„Betrieb Niedersachsen 2018“

Sieger in Serie: Café und Hofladen Holste mit Innovationspreis geehrt

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Anja und Henning Holste bieten neben ihren Frühkartoffeln, Möhren, Erdbeeren und Co. auch – passend zur Weihnachtzeit – Backmischungen sowie selbst gemachte Kekse an. 

Martfeld - Von Lisa Hustedt. „Wie, ihr habt schon wieder was gewonnen?“, so beschreibt Anja Holste die Reaktion einer ihrer Stammkunden auf die jüngste Auszeichnung des Cafés und Hofladens Holste in Martfeld. Sie und ihr Mann Henning Holste überzeugten fünf Juroren einer Kommission der Landwirtschaftskammer Niedersachsen von ihrem Betrieb und sind somit als innovativster „Betrieb Niedersachsen 2018“ ausgezeichnet worden.

„Im Internet haben wir uns für die Auszeichnung beworben“, erklärt Henning Holste. Nach einer anschließenden Vorauswahl machten sich die fünf Juroren vor Ort ein genaues Bild des Hofladens. „Die Ansage lautete: ,Sie haben anderthalb Stunden, uns zu überzeugen’“, erinnert sich die Inhaberin Anja Holste schmunzelnd. „Sie wollten wirklich alles sehen, um sich ein möglichst umfangreiches Bild zu machen“, erklärt Inhaber Henning Holste. Aspekte des Kriterienkatalogs waren zum Beispiel die Vermarktung, die Landwirtschaft und der Hofladen selbst.

Das reichhaltige Angebot an sowohl regionalen Produkten wie Eiern, Spargel, Erdbeeren, Himbeeren, Kartoffeln und Möhren als auch an überregionalen Spezialitäten beeindruckte die Jury. Doch nicht nur die Auswahl lässt Hof Holste herausstechen, auch die Art und Weise, wie die Lebensmittel geerntet und gezüchtet werden, hebt ihn von seinen Konkurrenten ab. 

„Wir haben jedes Jahr Frühkartoffeln, die im Juni bereits reif sind“, erklärt Henning Holste. Dank einer speziellen Abdeckung und einem wasser- und energiesparenden Bewässerungssystem, das er selbst entwickelt hat, werden die Kartoffeln optimal versorgt.

Die „Möhren-Maschine“ legt das Gemüse direkt auf einen Tisch

Eine weitere innovative Erntemethode von Henning Holste ist die „Möhren-Maschine“. Er kaufte sie in Belgien und passte sie selbst auf seine eigenen Bedürfnisse in Martfeld an. „Die Möhren werden von der Maschine aus dem Boden gezogen. Das funktioniert so, dass ein Band das Grün, das aus der Erde guckt, einklemmt und auf einen Tisch im überdachten Wagen legt.“ 

Während dieses Vorgangs werden sie ebenfalls gewaschen. Im Wagen warten dann bereits drei Angestellte des Hofs darauf, das Gemüse zu bündeln, damit es frisch im Hofladen landet. „Da sie sich nicht bücken müssen, um die Karotten zu ernten, wird der Rücken geschont. Außerdem stehen die Drei immer trocken“, fügt Anja Holste hinzu.

Ebenfalls immer frisch auf den Tisch, oder in diesem Falle ins Sortiment, kommen die Himbeeren und Erdbeeren. Sie wachsen auch in speziellen Tunneln, deren Funktionsweise der eines Gewächshauses entspricht, und werden in der Saison immer morgens gepflückt.

Passende Dekoration und Erinnerungsstücke sind Holste wichtig

Neben all diesen innovativen Ideen von Henning war auch Anja Holstes dekoratives und kreatives Gespür ein ausschlaggebender Grund für die Auszeichnung: „Ich halte unser Personal immer dazu an, den Laden mit Kundenaugen zu sehen“, berichtet sie. Im Arbeitsalltag würde man oftmals an Dingen vorbeigehen, wie zum Beispiel an einer verwelkten Pflanze, wohingegen diese dem Kunden sofort auffällt. 

Die ausgefallene und saisonal immer passende Dekoration des Hofladens beinhaltet auch ein Erinnerungsstück der Inhaberin. „Der rote Trecker, der da steht, auf dem bin ich in meiner Kindheit mit übers Feld gefahren. Damals kam ich noch nicht mal ans Gas“, erinnert sich Anja Holste lachend und deutet auf das Fahrzeug, das mitten im Laden steht.

„Wir probieren immer wieder etwas Neues aus, wofür wir viele positive Rückmeldungen bekommen“, sagt Henning Holste. Die ebenfalls durch und durch positive Bewertung des Gesamtbilds der Juroren spiegelt sich auch an den Online-Bewertungen des Hofs Holste wieder: „Auf Facebook haben wir eine Bewertung von 4,8 von fünf Sternen und auf Google eine mit 4,6“, berichtet Inhaber Henning Holste stolz.

Ab dem 6. Januar ist das Geschäft wieder geöffnet

„Man muss wirklich Lust darauf haben, einen Laden selbst zu führen. Es ist viel Arbeit und Papierkram“, sagtdie Inhaberin seufzend. Am liebsten sei sie im Laden, in der Nähe der Kunden, und verkauft. „Es ist einfach eine schöne Arbeitsatmosphäre.“

Rückblickend auf das von Dürre durchzogene und somit sehr anstrengende vergangene Jahr, freut sich das Ehepaar Holste umso mehr auf ihre Betriebsferien. Am Dienstag, 25. Dezember, werden der Hofladen und das Café Holste für zwei Wochen schließen. Das Ehepaar heißt seine Kunden ab Montag, 6. Januar, wieder willkommen.

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