„IvaNova“ reißt Konzertbesucher mit – hart und energiegeladen, aber auch gefühlvoll

Hollen bebt

Auf der Bühne der „Kastanie“ (von links): Natalia Potapenko, Ekaterina Fedorova, Anastasia Postnikova und Galina Kiseleva. - Foto: Horst Friedrichs

HOLLEN - Von Horst Friedrichs. Es bebte die „Kastanie“ von First bis Fundament: Eine Frauenband ließ Türen und Wände vibrieren, entfesselte ihr Temperament, die Kraft ihres musikalischen Könnens und die Begeisterung des Publikums. Eine kleine Tanzfläche war freigelassen worden, als „IvaNova“ am Donnerstagabend ein Gastspiel servierte, und wie erwartet ließen sich die Zuhörer mitreißen vom „Einheizfaktor“, den die vier furiosen Musikerinnen aus St. Petersburg nach Martfeld-Hollen brachten.

Es war ein regnerischer Herbstabend, am dem sie russische Gefühlsausbrüche ins weite niedersächsische Land transportierten. „Kastanie“-Inhaber Erwing Rau freute sich in seiner Begrüßung über die vielen Zuhörer, die zu dem Veranstaltungs-Highlight gekommen waren.

Wind und Wetter waren ausgesperrt und vergessen, sobald die vier Musikerinnen aus dem Venedig des Nordens ihre wuchtige und zugleich feinsinnig-stolze Bühnenpräsenz entfalteten. Das war Musikclub-Atmosphäre aus der Stadt an der Newa, eins zu eins übertragen in das vertraute Ambiente des Hollener Theaterrestaurants. Dank Internet-Auftritten, Videos und CDs war „IvaNova“ alles andere als eine unbekannte Größe, der die Gäste am Donnerstag in der „Kastanie“ entgegensahen. Und so war der Applaus entsprechend donnernd und anhaltend, als die Vier von der Rock-Punk-Folklore-Band ihren Einzug hielten und die Plätze auf der behaglich dunkel gestylten Bühne einnahmen.

Dank des online erworbenen Grundwissens rechnete wohl niemand im Publikum mit traditioneller russischer Folklore, dafür rocken die vier Petersburgerinnen in ihren Videos viel zu hart und zu energiegeladen. Dennoch fehlten die gefühlvollen Momente nicht, in denen das ländliche Russland mit den Großstädten kontrastierte. In der Vielfalt ihrer Perkussionsausstattung scheuen sich die „IvaNova“-Musikerinnen nicht, ein Waschbrett einzusetzen – hierzulande ein markantes Erinnerungsstück an die Skiffle-Zeiten der 50er- und 60er-Jahre.

Für Schlagzeug und Percussion zeichnete Ekaterina Fedorova verantwortlich, die der Gruppe seit ihrer Gründung im Jahr 2002 angehört. Gleichfalls percussionistisch tätig ist Sängerin Anastasia Postnikova; sie gehört der Band seit 2005 an. Akkordeonspielerin Natalia Potapenko kam 2008 dazu, und die jüngste an Mitgliedsjahren ist Galina Kiseleva, die den Bass bedient. Über Elemente aus Rock, Ska und Punk finden die vier Musikerinnen als hoch talentierte Instrumentalistinnen und Sängerinnen mühelos zu den Wurzeln traditioneller russischer Musik zurück. Das ist die Grundlage für die Lieder, die sie schreiben und sowohl in russischer als auch in verschiedenen anderen slawischen Sprachen singen. Wie rasant rockend, zugleich humorvoll und zum Tanzen anstachelnd ihre Musik ist, bewiesen die „IvaNova“-Musikerinnen in Hollen mit durchschlagendem Erfolg.

Nach ihrem Debütalbum vor 14 Jahren und fünf weiteren Alben brachte die Band jetzt ihre neue CD mit dem Titel „Chemodan“ auf den Markt. Ihre derzeitige Tournee führte sie in deutsche Großstädte wie Köln und Osnabrück, überdies nach Amsterdam und Paris. Aus dem französischen Évreux kam „IvaNova“ direkt nach Hollen, und von dort geht es unter anderem weiter nach Leverkusen.

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