„Historischer Erntetag“ an der Behlmer Mühle lockt viele Besucher an

Mit Schwung: Männer mähen Getreide mit Sense

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Walter Nelke (links) und Wilfried Heidhoff zeigten Kristian Streit (an der Kurbel), wie früher an einer „Reeperbahn“ Seile gedreht wurden.

Engeln - Von Heiner Büntemeyer. Neben der Behlmer Mühle standen bis gestern noch etwa zwei Himtsaat Weizen auf dem Feld. Mit einem modernen Mähdrescher mit einem Sechsmeter-Schneidwerk wäre diese Fläche in weniger als zehn Minuten abgeerntet gewesen.

Doch anstatt der Maschine kamen gestern Sensen zum Einsatz. Die Besucher des „Historischen Erntetags“, den der Heimatverein Engeln in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Engeln, dem Kindergarten Scholen und den Schützenvereinen aus Oerdinghausen, Scholen, Engeln und Weseloh veranstaltet hatte, konnten hautnah miterleben und nachempfinden, wie viel Körpereinsatz früher bei der Ernte erforderlich war.

Die beiden „Sensenmänner“ Kurt Früchtenicht und Justus Heitmann mähten das Getreide mit der Sense, Mitglieder der „Alteisen-AG“ aus Asendorf zeigten moderne, motorisierte Erntehelfer, die allerdings bei den meisten Besuchern ebenfalls nur nostalgische Gefühle auslösten. Es waren liebevoll gepflegte kleine Mähdrescher, Strohpressen, Pflüge, Kartoffelroder und Eggen, die von kraftvollen Kaltblütern gezogen wurden. Immer wieder ließ ein alter „Lanz“ seinen typischen Bulddogg-Sound hören, wenn er über das Stoppelfeld bretterte.

Schon 1993 hatte der Heimatverein Engeln einen ähnlichen Erntetag veranstaltet. In diesem Jahr hatten Kurt Früchtenicht und Hermann Tasto beim Vorsitzenden Heiko Albers nachgefragt: „Wollen wir nicht mal wieder so etwas machen?“ Die örtlichen Vereine und die Feuerwehr waren bereit, mitzuhelfen.

In gemeinsamer Arbeit entstand ein vielfältiges Programm, an dem auch die „Behlmer Spinnfrauen“ beteiligt waren, die in der Mühle an ihren Spinnrädern Wolle spannen und auf Tischen selbst gestrickte Wollwaren ausstellten. Der Schützenverein Ordinghausen präsentierte die Erntekrone, unter der die Dorfjugend am Sonnabend noch ihr Erntefest gefeiert hatte.

Die Asendorfer „Alteisen-AG“ beteiligte sich mit zahlreichen alten landwirtschaftlichen Fahrzeugen und noch älteren Erntegeräten an dem Schautag. Vorgestellt wurden diese Geräte von Wilke Meyer, der an diesem Tag für die Moderation zuständig war und den Besuchern zahlreiche technisch Daten über die Oldtimer verriet.

Der Hufschmied Christoph Straßemeyer aus Ehrenburg reiste mit Esse und Amboss an, ein Korbflechter und ein Seiler vervollständigten das Programm. In den Verkaufsständen gab es Kuchen, Würste, gedämpfte Kartoffeln und Getränke. Neben der Mühle saßen auf einem Wagen die „Kolkmusikanten“ und unterhielten die vielen Besucher musikalisch.

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