Schwarmer Rat will Missstände angehen

An der Herrlichkeit ist’s gar nicht herrlich

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„Die Wohnqualität geht dahin“: An der Herrlichkeit in Schwarme liegt einiges im Argen.

Schwarme - Von Mareike Hahn. Die Situation An der Herrlichkeit in Schwarme ist alles andere als herrlich. Das machte Bürgermeister Johann-Dieter Oldenburg (SPD) bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats deutlich.

Da wäre zunächst einmal die Geschwindigkeit, mit der einige Verkehrsteilnehmer über die Verbindung zwischen Borsteler Straße und Hoyaer Straße brettern. Die Ergebnisse einer „Smiley-Messung“ (eine Messung mit einer mobilen Anlage, die sofort die Geschwindigkeit anzeigt) nannte Oldenburg „erschütternd“. Zwischen 45 und 66 Prozent der Fahrer hätten pro Messtag die erlaubten 30 Stundenkilometer überschritten. „Einige sind 70 bis 100 km/h gefahren, der Schnellste sogar 150“, sagte der Bürgermeister, der hauptberuflich als Polizeichef in Weyhe arbeitet. „Ich habe den Landkreis gebeten, da mal zu blitzen.“

Es waren noch vier weitere Kritikpunkte zur Herrlichkeit, die Oldenburg während der Sitzung aufzählte: Verbotsschilder (zum Teil sind nur „Anlieger frei“) werden missachtet, Wasser läuft von den Spargelfeldern auf die Straße, Plastikmüll liegt herum, und ein paar Spargelstecher verrichten ihre Notdurft auf den angrenzenden Wiesen und in den Büschen.

Letzteres stieß dem Bürgermeister besonders bitter auf: „Das ist eine Riesen-Sauerei“, sagte er. „Es wurden schon vermehrt Dixiklos aufgestellt, aber nicht alle Spargelstecher benutzen sie.“

Frank Menke (Unabhängige Wählergemeinschaft) war der Meinung, dass man in dieser Sache mit Hinweisen nicht weiterkommt. Er sprach von „Ordnungswidrigkeiten“ und deutete an, dass man über Strafen nachdenken müsse. „Der Landkreis ist zuständig“, erklärte Gemeindedirektor Bernd Bormann.

Miriam Kristionat (Unabhängige Wählergemeinschaft) bat um „zeitnahe Lösungen“ für die Probleme. „Wir müssen doch irgendwas tun, um den Anwohnern zu helfen“, sagte sie. „Die Wohnqualität geht dahin.“

Oldenburg schlug daraufhin vor, sich mit den Anliegern der Straße zusammenzusetzen und das weitere Vorgehen zu besprechen.

Dringenden Handlungsbedarf sah auch Hermann Schröder (Unabhängige Wählergemeinschaft). Er beantragte, die Verwaltung Lösungsvorschläge erarbeiten zu lassen. „Das ist nicht unsere Aufgabe, sondern die der Verwaltung“, stellte Schröder fest. Sein Antrag stieß auf offene Ohren: Alle Ratskollegen stimmten dafür. „Wir kümmern uns“, versprach Bormann, gab aber gleichzeitig zu bedenken, dass die Oberflächenentwässerung schon mehrfach Thema gewesen sei, man aber noch keine Lösung gefunden habe.

Thema in der Ratssitzung waren auch einige Straßenunterhaltungsmaßnahmen. Insgesamt stehen dafür im diesjährigen Haushalt 84 000 Euro, davon hat die Gemeinde laut Bormann bisher 16 000 Euro ausgegeben. Die nun geplanten Maßnahmen kosten etwa 35 000 Euro. Dazu gehören Fräsarbeiten und die Reparatur von Straßenschäden an verschiedenen Stellen, beispielsweise Auf dem Stühr und am Hustedter Weg. Ein Poller soll künftig auf der Auffahrt zur Turnhalle stehen, damit sich dort kein Wagen mehr festfahren kann.

Des Weiteren soll an der Rennwiese ein Ortsschild aufgestellt werden. „Wenn man dort von Bremen kommend nach links abbiegt, kommt nie eine Ortstafel“, erklärte Oldenburg. „Theoretisch können Autofahrer, wenn sie geblitzt werden, also sagen, dass sie keinen Hinweis darauf gekriegt haben, in einem Ort zu sein.“

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