Ignaz Netzer begeistert Publikum

One-Man-Show bringt Füße zum Klopfen

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Ignaz Netzer

Süstedt - Von Heide Wirtz-Naujoks. Es war ein kleines, aber feines Konzert, das mehr Besucher verdient gehabt hätte: In der Nolteschen Scheune in Süstedt trat am Samstagabend der Blues-Künstler Ignaz Netzer auf. Das Veranstaltungsteam des Kultur- und Heimatvereins „Süster Kring“ hatte den Abend im Rahmen seiner „Scheunenkonzert“-Reihe organisiert.

Der aus Süddeutschland stammende Sänger bot seinem Publikum traditionellen Blues vom Feinsten. Nachdem er bereits im Jugendalter seine Liebe zum Blues entdeckt hatte, wuchs die Begeisterung für diese ausdrucksstarke Musikrichtung im Laufe der Jahre noch. Seine Ausbildung an der klassischen Gitarre bildet ein gutes Fundament für das spielerische Handwerk. Mit seiner einfühlsamen Art zu spielen zog Netzer die Zuhörer schnell in seinen Bann.

Er eröffnete sein Programm mit „Good Morning Blues“ und sorgte mit melodischen Gitarrenläufen für eine klangvolle Einstimmung auf den weiteren Verlauf des Abends. Mit seiner charakteristischen Stimme, rauchig und warm klingend, verströmte er ein authentisches Blues-Feeling in dem rustikalen Veranstaltungsraum. Lieder der Blues-Legende Mississippi John Hurt wurden genauso gekonnt interpretiert wie das berühmte „Summertime“ von George Gershwin.

In seinen eigenen Kompositionen verwirklicht der Künstler musikalische Ideen, die er mit viel Einfühlungsvermögen und virtuoser Technik umsetzt. Seine Spielfreude ging am Sonnabend schnell auf das Publikum über. Die Zuschauer unterstützten den Musiker mit rhythmischem Fingerschnipsen und Klatschen. Die Holzdielen der Scheune dienten als Resonanzboden für Klopfgeräusche mit den Füßen.

In seiner humorigen Moderation ging Ignaz Netzer auch auf die Entstehungsgeschichte der Musikrichtung ein, die Anfang des vergangenen Jahrhunderts populär wurde. Die dargebotenen Arrangements ließen die musikalische Verwandtschaft des Blues‘ mit Gospels und Spielarten des American Folk erkennen.

Bei dem Stück „If The River Was Whiskey“ holte der Blues-Künstler alles aus einer Mundharmonika, die in dem Zusammenhang auch „Mississippi-Saxophone“ genannt wird. Eben dieser Titel wurde nicht einfach nur gespielt, sondern nach der Manier eines Storytellers artikuliert. Dem Stück „Ramblin‘ On My Mind“ von Robert Johnson verlieh Netzer mit der Bottleneck-Slide-Technik den charakteristischen Sound.

Nach dem eigentlich letzten Song „How Long Must A Story Go On“ ließ der Musiker es sich nicht nehmen, in einer Zugabe noch einmal das Publikum in den Refrain des Lieds „Will The Circle Be Unbroken“ mit einzubeziehen. Die One-Man-Show des Bluesbarden Ignaz Netzer fand großen Anklang bei den Zuhörern, die sich mit lang anhaltendem Applaus bedankten.

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