Schottisch-deutsche Band spielt und singt

„Ballad of Crows“: Bei ihnen wird selbst eine Nierenstein-OP unterhaltsam

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In ihrer neuen Besetzung gastierte die schottisch-deutsche Band „Ballad of Crows“ am Samstag in Süstedt. Auf der Bühne der ausverkauften Nolteschen Scheune spielten die drei Musiker (von links) Paul Bremen (Geige und Gesang), Steve Crawford (Gitarre und Gesang) sowie Pete Coutts (Mandoline und Gesang).

Süstedt - Von Horst Friedrichs. Sie brauchten nur ein einziges Mikro: „Ballad of Crows“, ein schottisch-deutsches Trio, glänzte in Süstedt mit vokaler und instrumentaler Reinheit. „Celticana“ nennen die Drei ihre Musik in Anklang an „Americana“, die folkloristisch geprägten Neuzeit-Songs aus den Vereinigten Staaten.

„Ballad of Crows“ aber sangen und spielten am Samstag in der Nolteschen Scheune deutlich keltisch-europäisch, oft auch ein wenig amerikanisch angehaucht und bisweilen auf eigenen Kompositionen fußend.

Bestechend am Konzert der „Ballad of Crows“ in Süstedt war fraglos ihr dreistimmiger Gesang – zugleich ihr Markenzeichen, das sie in eigenen Public-Relations-Texten als „honigsüß“ bezeichnen. Nur für diesen faszinierend-berührenden Gesang benötigten sie das eine, zentral aufgebaute Mikrofon. Und sie beherrschen es perfekt, das „Harmonizing“, jenen mehrstimmigen, meist improvisierten Gesang, der durch Amerikas Barbershop-Quartets weltberühmt geworden ist.

Den Rest der Töne hörte das Publikum im ausgebuchten Scheunen-Konzertsaal pur, sprich: ohne jegliche Verfremdung durch eine Verstärkeranlage. Kleine, feine Instrumententöne waren es, die im Raum für Stecknadelstille sorgten.

Neues Album soll noch dieses Jahr erscheinen

Steve Crawford, als Frontsänger und Gitarrist, entlockte den sechs Saiten sowohl mit ausgefeilten Akkorden als auch per Single-String-Technik anfeuernde Rhythmik, deren mitreißendes Moment sich unverzüglich auf seine Musikerkollegen übertrug.

Paul Bremen spielte seine Geige kraftvoll, begeisterte die Zuhörer in der Scheune mit keltischer Fiddle-Melodik, und alle drei „Crows“ sorgten mit schottisch-irischen Jigs für angeregtes Füßestampfen in den Sitzreihen.

Dritter im Bunde der Handmade Music ist Pete Coutts, dessen zartes und virtuoses Mandolinenspiel schon zu gutem Zuhören aufforderte, wenn es um die Feinheiten der vier Doppelsaiten ging. Versteht sich, dass Pete Coutts ein Meister auf diesem Instrument ist. Immerhin spielt er es gemeinsam mit Steve Crawford seit mehr als 20 Jahren.

Geigenspieler Paul Bremen kam erst kürzlich dazu, doch schon jetzt haben die „Ballad of Crows“ ein immenses internationales Renommee erreicht. Nicht zuletzt deshalb will die Band noch in diesem Jahr ein neues Album herausbringen.

Wieder und wieder stürmischer Applaus

In Süstedts Noltescher Scheune heimsten die drei Musiker wieder und wieder stürmischen Applaus ein.

Steve Crawford berichtete am Samstag, dass es schon sein vierter Auftritt in der Scheune war – und der erste mit Begleitmusikern. Als „ganz neu und selbst gebacken“ kündigte Crawford die Eigenkompositionen des Abends an. Mit viel Liebe zum Detail intonierte das Trio auch Stücke seines Songwriter-Freunds Davy aus Schottland. Dessen Erlebnisse mit einer Nierenstein-Entfernung gipfelten in dem Titel „Davy’s Day Trip to Aberdeen Royal Hospital“.

Mitsingen geht, tanzen nicht

Geradezu begeisterte Freude machten „Ballad of Crows“ ihrem Publikum mit der Aufforderung zum Mitsingen – „wenn es schon mit dem Tanzen nicht klappt“, scherzte Steve Crawford.

„Wir sind zwei Drittel schottisch und ein Drittel deutsch“, erläuterte Crawford. „Aber wir leben alle im Rheinland.“ Gegründet wurde die Band 2013, und mittlerweile ist sie durch ganz Europa getourt. Süstedt am Samstag darf mit Fug und Recht als ein weiterer Meilenstein innerhalb der Gastspielreisen von „Ballad of Crows“ betrachtet werden.

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