Die Sängerin Diana Rathmann lebt in Bruchhausen-Vilsen

Wie man mit dem Herzen singt

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Ohne Seele gäbe es keine Musik: Das steht für Diana Rathmann fest. 

Br.-Vilsen - Von Bert Strebe. Der Satz fällt eher nebenbei, irgendwann gegen Ende des Gesprächs. Diana Rathmann erzählt von ihrer Ausbildung am Rabine-Institut, davon, dass das ein halbes Medizinstudium gewesen sei. Sie erzählt, was sie alles über die vielen kleinen Muskeln gelernt hat, die das Singen beeinflussen, über das Nervensystem. Und dann kommt’s: „Beim Embryo werden übrigens Herzzellen zu Stimmzellen“, sagt sie. Sprich: Das, mit dem wir reden und singen, ist aus derselben Zellenart gemacht wie unser Herz. Und urplötzlich versteht man, wieso es reicht, eine Stimme zu hören, um uns zum Lachen oder zum Weinen zu bringen.

Es ist eine stille Straße in Bruchhausen-Vilsen, an der das Haus steht, die Graf-Otto-Straße. Es ist ein ziemlich neues Haus, modern eingerichtet, klare Linien, aber dennoch gemütlich. Hier lebt die Sängerin und Gesangslehrerin Diana Rathmann zusammen mit ihrem Mann. Die beiden wohnen noch nicht so lange hier, seit März, fühlen sich aber schon heimisch. Und sie werden bald zu dritt sein: Im Dezember werden die Rathmanns Eltern.

Diana Rathmanns Weg begann 1980 in Nordhausen (Thüringen), wo die junge Frau als Diana Kettner zur Welt kam. Mit acht Jahren bekam sie Gitarrenunterricht, spielte und sang dann auch öffentlich. Gesungen hatte sie bereits im Kindergarten, im Schulchor, die Mutter hatte der kleinen Diana und ihrem Bruder Volkslieder beigebracht. So war es logisch, dass es irgendwann obendrein Klavier- und Gesangsunterricht gab. Schließlich wusste Diana Rathmann, dass sie „was mit Musik“ machen wollte.

Extra-Gesangsunterricht

Sie ging nach Kassel, um Musiklehrerin zu werden. Sie studierte fleißig, sie nahm privaten Extra-Gesangsunterricht, lernte Tonsatz und Gehörbildung. Ergebnis: „Ich konnte von allem ein bisschen. Und nichts richtig.“

Chormusik hatte Diana Rathmann schon in Nordhausen geliebt, hatte in der Jugendkantorei Bach und Verdi gesungen, sich später immer in Chören engagiert. „Das war meine Musik“, sagt sie. Also folgte nach Kassel eine künstlerische Ausbildung in Gesang in Rostock. War das nicht anstrengend, ein weiteres Studium? „Es war der Himmel auf Erden“, sagt Diana Rathmann.

In Rostock gab es einen Motettenchor, den einzigen Chor dieser Art, den es schon zu DDR-Zeiten gegeben hatte. Dort lernte Diana Rathmann Felizia Frenzel kennen, die im selben Fach singt: lyrischer Sopran. Die beiden wurden, was selten ist in der Branche, keine Konkurrentinnen. Sie wurden Freundinnen. Weggefährtinnen. Im April dieses Jahres, da war Diana Rathmann noch ganz neu im Ort, sind die beiden Damen zusammen mit dem Musiker Uwe Pilgrim in der Bruchhausener Kirche aufgetreten.

Ganzheitliche Ausbildung der Stimme

Und warum ist sie nun hier gelandet? Es lag daran, dass Diana Rathmanns Mann eine Stelle als Lehrer in Hoya bekommen hatte. Deswegen haben sie ein Haus in der Region gesucht, sind in Bruchhausen-Vilsen fündig geworden. Und dort unterrichtet Diana Rathmann nun ihrerseits – Gesang. Und sie nimmt auch noch Schüler auf. Sie hat sogar eine dritte Ausbildung absolviert, an besagtem Rabine-Institut in Walheim bei Ludwigsburg. Eugen Rabine hat eine Methode für Gesangsunterricht entwickelt, die den ganzen Körper, das Nervensystem und das Gehirn und ihre Funktionen bei der Ausbildung der Stimme und beim Singen selbst berücksichtigt. Ganzheitlich, sozusagen. 

Alles, erläutert Diana Rathmann, habe Auswirkungen auf die Stimme, wie man steht, wie es einem geht, was man denkt. „Wenn ich das nicht gelernt hätte, wüsste ich gar nicht, wie ich gut unterrichten könnte.“ Und dann kommt der Satz mit den Herzzellen. Und der ist wichtig, denn nicht nur Muskeln und Intellekt spielen in der Musik eine Rolle. Ohne Seele gäbe es gar keine Musik.

Diana Rathmann singt in diversen Chören, tritt auch als Solistin auf. „Im Moment wüten aber die Hormone in mir“, sagt sie und lacht. Und ergänzt: „Nach einer Schwangerschaft wird die Stimme meist schöner, fraulicher, runder.“

Dann können wir uns ja auf die nächsten Konzerte freuen. Aber nötig ist das mit dem Schönerwerden der Stimme bei Diana Rathmann nicht. Sie hat einen wunderbaren, wasserklaren Sopran.

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