angekommen?

In jedem Fall. Der Ort ist sehr schön und ich bin sehr herzlich aufgenommen worden. Ich habe ein sehr gutes italienisches Restaurant gefunden und liebe auch die viele Natur, die es um mich herum gibt. Ich gehe immer wieder in den umliegenden Wäldern laufen. Zuvor hatte ich 37 Jahre lang in der Großstadt gelebt, was ich mir momentan überhaupt nicht mehr vorstellen kann. Dort verliert man einfach zu viel Lebensqualität.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Brand an der Dresdener Straße in Sulingen

Brand an der Dresdener Straße in Sulingen

Das rasante Rennen um Follower - "The Crew 2" im Test

Das rasante Rennen um Follower - "The Crew 2" im Test

Zu Gast in einer Käseschule im Allgäu

Zu Gast in einer Käseschule im Allgäu

Werder-Training am Mittwoch

Werder-Training am Mittwoch

Meistgelesene Artikel

Lagerhalle an Dresdener Straße steht in Flammen

Lagerhalle an Dresdener Straße steht in Flammen

Exotische Pflanze blüht nach 35 Jahren auf

Exotische Pflanze blüht nach 35 Jahren auf

Twistringen hat einen neuen König: Dieter Kathmann erzielt 20 Ringe

Twistringen hat einen neuen König: Dieter Kathmann erzielt 20 Ringe

A1-Sanierung macht sechswöchige Teil-Sperrung des Dreiecks Stuhr nötig

A1-Sanierung macht sechswöchige Teil-Sperrung des Dreiecks Stuhr nötig

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.