„Eule“ baut stillgelegten Turm um

Ein Hotel für Tiere im Trafoturm

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Planen den Umbau des Trafoturms (von links): Hans-Jürgen Suling und Burkhard Reimann. Nicht auf dem Bild ist Bernd Diekmann.

Schwarme - Der Trafoturm „Im Fleut“ in Schwarme hat ausgedient – allerdings nur was die Stromversorgung angeht. Denn der stillgelegte Trafoturm ist ein hervorragendes Objekt für den Naturschutz, sagt Hans-Jürgen Suling, Leiter der Eule-Umweltgruppe.

Bereits im Jahr 2007 bekundete Burkhard Reimann bei dem Versorgungsunternehmen Avacon ein Übernahme-Interesse für den Turm. „Ein ähnlicher Turm wurde eines Tages komplett abgerissen. Dieses Schicksal sollte den Schwarmer Trafoturm nicht ereilen“, sagt Eule-Mitglied Reimann, der ganz in der Nähe des Turms wohnt.

Tatsächlich kam es dazu, dass der Heimat-, Umwelt- und Kulturverein „Eule“ vor rund einem Jahr die Nutzungsrechte für den Trafoturm erhielt. Jetzt kümmern sich Mitglieder der Umweltgruppe um das Gebäude.

Erste Ideen für eine Nutzung des Turms entstanden schnell. Nach Rücksprache mit Fachleuten des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Jägerschaft stand das Konzept: Ein Hotel für Tiere. In mehreren Abschnitten sollen die Arbeiten dazu in den nächsten Wochen und Monaten realisiert werden.

Fledermaus-Quartier im Obergeschoss

Das ist geplant: Im Inneren des Turms werden mehrere Stockwerke eingezogen. Die Etagen sollen über platzsparende Zugleitern erreichbar sein. Das Erdgeschoss könnte für Erläuterungen, Schulexkursionen oder andere naturnahe Projekte genutzt werden. Auch eine solarbetriebene Webcam bei den Brutkästen wäre denkbar.

In den obersten Stockwerken ein Fledermaus-Quartier angelegt werden. Die vorhandenen Lüftungsschlitze werden dabei als Durchbruch genutzt. Von außen wird im oberen Viertel des Turms eine Holzverkleidung montiert.

Durch die Anbringung von sogenannten Fledermausbrettern in den Nischen des Außenbereichs können zusätzliche Sommerquartiere für Fledermäuse geschaffen werden. Die Mauersteine wärmen sich durch die Sonnenbestrahlung auf und werden so von den wärmeliebenden Tieren bevorzugt aufgesucht.

Komplett von dem Fledermaus-Bereich losgelöst – auch räumlich – sollen Schleiereulen Einzug in den ehemaligen Trafoturm halten. Durch kleinere Umbauten und den Einbau von Nistmöglichkeiten kann insbesondere den Schleiereulen, die unter Brutplatzmangel leiden, im Innenbereich des Oberturmes zu ungestörten Brutplätzen verholfen werden.

Viele Nistplätze im Außenbereich

Im Außenbereich sollen Nistmöglichkeiten für Höhlenbrüter und Halbhöhlenbrüter, Meisen, Trauerschnäpper, Gartenrotschwanz, Zaunkönig, Grauschnäpper und Baumläufer geschaffen werden. Auch an Spatzenkolonien, Schwalbennester und Mauersegler wurde gedacht: Sie können unter einem Überdach brüten. Durch die Anbringung von Insektenhotels mit Hornissenkästen helfen die Eule-Mitgliedern auch diesem stark gefährdeten Großinsekt. Dieses Hotel wird vor die vorhandenen Glasbausteine positioniert um einen Lichteinfall in den Turm zu verhindern.

Bei dem Umbau sollen die charakteristischen Elemente des Trafoturms erhalten bleiben, um Hinweise auf die ursprüngliche Funktion zu vermitteln. Alles in allem wollen die Verantwortlichen ein wahres Paradies für Tiere schaffen.

Auf einer Außentafel am Trafoturm wird über aktuellen Aktivitäten berichtet. Interessierte Mitstreiter für den Umweltschutz dürfen sich gerne bei der Eule melden.

www.eule-ev.de

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