„Ich habe die Eisenbahn im Blut“ 

Rolf Gerdes steigt als Nikolaus in den Zügen der Museumsbahn zu

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Die Engel Emma und Emilia begleiteten Nikolaus Rolf Gerdes im vergangenen Jahr.

Br.-Vilsen – Ein rotes Kostüm, ein Rauschebart und weiße Handschuhe verwandeln Rolf Gerdes in den Nikolaus. Gemeinsam mit zwei Engeln an seiner Seite bestreitet er in diesem Jahr insgesamt zehn Fahrten mit der Museumseisenbahn – und will damit Kindern Freude bereiten. Zusammen mit drei Kollegen, Martin Kilb, Dennis Mellowitz und Helmut Wilkening, ist er an den Adventswochenenden in den Zügen, die in Bruchhausen-Vilsen starten und enden, unterwegs. Vor allem am dritten Adventswochenende ist viel zu tun. Dann fährt die Bahn zu zusätzlichen Zeiten. Der Grund: der Weihnachtsmarkt in Asendorf.

„Die Eisenbahn ist mein Hobby und mein Beruf gewesen“, sagt Rolf Gerdes, der gebürtig aus Nordenham im Landkreis Wesermarsch kommt. Schon seit Kindstagen fühlt er sich mit der Eisenbahn verbunden. „Ich bin im Bahnhof in Stollhamm in der Gemeinde Butjadingen groß geworden“, sagt er. Sein Vater war Bahnagent. „Es gab eine Gaststätte mit Güterschuppen. Wir konnten dort überall spielen“, erinnert sich der 68-Jährige. Später arbeitete er bei der Deutschen Bahn in Hamburg als Elektroingenieur in der Leit- und Sicherungstechnik. Mittlerweile ist er im Rentenalter, doch hat nach wie vor „die Eisenbahn im Blut“. Eines seiner Hobbys ist die Modelleisenbahn. Zudem ist er Mitglied des Deutschen Eisenbahn-Vereins (DEV) mit Sitz in Bruchhausen-Vilsen und zum dritten Mal spielt er im Dezember den Nikolaus. Darin hat er Übung, mimte er den Mann im roten Mantel schließlich schon bei Verwandten und Bekannten. Zudem schlüpft er auch in die Rolle des Osterhasen bei der Museumseisenbahn.

Die Übernahme dieser Ämter habe sich „so ergeben, denn es wird immer Personal gesucht“, sagt Rolf Gerdes, der in Horneburg im Landkreis Stade wohnt. Von dort aus geht es für ihn am ersten sowie am dritten Adventswochenende nach Bruchhausen-Vilsen. Rund zwei Stunden vor Dienstantritt ist er vor Ort.

Die Bahn dampft am Bahnhof in Bruchhausen-Vilsen los. In Vilsen-Ort steigen der Nikolaus und seine Engel ein. Sie gehen am Zug entlang. „Dann winken die Kinder uns zu“, sagt Rolf Gerdes. Zudem empfangen sie den Nikolaus – in den meisten Fällen – mit Gesang. Dafür würden in den Zügen Liederzettel ausliegen. „Wenn sie nichts singen, sage ich ,hier ist ja gar nichts los‘ und gehe wieder raus“, erzählt der 68-Jährige lächelnd. Dann klappt es. Doch viele Kinder seien bei einigen Liedern nicht mehr so textsicher, bedauert er. „Oh Tannenbaum“ und „Kling, Glöckchen, klingelingeling“ beherrschen sie kaum noch. „In der Weihnachtsbäckerei“ jedoch kennen alle.

Dann beginnen die drei die jungen Fahrgäste zu beschenken. Während der Fahrt nach Asendorf müssen alle Geschenke verteilt werden. „Das ist eine Herausforderung“, meint Rolf Gerdes.

In Asendorf angekommen ist dann Zeit für Fotos. „Das kommt immer wunderbar an“, meint der Nikolaus. Dann geht es wieder zurück und es bleibt Zeit für Gespräche, Fragen, Gesang – und Wünsche. „Ich habe ein großes Nikolausbuch“, erklärt Rolf Gerdes. Darin notieren die Engel die Wünsche der Mädchen und Jungen. Puppen oder Polizei- und Feuerwehrautos würden sich immer darunter finden. Der Nikolaus verspricht den Kids dann, dass er diese an den Weihnachtsmann weitergibt. „Das ist etwas Nettes zur Kontaktaufname“, sagt Rolf Gerdes. „Man muss sich mit den Kindern beschäftigen, auf sie zugehen, sie mit einbinden.“ Einige jedoch würden versuchen, den Nikolaus zu enttarnen, weiß der 68-Jährige. Dies seien meist die Älteren. Sie probieren beispielsweise, am Bart zu ziehen.

Rolf Gerdes schätzt an dem Nikolaus-Amt, „dass man Kinder glücklich machen kann“. „Mein Wunsch ist es, das noch ein paar Jahre zu machen“, sagt er. Auch sein Enkelkind soll nächstes Jahr in den Genuss einer Nikolausfahrt mit der Museumseisenbahn kommen.

Fahrkarten:

Tickets für die Nikolausfahrten mit der Museumsbahn gibt es beim „TourismusService“ Bruchhausen-Vilsen (Bahnhof 2, Telefon 04252/930050), bei der Mediengruppe Kreiszeitung sowie bei an allen anderen bekannten Vorverkaufsstellen von Nordwest-Ticket und unter www.nordwest-ticket.de, tickets.museumseisenbahn.de oder unter Telefon 0421/363636.  

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