Nachwuchspiloten bauen Modellflieger

Modellflugverein Schwarme: Ihnen steht der ganze Himmel offen

Jungfernflüge erfolgreich: die frischgebackenen Gnumpf-Piloten freuen sich mit ihren Ausbildern und Vereinskollegen über die gelungene Premiere am Himmel über Schwarme. - Foto: Ulf Kaack

Schwarme - Von Ulf Kaack. Sechs Jugendliche des Modellflugvereins Schwarme (MFV) haben einige Wochenenden des ersten Halbjahres 2017 in der Werkstatt verbracht. Unter sachkundiger Anleitung bauten sie jeder für sich einen Modellflieger. Nun sind die Gnumpf-Maschinen fertiggestellt und hatten Premiere am Himmel über dem Flugplatz des MFV.

Nein, ein Gnumpf ist weder eine Begrifflichkeit aus der Comicsprache noch eine literarische Figur von „Herr der Ringe“-Autor J. R. R. Tolkien. Dabei handelt es sich um die Typbezeichnung eines fernsteuerbaren Modellflugzeugs. Rund einen Meter beträgt seine Spannweite, das Abfluggewicht etwa 850 Gramm. Abhängig davon, ob ein elektrischer oder methanolbetriebener Motor verbaut wurde. Ein Gnumpf ist eine sehr schnelle und wendige Maschine, zudem relativ einfach zu bauen.

Ob er denn aufgeregt sei vor dem Erstflug seines Gnumpfes? „Ein bisschen schon, aber eigentlich gibt’s keinen Grund dafür, alles ist perfekt vorbereitet“, sagt der 15-jährige Sönke. Und seine Mitstreiter Ole, Paul, Felix, David und Dennis sehen das genauso.

Denn parallel zum Bauprojekt haben die Nachwuchspiloten auch eine modellfliegerische Ausbildung durchlaufen. Mit der Fernsteuerung am Boden natürlich. Trainiert wurden sie dabei von Wolfgang Bischet, Lars Grabowski und Axel Kipp aus der MFV-Jugendabteilung mit vereinseigenen Maschinen. Dabei wurde mit zwei Fernbedienungen geflogen. Eine hatte der Schüler, die andere der Lehrer. Traten Schwierigkeiten auf oder wurde ein Fehler beim Manövrieren gemacht, konnte der Coach sofort eingreifen.

Der Erstflug der sechs Gnümpfe verlief dann auch ohne technische und fliegerische Komplikationen: Nacheinander hoben sie vom kurzgemähten Gras der Startbahn im Schwarmer Bruch ab, stiegen steil hinauf ins Blau und zogen anschließend entspannt ihre Bahnen unter der Wolkendecke. Ebenso entspannt waren die Gesichtszüge der jungen Piloten: Sechs Monate intensiver Arbeit waren von Erfolg gekrönt. Bruch bei der Landung gab es keinen.

Dabei gingen ihnen wiederum die Fluglehrer helfend zur Hand. Denn so gut die Bauarbeiten zu meistern waren, so komplex ist das praktische Fliegen, gerade wenn Wind und Thermik im Spiel sind. „Unsere Jungs sind schon richtig gut im Umgang mit der Fernsteuerung, benötigen jedoch noch mehr Erfahrung, also Stunden in der Luft“, sagt Lars Grabowski, einer der drei Jugendleiter des MFV. „Das erfordert Übung und Talent. Aber wenn sie weiterhin ordentlich trainieren, werden sie mit Sicherheit noch in diesem Jahr ihren ersten Alleinflug absolvieren.“

Die Gnümpfe sind in Handarbeit entstanden

Entstanden sind die Gnümpfe in klassischer Spantenbauweise aus Sperrholz. Alles in filigraner Handarbeit. Rumpf, Tragflächen, Leitwerk sowie Seiten- und Höhenruder mussten mit Spezialfolie bespannt werden. Mit Holzleim wurden die einzelnen Bauteile und -gruppen miteinander verbunden. Es folgte der Einbau von Motoren, den Empfängern für die Signale der Funkfernsteuerung und der Servos zur Steuerung von Drehzahl, Höhen- und Seitenruder.

Das Gnumpf-Projekt ermöglicht den Jugendlichen einen kostengünstigen Einstieg in ein Hobby, das üblicherweise nicht eben billig ist. MFV-Chef Bernd Beschorner: „Der Basispreis für den reinen Bausatz schlug mit lediglich 90 Euro zu Buche. Darin waren Motor und Servos bereits enthalten. Nur die Fernsteuerung musste mitgebracht werden. Verschiedene Unternehmen haben die Kids außerdem mit Materialspenden unterstützt. Die Betreuung und Unterweisung in die unterschiedlichen Arbeitsschritte leisten die erfahrenen MFV-Mitglieder selbstverständlich kostenlos.“

David, Ole, Paul, Felix, Dennis und Sönke flogen bei der Premiere, bis die Akkus leer waren und stiegen anschließend, ausgerüstet mit neuen Stromquellen, erneut auf in die Lüfte. „Modellfliegen ist ein tolles und anspruchsvolles Hobby“, sagte David nach der Landung seines Gnumpfes und wagte einen Blick in die Zukunft. „Ich werde, ebenso wie meine Mitstreiter, erst mal ordentlich mit meinem Gnumpf trainieren und mehr Flugerfahrungen sammeln. Langfristig steht sicherlich der Bau von weiteren Modellen auf dem Programm. Da gibt es viele Gestaltungsmöglichkeiten in Sachen Größe und Technik, außerdem reichlich Gelegenheit, mich an Wettbewerben zu beteiligen. Da steht uns der ganze Himmel offen.“

Mehr auf www.mfv-schwarme.de

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