Statt Weihnachtsmarkt: Vorfreude im Wohnzimmer

In vielen Stuben in Bruchhausen-Vilsen steht der Christbaum dieses Jahr früher als gewohnt

Familie mit Mund-Nasen-Masken vor einem Tannenbaum in der Wintersonne
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Ein Bäumchen für Oma: Jens Windhorst (Mitte) mit seinen Kindern (von links) Juliana, Nils und Eric. Unterstützt wurden sie bei der Baumsuche von Leon.

Samtgemeinde – „Mein Motto: Mehr ist mehr“, schmunzelt Jana Janzen mit Blick auf ihren Weihnachtsbaum. Den hat sie schon Anfang Dezember in Wietzen gekauft. „Ich finde es wichtig, den Baum selbst zu schlagen“, sagt die Hollenerin. „Er muss groß und ausladend sein und wird traditionell rot-gold geschmückt.“ Die Lichter am Baum leuchten von Anfang Dezember bis Mitte Januar täglich von fünf bis 23 Uhr, gesteuert über eine Zeitschaltuhr. Sie stellt den Baum für sich und ihre Familie gerne früh auf – und das hat nichts mit der aktuellen Corona-Lage zu tun.

Wobei der Trend in diesem Jahr tatsächlich dahin geht, seinen Baum eher als sonst zu kaufen: „Wenn schon alle Weihnachtsmärkte ausfallen, holen sich die Menschen damit wenigstens ein bisschen Weihnachtsatmosphäre ins Haus“, weiß Jürgen von Engeln, der in Schwarme Tannenbäume verkauft. Auch bei Alexandra Kluwig und ihrer Familie in Martfeld schmückt der Weihnachtsbaum bereits das Wohnzimmer – und das früher als sonst. „Damit haben wir alle mehr vom Baum und können das länger genießen“, sagt die zweifache Mutter.

Wenn man schon zu Hause sein müsse und keinen Weihnachtsmarkt erleben könne, solle es wenigstens schön gemütlich sein, findet sie.

Bei Lena Osterwald und ihrer Familie in Loge gehört ein geschmückter Baum ebenfalls lange vor dem Heiligabend ins Wohnzimmer. „Das machen wir seit der Geburt unserer Tochter Emily so. Für uns bringt der Baum Gemütlichkeit in die Adventszeit.“

Am Samstagmittag waren all diejenigen unterwegs, die noch auf der Suche nach dem richtigen Baum waren. Ob er keine Angst gehabt habe, dass der Lockdown einen Tannenbaumkauf möglicherweise zunichtemachen würde? „Dieses Risiko sind wir eingegangen“, sagt Jens Windhorst aus Oiste. „Wir kaufen unseren Baum immer am letzten Samstag vor Heiligabend und stellen ihn dann am vierten Advent auf“, berichtet der Familienvater. Er streifte zusammen mit seinen Kindern durch den Hustedter Weihnachtswald, um nach zwei Bäumen frisch vom Feld zu suchen.

Einen kleinen hatten sie schon gefunden: „Der ist für meine Schwiegermutter.“ Nach dem großen Exemplar forschte die Familie noch. Er hätte schon einen gehabt, sagt Jens Windhorst. Aber dann mäkelten andere Familienmitglieder herum, dass ein Ast nicht schön und der Baum einfach nicht die richtige Wahl sei. „Zu zweit oder alleine geht das schneller“, sagt Jens Windhorst augenzwinkernd. Geschmückt werde der Baum dann traditionell rot-gold und auch mit sorgsam gehüteten Kugeln der Vorfahren.

Ganz anders bei Jeanine Müller und ihrer Familie: „Wir suchen einen Baum, der 2,50 Meter hoch ist. Ich mag es gern, wenn er dicht ist und man den Stamm nicht sieht“, erzählt die Hustedterin. „Wir machen den ganz bunt mit vielen bunten Kugeln.“ In einer davon stecke sogar glitzerndes Konfetti.

Auch Familie Müller stellt ihren Baum traditionell am Sonntag vor Weihnachten auf. „Das ist immer ein ziemliches Projekt und dauert schon ein paar Stunden“, sagt Jeanine Müller.

Innerhalb kürzester Zeit hatte sie gemeinsam mit ihrem Mann Marcell und Tochter Linnea den richtigen Baum gefunden und wartete mit dem Aufstellen und Schmücken schließlich gar nicht mehr bis zum Sonntag: Bereits am Samstagabend brachte der bunt geschmückte Christbaum vor-weihnchtliche Atmosphäre in ihr Haus.

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