Hochschul-Team analysiert Bruchhausen-Vilsen / 80 Prozent fühlen sich dort wohl

Gewünscht: Mehr Events und Bürgerbeteiligung

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Das wichtigste Merkmal von Bruchhausen-Vilsen – für Einheimische und Touristen: die Museumseisenbahn. Archivfoto: hfr

Br.-Vilsen - Von Mareike Hahn. Freundlich, eher tolerant, gastfreundlich, mittelmäßig kreativ, eher gesellig, eher hilfsbereit und sehr naturverbunden – so schätzen Einheimische und Touristen Bruchhausen-Vilsen ein. Das ist das Ergebnis einer „Stadtmarke“-Analyse, die Professor Olaf Passenheim von der Hochschule Emden/Leer zusammen mit seiner Kollegin Ute Gündling und einigen Studenten erstellt hat. „Wir versuchen, Trends aufzuzeigen und eine Diskussion darüber anzuregen, wo es hingehen könnte“, erklärte Passenheim dem Bauausschuss des Fleckens Bruchhausen-Vilsen bei dessen jüngster Sitzung im Rathaus.

Passenheim und seine Mitstreiter haben von April bis Juni bei mehreren Veranstaltungen in Bruchhausen-Vilsen Fragebögen an Einheimische und Touristen verteilt und sie gefragt, was sie am Ort schätzen, wo sie Potenziale sehen, wo die Schwächen und Stärken liegen. 312 verwertbare Bögen kamen zurück, etwa die Hälfte von Touristen, 15 Prozent von Gewerbetreibenden. Rund 4000 Euro hat der Flecken laut Gemeindedirektor Bernd Bormann für das Projekt bezahlt.

„Sowohl Touristen als auch Einheimische kommen wegen der Freizeitaktivitäten her und sind mit den Einkaufsmöglichkeiten zufrieden“, lautet ein Ergebnis, „Viele Leute, die hier wohnen, pendeln raus“ ein weiteres. Und: „Die Zahl der Urlauber ist noch steigerungsfähig.“

Was fällt Ihnen spontan zu Bruchhausen-Vilsen ein? Die häufigste Antwort der Befragten: die Museumseisenbahn. „Allerdings haben wir viele Passanten am Museumsbahnhof angesprochen“, räumte Passenheim ein. Auch Vilsa und der Brokser Heiratsmarkt fielen etlichen Befragten ein. „Und was ist überhaupt nicht genannt worden?“, fragte der Professor, der mit seiner Familie in Bruchhausen-Vilsen wohnt – und antwortete gleich selbst: „Fahrradwege. Obwohl wir auch Leute gefragt haben, die mit dem Fahrrad unterwegs waren.“ Darüber wunderte sich später Christel Stampe (SPD) und befand: „Das sollten wir als Auftrag sehen, das Thema anzugehen.“

Ein weiteres Resultat der Analyse: „Über 80 Prozent fühlen sich wohl in Bruchhausen-Vilsen. Fast zwei Drittel würden Bruchhausen-Vilsen einem guten Freund als Wohn- und Arbeitsort empfehlen.“ Nur knapp ein Drittel war indes der Meinung, dass sich der Ort wirtschaftlich gut entwickele. „Allerdings können Touristen das schwer beurteilen“, gab Passenheim zu bedenken.

Das Hochschul-Team verglich zudem bei mehreren Punkten die Einschätzung der Gemeinde mit den tatsächlichen Antworten der Befragten. Dabei stellte sich heraus, dass sich die Einheimischen und Touristen noch mehr Freizeitevents und Kulturangebote sowie einen besseren Internetauftritt und mehr Bürgerbeteiligung wünschen. Insgesamt bescheinigte Passenheim den Verantwortlichen der Gemeinde eine „hohe Empathie“ bei der Einschätzung der Bürger und Besucher.

Die Angebote in Bruchhausen-Vilsen, Sulingen und im ostfriesischen Wiesmoor waren ebenfalls Thema. „Die Orte sind von der Größe ähnlich, und Wiesmoor hat eine ähnliche Struktur: nicht nah an der Autobahn, eher im ländlichen Raum, viel Tourismus.“ Bei Tourismus und Freizeit liege Bruchhausen-Vilsen vorn, in Sachen Wirtschaft/Infrastruktur, Bildung und Lebensqualität auf dem zweiten Rang. Das Schlusslicht bildet Bruchhausen-Vilsen bei „Verwaltung“.

Letztere Feststellung sprach Ausschussmitglied Walter Kreideweiß (Grüne) an: „Die Frage ist, woran es liegt – damit sollten wir uns beschäftigen.“

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