Info-Café zum Thema „Schweigen brechen“ / 35 Prozent der Frauen betroffen

Gewalt keinen Raum lassen

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„Kein Zentimeter für Gewalt“: Das forderten die Jugendlichen der Kirchengemeinden.

Br.-Vilsen - Von Regine Suling. „Kein Zentimeter für Gewalt“: Das Plakat, das die kirchlichen Teamer in der Hand hielten, sprach eine deutliche Sprache. Und das unterstrichen die Jugendlichen, indem sie sich eng aneinander stellten. Der Gewalt keinen Raum lassen – das wollten in Bruchhausen-Vilsen am Mittwochnachmittag viele Menschen anlässlich des „Internationalen Gedenktags gegen Gewalt an Frauen“.

Erstmals kooperierten die Gleichstellungsbeauftragte Christine Schröder und Pastorin Anja von Issendorff. Sie stellten im Brokser Gemeindehaus ein Info-Café auf die Beine. Dessen Motto: „Frei leben ohne Gewalt – Standpunkte gegen Gewalt“.

„Wer von uns hat schon mal etwas von häuslicher Gewalt gehört?“ Als Christine Schröder diese Frage in die große Runde stellte, hoben sich viele Hände. Ins Persische und Albanische übersetzten zwei Frauen die kurze Ansprache. Denn viele Flüchtlinge waren ebenfalls im Info-Café zu Gast.

„Schon im Grundgesetz steht etwas gegen Gewalt“, erzählte die Gleichstellungsbeauftragte. Zum Beispiel, dass die Würde des Menschen unantastbar und Frauen und Männer gleichberechtigt seien. „Wir leben in Deutschland und kommen aus vielen Ländern. Das Grundgesetz gilt für uns alle“, sagte Schröder.

35 Prozent der Frauen weltweit erlebten häusliche Gewalt, in Deutschland sind es laut Statistik 25 Prozent. Deswegen sei es wichtig, das Thema jedes Jahr aufs Neue ins Blickfeld der Bevölkerung zu rücken – mit einer wehenden Fahne vor dem Rathaus, aber auch mit 42000 Brötchentüten mit dem Schriftzug „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte!“, die in den Landkreisen Diepholz und Nienburg in den Bäckereien über die Tresen gingen.

„Schweigen brechen“: Das war das Thema in diesem Jahr. Ganz plastisch machten das die Teamer und Konfirmanden aus Bruchhausen und Vilsen. „Sie nehmen bei den Besuchern Standpunkte auf und setzen sie kreativ in Szene“, erzählte Anja von Issendorff. Die Pastorin freute sich über das Engagement der Jugendlichen. Eigentlich wollten diese sich mit Gewalt an sich beschäftigen. Der Schwenk zur häuslichen Gewalt war ein besonderer: „Das ist schon ein Stück näher dran am Privaten. Und das ist kein Thema, mit dem man sich gerne beschäftigt“, sagte Christine Schröder.

Die Arbeit der Teamer und Konfirmanden soll in ein Ergebnis münden – zum Beispiel in ein Plakat oder sogar eine Ausstellung.

Das Info-Café war gelungen, auch weil es so international war: „Wir haben hier für die Flüchtlinge eine vertraute Atmosphäre, die sie schon kennen. Viele von ihnen kommen häufiger her“, sagte Anja von Issendorff. Christine Schröder hatte Flyer vorbereitet. In sechs Sprachen informieren die Blätter darüber, welche Rolle das Grundgesetz spielt. Und wo man sich Hilfe holen kann, wenn einem ganz persönlich Gewalt widerfährt.

Christine Schröder ist unter Telefon 04252/391116 erreichbar.

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