Herrenmorgen

25 Jahre Männerkreis in Asendorf

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Kürzlich empfing der Männerkreis um Leiter Hans-Jürgen Löhmann (vorne) die Regionalbischöfin Dr. Birgit Klostermeyer.

Asendorf - Immer am zweiten Donnerstag im Monat ist Männerzeit: Dann kommen ab 9 Uhr etwa 30 Herren aus Asendorf und umzu im Gemeindehaus an der St.-Marcellus-Straße zusammen. Sie frühstücken, hören einen Vortrag und diskutieren anschließend über das Thema. Und das schon seit einem Vierteljahrhundert: Der Männerkreis der evangelischen Kirchengemeinde Asendorf feiert in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag.

1992 luden Ferdinand Wehrspaun, engagiertes Gemeindemitglied, und Pastor Lothar Dreyer zum ersten Mal Rentner über 65 Jahren zu einem Treffen ohne Frauen ein. Es sollte um Themen gehen, die die Herren interessieren – nicht nur, aber auch mit christlichem Bezug. „Das ist für uns der zweite Bildungsweg“, sagte einmal ein Teilnehmer.

Themenvielfalt: Geld, Religion, Seelsorge

Im Laufe der Jahre referierten Experten über ganz verschiedene Materien. Da ging es um Geldfragen und um die Aktivitäten der evangelischen Kirche in Brasilien, um die Geschichte der Russlanddeutschen und um die Aufgaben des Gemeinderats. Ein Militärseelsorger sprach ebenso über seine Arbeit wie ein Vertreter des Lions Clubs und ein Arzt, der sich um Suizidgefährdete kümmerte. Der Islam war Thema. Bremens Ex-Bürgermeister Henning Scherf kam vorbei, ein Professor des Alfred-Wegener-Instituts Bremerhaven informierte über den Klimawandel der Polarregionen. Auch Reiseberichte gab es an einem der Donnerstage. Zuletzt war Regionalbischöfin Dr. Birgit Klostermeyer im Männerkreis zu Gast und hielt unter dem Titel „500 Jahre lutherische Reformation, brauchen wir heute eine neue Reform?“ einen Vortrag.

Zu den Treffen kommen regelmäßige Ausflüge, etwa zum Moor- und Fehnmuseum Elisabethfehn, zum VW-Werk in Wolfsburg oder zum Flugplatz in Wunstorf, wo die Männer sogar eine Runde in einem Flugzeug drehten. Am 14. September steht die nächste Tour an. Dann wollen die Rentner zusammen mit den Teilnehmern des Asendorfer Seniorencafés in die Schneverdinger Heide und zum Landschaftspark Iserhatsche in Bispingen fahren.

Alle Männer sind mit ihrer Meinung willkommen

Seit dem Start erfreut sich der Männerkreis zunehmender Beliebtheit. Einst kamen 15 Herren zu den Treffen, heute sind es in der Regel etwa doppelt so viele. Nicht alle sind evangelisch, nicht alle kommen aus Asendorf. „Die Treffen sind offen für jeden Mann“, sagt Hans-Jürgen Löhmann.

Der 79-Jährige übernahm vor fünf Jahren die Leitung der Gruppe von Ferdinand Wehrspaun. Vor jeder Zusammenkunft wählt er einen Spruch des Tages, beim letzten Mal war es „Verlass dich auf den Herrn und von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand“. Nach der Begrüßung gratuliert die Runde den aktuellen Geburtstagskindern. Auch eine kleine Geschichte steht immer auf dem Programm, Löhmann sucht sie jeweils aus dem Buch „Fünf Minuten mit Gott“ von Landesbischof Ralf Meister raus. Im Juli trug der Männerkreis-Leiter zudem aus dem Artikel „500 Jahre nach Luthers Reformation – wie ich es sehe“ von Kreiszeitung-Herausgeber Dr. Dirk Ippen vor. Der Hauptvortrag schließt sich an, dann können die Teilnehmer Fragen stellen und über das Thema sprechen. „Jeder kann seine Meinung sagen und wird respektiert“, betont Löhmann.

Verzicht auf die Frühstückspause ist nicht möglich

Er gibt sich Mühe, bei der Wahl der Referenten ein vielfältiges Spektrum abzudecken: „Ich höre hier und da mal was Interessantes und versuche, es unterzubringen.“ Die Evangelische Erwachsenenbildung zahle Zuschüsse für die Vorträge. „Bisher konnten wir das Geld aber immer der Kirche geben.“

Nicht zu vergessen die halbstündige Frühstückspause. Da kommen übrigens auch Frauen ins Spiel: In der Regel schmieren Ulrike Vienenkötter und Angela Schilling die Brötchen. Am Ende machen die Männer aber selbst klar Schiff: Vier, fünf von ihnen übernehmen den Abwasch und das Aufräumen.

Die Rentner nutzen die Frühstückszeit gerne für angeregte Gespräche. Und wer glaubt, nur Frauen wollen immerzu reden, dem sei gesagt: Bei einigen Männern ist das nicht anders. Löhmann: „Manche Teilnehmer kommen schon eine halbe Stunde vor den Treffen ins Gemeindehaus, um zu schnacken.“ 

mah

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