Schützender Piks für 420 Menschen

Impftag in Bruchhausen-Vilsen: Das halten Senioren vom Ablauf

An der Anmeldung: Die Senioren müssen Cathleen Brinkmann, Sachgebietsleiterin des Sozialamts, und der Auszubildenden Lale Bötcher ihren Personalausweis zeigen. Im Gegenzug erhalten sie ein Zettelchen mit einem QR-Code drauf und dürfen eintreten.
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An der Anmeldung: Die Senioren müssen Cathleen Brinkmann, Sachgebietsleiterin des Sozialamts, und der Auszubildenden Lale Bötcher ihren Personalausweis zeigen. Im Gegenzug erhalten sie ein Zettelchen mit einem QR-Code drauf und dürfen eintreten.

Br.-Vilsen – In der Mensahalle fand endlich wieder eine Veranstaltung statt. Kein Konzert, sondern eine großangelegte Impf-Aktion für die Ü-80-Bürger der Samtgemeinde.

Für Gabriele von der Thüsen und ihre 93-jährige Mutter Marianne Neubert stand gestern ein Mutter-Tochter-Ausflug der besonderen Art auf dem Programm. Ihr Ziel: Das Corona-Impfzentrum in der Mensahalle in Bruchhausen-Vilsen. Dort sollten rund 400 bis 500 Menschen über 80 Jahren den rettenden Piks erhalten. Auch Marianne Neubert bekam dafür eine Einladung von der Samtgemeinde.

Von Martfeld aus war der Weg nach Bruchhausen-Vilsen nicht weit, was Mutter und Tochter besonders freute. „Besser geht es nicht. Ganz nach Bassum ins Impfzentrum zu fahren, wäre umständlich. Der Weg vom Parkplatz in die Mensahalle ist hier ebenfalls gut zu schaffen“, meint Gabriele von der Thüsen. Die 73-Jährige ist bei einem Pflegedienst tätig und hat die Impfung bereits hinter sich. Nun will sie ihrer Mutter seelischen Beistand leisten.

Angst vor dem Piks oder den Nebenwirkungen hat Marianne Neubert jedoch nicht. „Wenn doch, wäre ich schließlich nicht hier“, sagt sie keck. An der Mensahalle angekommen, zeigt sie Cathleen Brinkmann, Sachgebietsleiterin des Sozialamts, und der Auszubildenden Lale Bötcher ihren Personalausweis und erhält im Gegenzug ein Zettelchen mit einem QR-Code drauf. Dieser werde am Ende noch einmal gescannt, um dem Robert-Koch-Institut unter anderem die Anzahl der Geimpften mitteilen zu können, verrät Theres Mattke vom Deutschen Roten Kreuz (DRK).

Dokumente vorlegen und ein Arztgespräch: Diese Stationen durchlaufen Senioren am Impftag

Anschließend werden Mutter und Tochter von Andreas Schnichels begrüßt. Er ist in der Samtgemeinde im Bürgerservice tätig und in der Halle dafür zuständig, den Senioren einen Platz in einer der sogenannten Impfstraßen zuzuweisen. Und er hilft, wenn es mit dem Rollator einmal haken sollte. Die Reihen sind mit ausreichend Sitzgelegenheiten bestuhlt und führen jeweils zu einem Anmeldepunkt. Nach mehrmaligem „Stühlerücken“ misst dort ein DRK-Mitarbeiter die Temperatur und kontrolliert die mitgebrachten Unterlagen, darunter beispielsweise der Aufklärungsbogen.

Auch Marianne Neubert und ihre Tochter haben einige Zettel mitgebracht, die sie dort vorlegen müssen. „Die Organisation ist optimal gelöst, es geht schnell, und wir sind total zufrieden“, lautet die Meinung der beiden Martfelderinnen zum Ablauf im Impfzentrum.

Sind die Formalitäten geschafft, folgt ein kurzes Gespräch mit einem der vier anwesenden Ärzte, die vom Impfzentrum bereitgestellt worden sind. „Diese erkundigen sich beispielsweise nach Allergien, dem heutigen Wohlbefinden und ob bereits eine Corona-Erkrankung vorlag“, erklärt Simon Becker, ebenfalls vom Deutschen Roten Kreuz.

Nach Corona-Impfung: Senioren werden auf mögliche allergische Reaktionen kontrolliert

Anschließend ist es auch schon soweit, und vier impfberechtigte DRK-Mitarbeiter, darunter Krankenschwestern und medizinische Fachangestellte, warten mit der Spritze hinter einer großen Abtrennung. „Injiziert wird der Impfstoff Biontech“, weiß Theres Mattke.

Danach geht es für die älteren Herrschaften weiter in einen Wartebereich. „Dort sollen sich die Senioren noch einmal rund 15 Minuten aufhalten, damit wir kontrollieren können, wie sie auf den Impfstoff reagieren. Es kann möglich sein, dass durch das Vakzin eine allergische Reaktion hervorgerufen wird. Dazu kam es bisher aber bei niemanden“, versichert Simon Becker. Falls es aber doch einmal soweit sein sollte, seien acht Notfallsanitäter vor Ort, um zu intervenieren.

Diese kamen gestern jedoch nur ein einziges Mal zum Einsatz – und das nicht mal im genannten Wartebereich, sondern am Eingang, erinnert sich Andreas Schnichels. „Eine Dame litt unter Kreislaufproblemen. Sie wurde sofort von vier DRK-Mitarbeiter versorgt. Diese fehlten kurzzeitig in den Impfstraßen. Dieses Problem war aber schnell wieder gelöst“, erklärt er. Falls sich an einer Stelle ein Stau bilde, habe das DRK die Möglichkeit, flexibel zu reagieren, und beispielsweise eine weitere Impfstation einrichten, fügt Theres Mattke hinzu. Das war gestern jedoch nicht nötig.

Wie auf einem Flughafen: Andreas Schnichels vom Bürgerservice (links) begrüßt die ankommenden Senioren und weist ihnen ihre Plätze zu.

DRK, Samtgemeinde und Senioren zufrieden: „Wir haben nur positive Rückmeldungen erhalten“

„Insgesamt ist alles hervorragend gelaufen. Wir haben rund 420 Dosen verimpft, die Abläufe verliefen reibungslos, und alles ging zügig voran. Im Schnitt waren die Senioren nach knapp 30 bis 35 Minuten inklusive Nachsorge mit allem durch“, lautet das Fazit von Andreas Schnichels zu der Aktion.

Auch die Ü-80er und ihre Begleitpersonen schienen mit der Organisation zufrieden zu sein. „Wir haben nur positive Rückmeldungen bekommen“, so Schnichels. Dem schließen sich auch die DRK-Mitarbeiter an, die gestern Morgen bereits früher als gedacht starten konnten. „Die Gemeinde hat tolle Vorarbeit geleistet, und die Mensahalle ist prädestiniert dafür, um hier ein Impfzentrum einzurichten. Man hat alles im Blick und kann das Einbahnstraßen-System wunderbar umsetzen“, meint Theres Mattke. Das Konzept solle auch am 11. Mai, wenn für die Senioren die zweite Impfung ansteht, wieder zum Tragen kommen. „Dann wird es voraussichtlich noch schneller gehen, denn viele Papierbögen, die für den gestrigen Tag noch ausgefüllt werden mussten, werden nicht mehr benötigt“, vermutet Andreas Schnichels.

Dann werden sich wohl auch Gabriele von der Thüsen und ihre Mutter wieder auf den Weg machen, um mit dem zweiten Piks der Normalität ein Stückchen näher zu kommen.

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