Herbstmarkt in Vilsen: Stimmung, Programm, Wetter – alles bestens

Schaf gehabt!

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Auch den Kindern wurde beim Herbst- und Schafmarkt nicht langweilig.

Br.-Vilsen - Von Maren Hustedt. Beim Bummel über den gestrigen Herbst- und Schafmarkt in Bruchhausen-Vilsen blickte man überall in zufriedene Gesichter. Vom Programm über das Wetter bis hin zur Stimmung kann man das Fest als rundum gelungen bezeichnen. In Scharen zogen die Besucher über die Straßen im Ortskern des Luftkurorts, schlenderten durch die geöffneten Geschäfte, setzten sich in Cafés und Restaurants zusammen und genossen das spätsommerlich-schöne Wetter.

Mit bester Laune servierte Lüder Meyer, Pächter der Kultkneipe „Zum Treppchen“, seinen Gästen unter freiem Himmel Pilzpfanne und Burgunderbraten. Ebenso wie Meyer äußerten sich auch die Gewerbetreibenden, Marktbeschicker und Flohmarkthändler überwiegend sehr zufrieden mit der Resonanz auf ihre vielfältigen Angebote.

Kettensägenschnitzer Egon Dreyer sagte: „Ich hatte bereits vor dem Markt Anrufe von Kunden, die mich hier gezielt aufsuchen wollten – und die tatsächlich gekommen sind.“ Der Verkauf sei gut gelaufen. Sprach‘s und überreichte ein veräußertes Eichhörnchen an eine junge Familie. „Wir wollen das Holz-Eichhörnchen unserer Oma schenken“, verrieten die Eltern von Aaron und Finn-Luca aus Bassum. Beim Anblick des handgearbeiteten Kunstwerks hatten sie sich spontan für dessen Erwerb entschieden.

Tiere aus Fleisch und Blut beschäftigten Heinfried Stiek auf der Bahnhofstraße. Der Hobby-Schäfer war für den namensgebenden Teil des Fests zuständig – das Scheren der Schafe. „Ich habe noch nie in echt gesehen, wie ein Schaf geschoren wird“, äußerte sich ein Mann, der den Hals nach dem Spektakel reckte. An der Reihe war ein einjähriges Schaf, das der Hobby-Schäfer trotz seines Alters als Lamm bezeichnete und das noch nie zuvor geschoren worden war.

Zum Erstaunen aller Zuschauer – und nicht zuletzt des Schäfers selbst – ließ das Tier die Schur äußerlich unbeeindruckt über sich ergehen. „Halten die immer so still?“, fragte ein Junge erstaunt. „Leider nicht“, antwortete der Hobby-Schäfer, dem bei seiner Arbeit gehörig warm wurde.

Schafmarkt in Bruchhausen-Vilsen

Wenige Meter weiter zeigten die Barenburger Speicherfrauen und -männer, wie Schafwolle in früheren Zeiten verarbeitet wurde. Beim traditionellen Spinnen der Wolle schnurrte das Spinnrad gleichmäßig im Takt. An historischen Webstühlen fertigten die Damen hübsche Läufer und Teppiche, die bei den Besuchern auf großes Interesse stießen.

„Früher hat meine Mutter mir Pullover aus Schafwolle gestrickt. Die haben immer furchtbar gekratzt“, erinnerte sich eine Urlauberin aus Frankfurt. Für ihren Aufenthalt in Bruchhausen-Vilsen sei sie in der Pension zum Bollen untergekommen. Im Gespräch mit den Speicherfrauen fühlte sie sich sichtlich wohl. Die pflichteten ihr bei: „Stimmt, die Pullover aus Schafwolle zieht heute keiner mehr an. Höchstens mit etwas darunter.“

Den Insekten, die in Jürgen Rickens‘ „Hotels“ Unterschlupf suchen, käme die kratzige Schafwolle wohl gerade recht. Der Ruheständler, der die schmucken Häuschen in Handarbeit herstellt und sie gestern auf dem Flohmarkt an der Sulinger Straße zum Kauf anbot, empfiehlt als Baustoffe ausdrücklich Naturmaterialien. Ausgerüstet mit Unterschlupf für Igel oder Insektenhotel, können einige Schafmarkt-Besucher dem nahenden Winter nun gelassen entgegen sehen.

Und wer dabei auch noch gut gekleidet sein will, der konnte sich bei der Modenschau die eine oder andere Idee fürs neue Outfit holen.

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