Orlamünde: Filialen und Mitarbeiter bleiben

Heute wird Insolvenzverfahren eröffnet – Geschäftsbetrieb der Bäckerei läuft weiter

Sabrina Knüppel freut sich vor der Vilser Filiale, dass der Betrieb bei Orlamünde weitergehen kann.
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Sabrina Knüppel freut sich vor der Vilser Filiale, dass der Betrieb bei Orlamünde weitergehen kann.
  • Anne-Katrin Schwarze
    vonAnne-Katrin Schwarze
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Schwarme – Das Insolvenzgericht Syke eröffnet heute planmäßig das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Schwarmer Bäckerei Orlamünde KG. Der Geschäftsbetrieb in den acht Verkaufsfilialen und Kaffee-Häusern wird uneingeschränkt fortgesetzt. Personalmaßnahmen sind nicht geplant, heißt es in einer Pressemitteilung der Kanzlei Dr. Frank Kreuznacht. Das Insolvenzgericht hat ihn zum Insolvenzverwalter bestellt. Der Rechtsanwalt und Betriebswirt hat das Unternehmen bereits im vorläufigen Insolvenzverfahren begleitet (wir berichteten).

Das durch die Corona-Krise in die wirtschaftliche Schieflage geratene Traditionsunternehmen hatte im Mai den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. In der Zeit des vorläufigen Verfahrens konnte der Geschäftsbetrieb stabilisiert werden, heißt es. Trotz der coronabedingten schwierigen Rahmenbedingungen zeigen die gemeinsam mit der Geschäftsführung der Bäckerei abgestimmten Maßnahmen positive Wirkungen, teilt die Kanzlei mit. „Es hat sich gezeigt, dass das Bäckereikonzept ,Natur pur‘ zu einer hohen Kundenzufriedenheit und Kundenbindung führt.“

„Wir können auf unsere Stammkunden zählen. Ihre Wertschätzung unserer traditionellen Handwerkskunst auch in der aktuell schwierigen Zeit freut uns sehr“, sagt Holger Orlamünde.

„Die Richtung stimmt. Es zeigt sich jedoch, dass sich die coronabedingten Auswirkungen und die bestehenden Auflagen die Bäckereibranche noch einige Zeit begleiten und sich auch zukünftig auf die wirtschaftliche Entwicklung des Geschäftsbetriebes auswirken“, betont Dr. Kreuznacht.

Die Standorte der Verkaufsfilialen der Bäckerei Orlamünde seien gut, bewertet der Insolvenzverwalter. „Filialschließungen sind nicht geplant“, lässt er wissen. Auch für die etwa 100 Beschäftigten solle sich nichts ändern. „Es besteht derzeit keine Veranlassung, über eine betriebsbedingte Reduzierung der Anzahl der Mitarbeiter nachzudenken“, so die gemeinsame Stellungnahme von Dr. Kreuznacht und Holger Orlamünde.

Der Rechtsanwalt teilt mit, dass die Erarbeitung von Konzepten für eine Restrukturierung weit vorangeschritten sei.

Gemeinsam mit den wesentlichen Beteiligten wolle er die sich ergebenden Perspektiven weiter verfolgen, um im Sinne des Unternehmens, der Arbeitnehmer und der Gläubiger bestmögliche Lösungen für das Unternehmen erreichen.  aks

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