Gut aufgestellt

Bauausschuss berät über Konzept für Einzelhandel in  Bruchhausen-Vilsen

Br.-Vilsen - Von Karin Neukirchen-Stratmann. Einstimmig hat der Bauausschuss des Fleckens während seiner Sitzung am Mittwochabend im Rathaus ein Einzelhandelskonzept zur Auslegung empfohlen.

Das Konzept ist nicht neu, bereits 2013 gab es erste Anregungen für die Erstellung eines Konzepts, in den Folgejahren wurde dies dann von der Firma „Stadt + Handel“ aus Dortmund umgesetzt. Ansiedlungsunklarheiten seitens des Einzelhandels hatten dann eine Verzögerung der Weiterentwicklung des Einzelhandelskonzepts zur Folge. 

Dieser Umstand führte dazu, dass Zahlen und Daten in dem Konzept veraltet und für das öffentliche Verfahren nicht mehr verwendbar waren. Die Firma „Stadt + Handel“ hat somit eine Aktualisierung der Strukturanalyse, des absatzwirtschaftlichen Entwicklungsrahmens sowie des Berichts vorgenommen.

Marc Föhrer von „Stadt + Handel“ stellte dem Bauausschuss die Eckdaten des neuen Konzepts vor. „Ziel ist es, dass Konzept nach der Öffentlichkeitsbeteiligung und der anschließenden Abwägungsphase endgültig zu beschließen“, sagte Ausschussvorsitzender Arend Meyer (CDU). 

Der Einzelhandel in Bruchhausen-Vilsen soll besser gesteuert werden

„Mit der Erstellung des Einzelhandelskonzepts soll die Entwicklung und Steuerung des Einzelhandels im Flecken Bruchhausen-Vilsen unterstützt werden. Wir haben dazu aktuelle Aussagen zur Versorgungssituation eingeholt und daraus Empfehlungen zur Optimierung des Einzelhandelsangebots abgeleitet“, erklärte Marc Föhrer. „Mittlerweile ist ein solches Konzept Usus in fast allen Gemeinden.“

Das Konzept soll auch als Grundlage für eine rechtssichere kommunale Bauleitplanung herangezogen werden. In diesem Zusammenhang gibt das Einzelhandelskonzept wichtige Empfehlungen und dient als zentrale Abwägungsgrundlage gemäß den Vorgaben des Baugesetzbuchs, betonte Föhrer.

Im Einzelhandelskonzept enthalten ist eine ortsspezifische Sortimentsliste. Diese soll als Orientierungsleitfaden dienen, um zu beurteilen, welche Sortimente für das Grundzentrum eine Relevanz hätten, geht aus dem Konzept hervor. 

Föhrer: „Hungern muss hier niemand“

Wesentlich seien außerdem die Festlegung des zentralen Versorgungsbereichs, die genaue Beschreibung der Sonderstandorte sowie die Formulierung von Ansiedlungsansätzen für den weiteren planerischen Umgang mit den Einzelhandelsstandorten, sagte Föhrer.

Sein Fazit nach Sichtung aller Fakten und Daten: „Hungern muss hier niemand.“ Gemeint ist damit die sehr gute Versorgung im Flecken hinsichtlich des Lebensmitteleinzelhandels. Auch andere Branchen seien „für ihre Lage und Größe der Gemeinde ganz gut vorhanden.“ 

Eine weitere Ansiedelung eines Lebensmittelgeschäfts sieht Föhrer nicht. „Dann würde ein anderer Anbieter seinen Standort aufgeben müssen und es gäbe wieder einen Leerstand“, sagte er.

Einkaufen kann verschiedene Facetten haben

Der Ortskern von Vilsen als „Erlebniseinkauf“, das Fachmarktzentrum am Scheunenacker als „Versorgungseinkauf“ und der Bereich dazwischen als „Brückenfunktion“, so hat Föhrer die Einkaufsmöglichkeiten im Flecken eingeteilt. 

Für den Bereich des alten Rewe-Markts sieht Föhrer „aktuell keine besondere Erfordernis zur Entwicklung der Fläche. Im Falle von künftigen Entwicklungsvorstellungen seitens eines Investors oder Entwicklers ist der Beitrag zur Zentrenentwicklung sowie die städtebauliche An- und Einbindung des Vorhabens an oder in den zentralen Versorgungsbereich intensiv im Vorfeld einer möglichen weiteren Projektverfolgung zu prüfen.“ 

Zwei ergänzende Standorte sieht das Einzelhandelskonzept vor – den Bereich um den jetzigen Raiffeisenmarkt am Bahnhof sowie eine Fläche gegenüber des Fachmarktzentrums am Scheunenacker. Das Einzelhandelskonzept ist laut Marc Föhrer „die Grundlage für die weitere bauleitplanerische Entwicklung“.

Oft fehlen Nachfolger für inhabergeführte Läden

Hermann Hamann (SPD) sagte, es gebe ein „großes Problem im Ortskern mit inhabergeführten Geschäften, da fehlt oft ein Nachfolger. Was kann man da machen?“ Marc Föhrer wusste darauf keine Antwort. „Es gibt kein Patentrezept, dieses Problem haben viele Kommunen. 

Dazu kommen der Online-Handel und die oft hohen Mietpreise. Man muss über andere Nutzungen nachdenken, als Wohnraum oder Gastronomie, da könnte eine Kommune dann wieder unterstützen. Sie können sich den Einzelhandel nicht herbeizaubern.“

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Schnelle Rennen auf Salz und Sand

Schnelle Rennen auf Salz und Sand

Flucht vor Brexit-Chaos: May auf Rettungsmission in Europa

Flucht vor Brexit-Chaos: May auf Rettungsmission in Europa

Dramatische Lage im Jemen: Alle zehn Minuten stirbt ein Kind

Dramatische Lage im Jemen: Alle zehn Minuten stirbt ein Kind

Deutschland und Frankreich vermitteln im Ukraine-Konflikt

Deutschland und Frankreich vermitteln im Ukraine-Konflikt

Meistgelesene Artikel

Realitätsnahe Feuerwehr-Übung nach Abrissparty in Heiligenfelde

Realitätsnahe Feuerwehr-Übung nach Abrissparty in Heiligenfelde

Dörflicher Weihnachtsmarkt in Nordwohlde ein Besuchermagnet

Dörflicher Weihnachtsmarkt in Nordwohlde ein Besuchermagnet

Alle Katastrophen in einer App: Biwapp im Landkreis Diepholz verfügbar

Alle Katastrophen in einer App: Biwapp im Landkreis Diepholz verfügbar

Autofahrer kommt in Twistringen von Fahrbahn ab - schwer verletzt

Autofahrer kommt in Twistringen von Fahrbahn ab - schwer verletzt

Kommentare